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10.01.2012

20:26 Uhr

Ab 26. Januar

Ärztegewerkschaft beschließt unbefristeten Vollstreik

Klinikpatienten droht ab Ende Januar ein unbefristeter Streik an den kommunalen Kliniken. Noch sind Gespräche möglich. Sonst würden wohl Behandlungen in großem Stil verschoben.

Wieder droht ein flächendeckender Krankhausstreik (Archivbild). ZB

Wieder droht ein flächendeckender Krankhausstreik (Archivbild).

BerlinKrankenhauspatienten droht ab Ende Januar ein flächendeckender Ärztestreik an den rund 600 kommunalen Kliniken in Deutschland. Im Notfall sollen Kranke aber behandelt werden. Die Große Tarifkommission des Marburger Bundes (MB) beschloss am Dienstag einen unbefristeten Vollstreik ab 26. Januar, sagte MB-Sprecher Hans-Jörg Freese der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Nach dem Scheitern von Tarifverhandlungen mit den kommunalen Arbeitgebern hatten zuvor 92,7 Prozent der MB-Mitglieder in den kommunalen Krankenhäusern für den Ausstand gestimmt.

Die Gewerkschaft will sechs Prozent mehr Gehalt für die nach unterschiedlichen Angaben 45.000 bis 50.000 Mediziner erreichen. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber (VKA) hatte 1,48 Prozent angeboten. Gewerkschaftschef Rudolf Henke sagte: „Die Ärztinnen und Ärzte sind entschlossen, ihren Forderungen größtmöglichen Nachdruck zu verleihen.“ Die Tarifgespräche über höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen waren Anfang Dezember gescheitert.

Die VKA forderte die Gewerkschaft auf, doch noch rechtzeitig an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Wir sind bereit“, sagte VKA-Geschäftsführer Manfred Hoffmann der dpa. Das heiße aber nicht, dass die Arbeitgeber plötzlich mehr Geld zu vergeben hätten. „Wir erwarten ein zustimmungsfähiges Angebot. Dann sind Gespräche wieder möglich“, entgegnete MB-Sprecher Freese.

Bei einem Streik müssen sich Patienten laut Marburger Bund auf eine Verschiebung geplanter Behandlungen einstellen. Akute Behandlungen seien ähnlich wie an Wochenenden gewährleistet.

Die Ärztegewerkschaft fordert auch eine bessere Bezahlung der Bereitschaftsdienste sowie eine Reduzierung dieser Dienste auf maximal vier pro Arzt und Monat. Die von der VKA angebotene Erhöhung bewegt sich im Rahmen der Krankenhaus-Budgetsteigerung. Dazu sollte eine Einmalzahlung von 250 Euro kommen. Die weitaus meisten kommunalen Kliniken gehören zum Bereich der VKA.

Kommentare (3)

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11.01.2012, 12:09 Uhr

Einen Streik der Ärzte halte für überzogen.
Kein Arzt in der BRD nagt am Hungertuch.
Es ist grundsätzlich zu hinterfragen, ob Ärzte an öffentliche Krankenhäuser, nicht einen modernen Beamten Status gehörten?
Einen Streik wie ihn der Marburger Bund nun angezettelt hat, halte ich für ungehörig.
Hier werden Patienten, Beitragszahler, Kommunen in Sippenhaft genommen.
Meine Forderung, sofortige Auflösung des Marburger Bund.
Danke

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11.01.2012, 12:33 Uhr

Sie scheinen nicht so ganz informiert zu sein über Krankenhaus-Ärzte.
Ein Assistenzarzt der ein langes und schweres Studium hinter sich hat und viel Verantwortung für die Patienten im Klinikalltag, verdient nicht mehr als eine Krankenkassen-Angestellte.
Ein Oberarzt, der dann schon fast um die 40 ist bekommtDa so ca. 80.000 p.a. auch nicht gerade üppig für diesen schweren und verantwortungsvollen Beruf. Da verdient ein leitender Ing. mehr
Hier geht es bei Fehlern nicht um ein falsches Komma sondern um meine und Ihre Gesundheit.
Hinzu kommen 24-Stunden-Schicht, Wochenddienste usw.
D. h., wenn Sie Pech haben, wrden Sei Monag Morgen von einem übermüdeten Arzt behandelt oder gar operiert. Das sind Zustände die nicht hinnehmbar sind
Hier stimmen die Gehaltskoordinaten und die Arbeitsbedingungen nicht mehr.
Von daher ist dieser Streik durchaus gerechtfertigt

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11.01.2012, 14:12 Uhr

margrit117888, ich danke für ihren versuch mich über Arzt/Ärzte aufzuklären.
Ich möchte ihnen folgendes zum Arzt-Beruf mitteilen, in den 60 Jahren gehörten die Ärzte zu den sehr gut verdienenden Berufsgruppen in der BRD, auch da waren Ärzte unter Stress/Übermüdet, nur man sah den Beruf noch als Beruf an.
Auch damals hatte der Steuerzahler die Studienkosten getragen wie noch heute.
Mit Geld ist nicht alles zu richten.
Leider haben sich die Ansprüche sehr zu Ungunsten der Patienten und Steuerzahler von Seiten der Ärzteschaft verschoben.
Ich hatte mich mit meinen bekanten (Ärzte) lang und ausführlich unterhalten, und diese erklärten, das ganze Dilemma wäre die Ärzte Vereinigung (Marburger Bund) die eigentlich nur noch nach Geld schauen, um ihre Daseinsberechtigung zu erhalten.
Ich habe in meiner Familie Ärzte und im Verwanden Kreis.
Danke

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