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20.03.2013

18:51 Uhr

Ab Juni

Deutschland nimmt 5000 Syrien-Flüchtlinge auf

Deutschland wird in den kommenden Monaten 5000 schutzbedürftige Syrer aufnehmen. Das kündigte Innenminister Friedrich am Mittwoch in Berlin an. Für die Menschenrechtsorganisation Pro Asyl geht da noch nicht weit genug.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) kündigte an, in diesem Jahr mindestens 5000 weitere syrische Bürgerkriegsflüchtlinge in Deutschland aufzunehmen. dpa

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) kündigte an, in diesem Jahr mindestens 5000 weitere syrische Bürgerkriegsflüchtlinge in Deutschland aufzunehmen.

Berlin/Frankfurt am MainAngesichts der dramatischen Lage in den Lagern für syrische Bürgerkriegsflüchtlinge will die Bundesregierung in den kommenden Monaten 5000 schutzbedürftige Menschen zusätzlich aufnehmen. Die Situation in Syrien werde „zunehmend schwierig“, sagte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) am Mittwoch in Berlin. Die EU-Kommission begrüßte die Ankündigung und prüft finanzielle Unterstützung für Deutschland.

Friedrich zufolge sollen spätestens ab Juni etwa 3000 Flüchtlinge vorübergehend nach Deutschland kommen, 2000 weitere Menschen können im Herbst einreisen. In Kürze soll eine Delegation Flüchtlingslager in syrischen Nachbarländern besuchen, um dort die Flüchtlinge auszuwählen. „Wir wollen jetzt schnell handeln“, fügte der Innenminister hinzu.

Als besonders schutzbedürftig nannte Friedrich kinderreiche Familien sowie Kinder, die ohne Begleitung Erwachsener in einem Flüchtlingslager leben. Er gehe zudem davon aus, dass unter den aufgenommenen Flüchtlingen auch viele Christen sein würden, da auf ihnen in Syrien „ein besonderer Verfolgungsdruck lastet“. Eine Rolle spielen werde auch der Aspekt, ob Flüchtlinge in Deutschland schon Verwandte hätten, sagte Friedrich.

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Der Innenminister verwies darauf, dass Deutschland in den vergangenen 14 Monaten bereits etwa 8000 Asylbewerber aus Syrien aufgenommen habe. Er gehe davon aus, dass diese Zahl in den kommenden Monaten weiter steigen werde. Die zusätzlichen 5000 Flüchtlinge sollen nach Angaben Friedrichs auf die Bundesländer nach deren Größe verteilt werden. Nach Angaben der UNO sind seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien bereits rund 1,1 Millionen Syrer in Nachbarländer geflohen.

Friedrich äußerte zudem die Erwartung, dass auch andere EU-Staaten sich zur Aufnahme syrischer Flüchtlinge bereit erklärten. „Ich hoffe, dass wir da einmal mehr Eisbrecher sind“, sagte er. Er kündigte an, die Bundesregierung werde bei der EU finanzielle Unterstützung für die Aufnahme der Flüchtlinge beantragen.

EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström begrüßte die Aufnahme der 5000 Syrer als „bemerkenswertes Beispiel von Solidarität“. Die Schwedin kündigte an, unverzüglich finanzielle Unterstützung für Deutschland zu prüfen. Malmström äußerte zudem die Hoffnung, dass andere EU-Mitgliedstaaten dem Beispiel Deutschlands folgen.

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Kritik kommt derweil von der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl. Geschäftsführer Günter Burkhardt sagte der Nachrichtenagentur dpa , die Debatte sei dadurch zwar eröffnet. „Aber es ist nur ein allererster kleiner Schritt und bei weitem nicht ausreichend.“ Die Nachbarstaaten Syriens müssten täglich 5000 bis 10 000 Flüchtlinge neu unterbringen. Gemessen daran sei das deutsche Engagement - über ein Jahr verteilt - „äußerst bescheiden“.

Die Flüchtlinge sollen auf die 16 Bundesländer entsprechend der Ländergröße verteilt werden.

Von

afp

Kommentare (10)

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Account gelöscht!

20.03.2013, 19:02 Uhr

Es müssen vor allem Christen sein. Wenn Assad gestürzt ist, werden diese als erste von der neuen 'demokratischen' Regierung in Syrien vertrieben.Wir haben es ja in Ägypten schon gesehen.

Account gelöscht!

20.03.2013, 19:28 Uhr

Es ist mir vollkommen egal, welchen Glauben diese Menschen haben. Hauptsache ihnen wird geholfen. Barmherzigkeit ist kein exklusives Recht für bestimmte Religionen.

Ich_kritisch

20.03.2013, 20:35 Uhr

5.000 von 1.000.000 Flüchtlingen. Das sind 0,5 %.
Das ist unwürdig für ein Land, dem es nach wie vor sehr gut geht.
*ironie on* da waren wohl nicht genug Akademiker dazwischen *ironie off*

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