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14.02.2014

06:25 Uhr

Abhöraffäre

Berlin will IT-Unternehmen besser schützen

ExklusivDie Bundesregierung will auf die Spähangriffe aus aller Welt reagieren – mit besserem Schutz von Unternehmen vor Übernahmen durch ausländische Investoren.

Mehr IT-Sicherheit für deutsche Firmen: Die Bundesregierung denkt darüber nach, wie sich die Telekom und Co. besser schützen kann. AFP

Mehr IT-Sicherheit für deutsche Firmen: Die Bundesregierung denkt darüber nach, wie sich die Telekom und Co. besser schützen kann.

BerlinAls Antwort auf die Abhöraffäre um den amerikanischen Geheimdienst NSA will die Bundesregierung die Kontrolle über kritische Infrastrukturen wie etwa die Telekomnetze verbessern. Von entsprechenden Plänen berichtete Bundesinnenminister Thomas de Maizière am Mittwoch im Innenausschuss des Bundestages. Dies bestätigten Teilnehmer dem Handelsblatt (Freitagausgabe).

Danach sollen Unternehmen durch ein Veto-Recht der Regierung vor der Übernahme durch ausländische Investoren geschützt werden. Als Beispiele werden die Deutsche Telekom, Breitbandnetzbetreiber und der Softwarekonzern SAP genannt, aber auch zukunftsträchtige Start-up-Unternehmen.

Wie die NSA das Internet überwacht

Immer neue Enthüllungen

Seit Sommer 2013 kommen immer neue Details über Spionageaktivitäten von Geheimdiensten im Internet ans Licht. Sie basieren auf Dokumenten, die der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden an Journalisten übergab. Ein Überblick über die zentralen Erkenntnisse.

Prism

Prism: Der Name stand zunächst für die gesamte Affäre, umfasst aber nur einen Teil des Repertoires der NSA. Über Prism hat der Überwachungsdienst Zugriff auf Nutzerdaten großer US-Internetfirmen, darunter Google, Yahoo, Microsoft und Facebook. Ein Geheimgericht ordnet die Herausgabe der Informationen an. Das seien etwa Inhalte von Mails, Suchanfragen oder Chats, berichtete die britische Zeitung „Guardian“. Die Firmen sind zum Stillschweigen verpflichtet. Die Internetriesen streiten vor Gericht dafür, mehr Details veröffentlichen zu dürfen.

Tempora

Tempora hießt ein Programm des britischen Dienstes GCHQ. Der GCHQ arbeitet eng mit der NSA zusammen. Gemeinsam mit Australien, Neuseeland und Kanada bilden die Länder die Allianz der «Five Eyes», («Fünf Augen»), in der Informationen ausgetauscht werden. Unter dem Codenamen Tempora soll der GCHQ mehr als 200 Glasfaserkabel anzapfen, über die Daten um die Welt rasen. So habe der GCHQ Zugriff auf den Internetverkehr, der über die angezapften Kabel läuft.

Xkeyscore

Die gewaltigen Datenmengen, die die NSA sammelt, müssen irgendwie ausgewertet werden. Dazu dient die Software XKeyscore. Damit können NSA-Analysten wie Snowden die Datenberge nach Verdächtigen durchsuchen. Der deutsche Bundesnachrichtendienst setze ebenfalls eine Version von XKeyscore ein, berichtete „Der Spiegel“.

Verschlüsselung aushebeln

Wenn Daten verschlüsselt durchs Netz geschickt werden, können Geheimdienste nicht einfach so mitlesen. Doch NSA und GCHQ können Medienberichten zufolge mehrere gängige Verschlüsselungstechniken knacken oder aushebeln, darunter die oft eingesetzt SSL-Technologie. Es ist allerdings unklar, welche Techniken genau in welchem Maße für die Dienste zugänglich sind.

Anonymität aufheben

Auch das Anonymisierungsnetzwerk Tor, mit dem Nutzer ihre Spuren im Netz verwischen können, war Spionageziel der NSA. Der Geheimdienst schaffte es allerdings wohl nicht, das Netzwerk direkt zu knacken.

Überwachung ausländischer Staatschefs

Nicht nur Angela Merkels Handy geriet offenbar ins Visier der NSA. Der „Guardian“ berichtete, der Nachrichtendienst habe Telefone von 35 Spitzenpolitikern überwacht. Auch die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff und ihr mexikanischer Kollege Enrique Peña Nieto seien ausgespäht worden.

Angriff auf Google und Yahoo

Die NSA konnte laut der „Washington Post“ den Datenverkehr zwischen den Rechenzentren der beiden Internet-Riesen abgreifen. In den Rechenzentren werden Informationen aus E-Mail-Diensten, Suchanfragen oder Dokumente der Nutzer gespeichert. Inzwischen sollen die Daten auch zwischen den Rechenzentren verschlüsselt unterwegs sein.

„Wir müssen darüber nachdenken, ob der Bund aus übergeordneten Gründen neue Eingriffsmöglichkeiten braucht“, sagt Unions-Fraktionsvize Thomas Silberhorn (CSU) dem Handelsblatt. Denkbar sei „ein Vorkaufsrecht“ etwa bei Telekomnetzen. Auch SPD-Innenpolitiker Gerold Reichenbach fordert ein staatliches Eingreifen, „wenn durch einen Verkauf deutsche Sicherheitsinteressen berührt würden“.

Möglich wäre das etwa über das Außenwirtschaftsgesetz: Es erlaubt der Regierung ein Einschreiten, wenn bei einer Übernahme nationale Sicherheitsinteressen bedroht sind, etwa in der Rüstungsindustrie. Dieses Recht könnte auf IT-Firmen ausgedehnt werden.

Bereits zur Cebit, hieß es in Koalitionskreisen, würden die drei zuständigen Minister de Maizière, Sigmar Gabriel (Wirtschaft, SPD) und Alexander Dobrindt (Digitale Infrastruktur, CSU) Eckpunkte einer „digitalen Agenda“ vorlegen.

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

14.02.2014, 08:40 Uhr

Berlin will IT-Unternehmen besser schützen!
die Überschrift ist so nicht richtig, sie müsste Lauten, Berlin muss den Schutz sofort erhöhen aber nicht nur für die IT-Unternehmen sondern für die ganze Wirtschaft und den Bürgern, das ist die Aufgabe der Regierung.
Dieses hin und her zwischen EU und Berlin, ist unerträglich. Jedes Land hat die Pflicht, ihre Wirtschaft und Bevölkerung zu schützen, alle anderen aussagen sind Zeichen der Schwäche und Feigheit seiner Regierung.

Auenland

14.02.2014, 08:46 Uhr

Damit das Stimmvieh merkt, daß das nur eine lächerliche Alibiaktion ist?

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