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02.07.2013

14:59 Uhr

Abhörskandal

Deutscher Internetknoten wird nicht abgehört

Bundesinnenminister Friedrich meldet sich im NSA-Skandal zu Wort: US-amerikanische Geheimdienste spähten nicht den deutschen Internetknoten in Frankfurt aus. Falls doch, wäre das eine Verletzung der Souveränitätsrechte.

Er habe keine Hinweise von deutschen Sicherheitsbehörden erhalten, die ein Abhören der Leitungen nahelegten, so Friedrich. dpa

Er habe keine Hinweise von deutschen Sicherheitsbehörden erhalten, die ein Abhören der Leitungen nahelegten, so Friedrich.

WiesbadenDer größte deutsche Internetknoten in Frankfurt wird nach Aussage von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich nicht von den US-Geheimdiensten ausspäht. Er habe keine Hinweise von deutschen Sicherheitsbehörden erhalten, die dies nahelegten, sagte Friedrich am Dienstag in Wiesbaden auf einem Internet-Sicherheitskongress der CDU.

„Wenn ein ausländischer Dienst den Internetknoten in Frankfurt anzapfen würde, wäre das eine Verletzung unserer Souveränitätsrechte.“ Ein Großteil des deutschen Internetverkehrs mit dem Rest der Welt läuft über die De-Cix genannte Vermittlungsstelle. Gemessen am Datendurchsatz ist sie eine der größten der Welt.

Fragen und Antworten zu PRISM

Bekommen US-Geheimdienste Informationen von Internet-Unternehmen?

Ja, und das ist auch seit Jahren bekannt. Nach dem „Patriot Act“ können Behörden mit Gerichtsbeschluss Zugang zu Informationen bekommen. Das neue an den Berichten über ein Programm Namens „PRISM“ wäre der freie Zugang zu den Servern von Google, Facebook & Co. statt eines punktuellen Zugriffs. Sowohl die Regierung als auch die Unternehmen weisen dies zurück. Laut US-Geheimdienstkoordinator James Clapper ist „PRISM“ nur ein internes Computersystem der Behörden.

Die US-Regierung betont, dass die Überwachung und die Verwendung der Daten strikt überwacht werden, von wem?

Die Abläufe bleiben komplett im geheimen Bereich. Die Geheimdienstanfragen nach Nutzerdaten müssen zwar von einem Gericht bewilligt werden - aber es ist ein speziell dafür geschaffenes Gericht mit elf Richtern. Die Anfragen sind so geheim, dass die Unternehmen selbst über ihre Existenz schweigen müssen.

Gibt es Anhaltspunkte dafür?

Die „New York Times“ zitierte am Wochenende einen Juristen „einer Technologiefirma“, der berichtete, wie die NSA einen Agenten ins Hauptquartier des Unternehmens abkommandiert habe, um den Verdächtigen in einem Cyberangriff zu überwachen. Der Agent habe von der Regierung entwickelte Software auf dem Server installiert und sei für mehrere Wochen geblieben, um Daten in ein Notebook der Agentur herunterzuladen. In anderen Fällen fordere die NSA Echtzeitdaten an, die dann digital übermittelt würden.

Könnte der Geheimdienst sehen, wie Ideen beim Tippen entstehen?

Das muss kein Widerspruch sein. Der amerikanische Journalist und Geheimdienstexperte Marc Armbinder beschreibt das Funktionieren des „PRISM“-Systems so: Zum Beispiel könnte Facebook die Anordnung bekommen, Informationen über alle Profile aus Abbottabad in Pakistan herauszurücken, angenommen, es gibt 50 davon. „Diese Accounts werden ständig aktualisiert. Also erstellt Facebook eine „Spiegel“-Version der Inhalte, zu der nur die NSA Zugang hat. Die ausgewählten Profile werden in Echtzeit sowohl auf dem Facebook-Server als auch auf dem gespiegelten Server aktualisiert. "PRISM" ist das Werkzeug, das das alles zusammenbringt.“

Könnte die NSA Daten auch ohne Kooperation bekommen?

Absolut. Und Zunger beschreibt eine Möglichkeit dafür: Sie könnten den Datenstrom bei den Anbietern von Internet-Zugängen abgreifen und Datenpakete mit Bezug zum Beispiel zu Facebook oder Google herausfiltern.

Wie glaubwürdig sind die Dementis der Internet-Konzerne?

Sie sind ähnlich formuliert und beziehen sich auf einen „direkten Zugriff“ auf Server der Unternehmen. Zugleich klingen einige davon auch sehr persönlich und aufrichtig. So versicherte der Chefentwickler des Online-Netzwerks Google+, Yonathan Zunger, er würde kündigen, wenn er davon Wind bekäme. Und er sei in einer Position bei Google, in der er eine so groß angelegte Spionageaktion eigentlich hätte mitkriegen müssen. Zunger ist offen in seiner „Abscheu“ für die NSA: „Wir haben nicht den Kalten Krieg geführt, damit wir die Stasi nachbauen können“.

Hintergrund der Äußerungen sind Berichte über Spähprogramme der USA, die den Internetverkehr in großem Stil überwachen sollen. Die Enthüllungen gegen auf den früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden zurück.

Bereits am Montag hatte ein Vertreter des Knotenbetreibers De-Cix erklärt, dass man keine Hinweise auf eine Ausspähung der Vermittlungsstelle habe. „Da gibt es keine Leitungen, die wir nicht kennen.“ Eine Ausspähung wäre auch ein Verstoß gegen das Grundgesetz, sagte der Technische Beirat bei De-Cix, Klaus Landefeld.

Von

rtr

Kommentare (24)

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Ksha

02.07.2013, 15:28 Uhr

Frankfurt wäre auch viel zu offensichtlich. Ich sage nur: 'Griesheim'

Ichbinsdoch

02.07.2013, 15:33 Uhr

Wer soll das glauben?
Dazu muss man nicht in Frankfurt oder umzu sitzen, dazu langt es irgendwo das entsprechende Unterseekabel udg anzuzapfen

Ganz davon abgesehen : "Souveränitätsrechte" ?
Von wem? Deutschland hat KEINE EIGENEN "Souveränitätsrechte". Diese wurden Deutschland seit dem 2tem Weltkrieg NIE wieder zugestanden. Selbst im Wiedervereinigungsvertrag (und der ist nun nicht so sehr alt) wurden alles was irgendwie mit Souveränitätsrechten zu tun hat, ausgeklammert !!!

Account gelöscht!

02.07.2013, 16:34 Uhr

"Eine Ausspähung wäre auch ein Verstoß gegen das Grundgesetz"

Von welchem GG ist hier die Rede?
Meint er das GG, gegen das die Regierung am laufenden Band verstößt? Witzig.

Aber hier deutet sich die Lösung an:
Das ganze ist nur eine Ente. Es hat überhaupt nicht stattgefunden. Aus dem Grund haben wir uns auch weiter lieb und brauchen nichts zu tun.
Üble Nachrede von Snowden, der mit seinem Cubicle nicht zufrieden war.


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