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06.01.2008

11:38 Uhr

Absage an Große Koalition

Hessens CDU im Umfragetief

Hessens Ministerpräsident Roland Koch muss sich allmählich an den Gedanken gewöhnen, seine absolute Mehrheit bei der Landtagswahl in drei Wochen zu verlieren. Trotz sinkender Umfragewerte schließt er eine mögliche Koalition allerdings kategorisch aus.

Will keine Große Koalition: Hessens Ministerpräsident Roland Koch. Foto: ap Quelle: ap

Will keine Große Koalition: Hessens Ministerpräsident Roland Koch. Foto: ap

HB FRANKFURT/MAIN. Drei Wochen vor der Landtagswahl in Hessen steht die CDU vor dem Verlust der absoluten Mehrheit. Die Partei von Ministerpräsident Roland Koch muss laut einer neuen Umfrage mit Einbußen von fast sieben Prozentpunkten rechnen. Zusammen mit der FDP käme sie auf 50 Prozent; SPD, Grüne und Linkspartei würden derzeit 47 Prozent erreichen. Bundeskanzlerin Angela Merkel warnte vor einer Koalition von Sozialdemokraten und Linkspartei in dem Bundesland.

Sie traue der anderslautenden Zusage der Sozialdemokraten nicht, sagte die CDU-Vorsitzende der „Bild am Sonntag“: „In Berlin regiert die SPD seit Jahren mit der Linkspartei.“ Auch Koch erklärte, seine Herausforderin Andrea Ypsilanti „kann nur mit den Stimmen der Linkspartei Ministerpräsidentin werden“.

Im „Tagesspiegel am Sonntag“ sprach er sich klar gegen eine Große Koalition nach der Landtagswahl am 27. Januar aus. „CDU und SPD würden sich als Volksparteien vergewaltigen, wenn sie versuchen würden, eine Brücke zu schlagen.“ Koch fügte hinzu: „Wir müssen den Wählern sagen: Ihr müsst euch entscheiden.“

Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle schloss eine Koalition mit SPD und Grünen in Hessen kategorisch aus, die nach der Emnid-Umfrage für „Bild am Sonntag“ rechnerisch möglich wäre. „Es wird keine Ampel geben“, zitierte die „Schwäbische Zeitung“ Westerwelle. Auch er erklärte, die SPD würde ein Bündnis mit der Linkspartei eingehen: „Natürlich würde Frau Ypsilanti als Parteilinke genau wie Herr Wowereit in Berlin sofort mit der Linkspartei eine Koalition bilden, zusammen mit den Grünen.“

Der Umfrage zufolge kann die CDU mit 42 Prozent rechnen, das wäre ein Minus von 6,8 Prozentpunkten gegenüber 2003. Die SPD erreicht demnach 32 Prozent (plus 2,9 Punkte), die Grünen liegen nahezu unverändert bei zehn Prozent, die FDP bei acht Prozent. Die Linkspartei könnte mit fünf Prozent erstmals in einem westdeutschen Flächenstaat in den Landtag einziehen.

Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner sagte der „Bild am Sonntag“ unter Verweis auf sinkende Umfragewerte für die Union auch in Niedersachsen und Hamburg: „Bei den vorangegangenen Landtagswahlen haben die Ministerpräsidenten der Union vom schlechten Ansehen der rot-grünen Bundesregierung profitiert. Jetzt schlägt das Pendel zurück mit Einbußen von bis zu sieben Prozent. Richtig gefährlich wird es für Koch und von Beust vor allem, wenn die SPD doch mit der Linkspartei paktiert.

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