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13.05.2011

13:42 Uhr

Abschiedsrede in Rostock

Westerwelle gibt Kritikern und der Opposition kontra

Westerwelle nutzt die Gunst der Stunde und teilt beim FDP-Parteitag in Rostock noch einmal kräftig aus - gegen die Opposition. Parteiinterne Kritiker versuchte er mit einem "Entschuldigung" zu besänftigen.

Westerwelle in Rostock. Quelle: dpa

Westerwelle in Rostock.

RostockDer scheidende FDP-Chef Guido Westerwelle hat auf dem Parteitag der Liberalen versucht, mit dem Eingeständnis eigener Fehler seinen Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Ein Teil der Basis fordert seine Ablösung als Außenminister, weil sie ihn für die Krise der Partei mit verantwortlich macht.

Westerwelle, der nach zehn Jahren an der Parteispitze nicht mehr antritt, sagte am Freitag vor den über 600 Delegierten in Rostock: "Ich stehe zu jedem Fehler und ich entschuldige mich auch für jeden Fehler."

Insgesamt zog er aber eine zufriedene Bilanz seiner Ära. "Die letzten zehn Jahre waren unterm Strich durchaus positiv in der Bilanz. Wir haben mehr richtig als falsch gemacht."

Die neue Parteiführung will auf dem dreitägigen Parteitag eine offene Abrechnung mit Westerwelle verhindern. Nach einem Gespräch mit dem neuen FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle verzichtete der Fraktionsvize Martin Lindner auf einen Antrag, die Delegierten abstimmen zu lassen, ob Westerwelle im Außenamt bleiben darf.

Westerwelle sicherte dem künftigen Vorsitzenden Philipp Rösler volle Unterstützung zu. "Ich werde meinem Nachfolger nicht ins Lenkrad greifen." Der neue Wirtschaftsminister Rösler wird am Nachmittag zum Parteichef gewählt.

Westerwelle kritisierte die Opposition, die über die Personalwechsel der Liberalen herziehe. Die SPD habe in seiner Zeit als FDP-Chef sechs Parteivorsitzende verschlissen: "Im Vergleich zu Euch sind wir der Hort für Stabilität in Deutschland."

Rösler dankt Westerwelle

Der künftige FDP-Parteichef Philipp Rösler dankte Westerwelle für zehn Jahre an der Parteispitze gedankt. "Das eigentliche Geschenk, dass wir Dir schuldig sind, ist der Respekt vor Deiner Leistung, Deiner Person und Deinem Amt als Außenminister", sagte Rösler. Das grandiose Wahlergebnis der Liberalen bei der Bundestagswahl 2009 - 14,6 Prozent - sei Westerwelles Verdienst. Viele in der Partei hätten ihm Ämter, Posten und Mandate zu verdanken.

Westerwelle verabschiedete sich mit der Abwandlung seines vielzitierten Spruchs vom Beginn seiner Amtszeit: "Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, gibt's einen, der die Sache regelt, und das bin ich - jetzt nicht mehr." Anschließend gab es für Westerwelle von den rund 660 Delegierten sieben Minuten lang Standing Ovations.

Von

dpa

Kommentare (3)

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W.T.

13.05.2011, 14:26 Uhr

Schwul zu sein allein reicht nicht, um eine Parteie nach vorn zu führen.

TROLL

13.05.2011, 15:50 Uhr

Bösartig und mit gewohnt ekelhafter Parteilichkeit hat ein deutscher Journalist die Bildauswahl von unserem Außenminister Dr. Guido Westerwelle getroffen. Wenn es schon inhaltlich nichts einzufärben gab, so arbeitet sich dergleichen wenigstens an Äußerlichkeiten ab.

Alfred_H

14.05.2011, 00:15 Uhr

Wie er das sagt: "...unser Außenminister Dr.Guido Westerwelle..." Sowas kann nur ein Politiker von sich geben. Erstmal würde ich nei einem Politiker grundsätzlich den Titel "Dr." weglassen. Wie die an den Titel gekommen sind, sollte inzwischen jedem bekannt sein. Westerwelle hat sich selbst rauskatapultiert. Da jetzt noch etwas schönzureden zeugt von extremer Wahrnehmungsstörung. Er hat nichts geleistet wofür das Volk ihm Respekt gegenüber bringen müsste. Nur ein Politiker kann daran interessiert sein, diese Tatsache ins Gegenteil umzukehren.

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