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18.03.2012

18:07 Uhr

Abstimmung

60.000 Grünen-Mitglieder sollen ihre Kandidaten wählen

Gleich vier Politiker kommen derzeit bei den Grünen für eine Spitzenkandidatur in Frage. Nun wagt die Partei den basisdemokratischen Weg und will sämtliche Mitglieder über die Kandidaten abstimmen lassen.

Die Grünen wollen die Parteibasis wieder mehr an ihren Entscheidungen teilhaben lassen - zum Beispiel bei der Frage, wer der künftige Kanzlerkandidat sein soll. dapd

Die Grünen wollen die Parteibasis wieder mehr an ihren Entscheidungen teilhaben lassen - zum Beispiel bei der Frage, wer der künftige Kanzlerkandidat sein soll.

BerlinDie Grünen wollen als erste Partei in Deutschland ihre Spitzenkandidaten für den Bundestagswahlkampf per Urwahl bestimmen. Die rund 60.000 Mitglieder sollen dabei im Herbst über ein Spitzenduo für die Wahl im kommenden Jahr abstimmen. Falls sich nicht mehr als zwei Anwärter für den Posten bewerben und die Mitgliedern folglich gar nichts zu entscheiden hätten, soll auf die Urwahl verzichtet werden.

Die Parteivorsitzenden Claudia Roth und Cem Özdemir sowie die Fraktionsvorsitzenden Renate Künast und Jürgen Trittin einigten sich am Samstag in der Grünen-Zentrale in Berlin auf dieses Verfahren. Auch der „Tagesspiegel“ und die „Süddeutsche Zeitung“ berichteten darüber. Nach einem entsprechenden Vorstandsbeschluss soll dieser Ausweg aus dem Führungsstreit der Grünen dem Parteirat an diesem Montag zur Diskussion gestellt werden. Ein kleiner Parteitag in Lübeck soll Ende April die Entscheidung treffen.

Als wahrscheinlich gilt bei den Grünen, dass sich Trittin für die Spitzenkandidatur bewirbt. Lediglich Roth hat sich aber bereits entsprechend erklärt. Ob auch Künast und Özdemir antreten wollen, blieb bei dem Führungstreffen dem Vernehmen nach offen. Auch könnte es weitere Anwärter aus der Partei geben.

Künast gilt seit dem gescheiterten Versuch im vergangenen Jahr, Regierende Bürgermeisterin von Berlin zu werden, als geschwächt. Özdemir hatte mit seiner Ankündigung, er wolle erneut Parteichef werden sowie in den Bundestag einziehen, Spekulationen über einen Verzicht auf die Spitzenkandidatur genährt. Doch an der Basis sollen alle vier Rückhalt genießen, heißt es von führenden Funktionären.

Künast habe in der Runde zunächst für die ursprünglich auch von Roth favorisierte Lösung geworben, als Spitzenquartett anzutreten, hieß es. Doch dem steht das Szenario entgegen, dass die Grünen ohne personelle Zuspitzung nicht ausreichend wahrgenommen werden könnten - zumal ihr Höhenflug bei den Umfragen Monate zurückliegt.

Roth war mit dem Vorschlag einer Urwahl am Frauentag vorgeprescht, nachdem es vermehrt Stimmen in der Partei für Trittin als alleinigen Spitzenkandidaten gegeben hatte. Eine einzelne Männerspitze wollte Roth nicht hinnehmen. Diese gab es bei den Grünen bisher nur bei Joschka Fischer.

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

18.03.2012, 17:52 Uhr

Kanzler-Kandidat?
Sind die Grünen jetzt völlig ausgeflippt?
Glabuen die allen Ernstes, sie stellen den Kanzler?

Account gelöscht!

18.03.2012, 18:10 Uhr

Warum nicht, werter Margritt1788?

Trittin wäre doch ein klasse Kanzler.

Besser als Gabriel oder Merkel auf jeden Fall.

freak1982

18.03.2012, 19:55 Uhr

Stimme Hardy zu warum nicht. Immerhin konzentriert Trittin sich auf Politik und keine Aufsichtsratsmandate wie so macher CDUler oder FDPler.

Ich würd ihn wählen.

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