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19.09.2014

18:52 Uhr

Abstimmung über JU-Vorsitz

„Bäm-Benedict“ und der Unbekannte

VonAnja Stehle

Die Junge Union braucht einen neuen Chef, denn die Ära Philipp Mißfelder geht nach zwölf Jahren zu Ende. Zum ersten Mal seit 40 Jahren kämpfen zwei Kandidaten um den Job. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein.

Paul Ziemiak und Benedict Pöttering wollen beide Chef der Jungen Union werden.

Paul Ziemiak und Benedict Pöttering wollen beide Chef der Jungen Union werden.

DüsseldorfPhilipp Mißfelder an der Spitze der Jungen Union (JU) – das war lange so etwas wie eine Gesetzmäßigkeit. Zwölf Jahre lang war Mißfelder der unangefochtene Chef der CDU-Jugendorganisation – so lange wie noch kein JU-Vorsitzender vor ihm. Jetzt ist er mit seinen 35 Jahren zu alt für die Jungen. Ein neuer Mißfelder muss her.

In der Frage um die Nachfolge kommt es am Freitagabend auf dem Deutschlandtag der JU im bayerischen Inzell zum Showdown. Denn erstmals seit rund 40 Jahren wird der Vorsitz in einer Kampfabstimmung unter zwei Kandidaten entschieden: Der JU-Vize Benedict Pöttering tritt gegen den Landesvorsitzenden der Jungen Union in Nordrhein-Westfalen, Paul Ziemiak, an.

Inhaltlich unterscheiden sich die beiden kaum. Ihre politische Ausrichtung ist konservativer als es derzeit die CDU-Linie unter Bundeskanzlerin Angela Merkel ist. Beide kritisieren die Rente mit 63 und wollen mehr Generationengerechtigkeit. Auch warnen beide Kandidaten die Union davor, die AfD zu ignorieren. Ziemiak wirbt für eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD. „Wir müssen klar machen, dass die AfD-Politiker Schaumschläger sind, die Themen ansprechen, aber keine Lösungen aufzeigen. Ignorieren halte ich für absolut falsch“, sagte er der Deutschen Presse Agentur (dpa). Pöttering ist ebenfalls gegen bloßes Ignorieren. „Auch für die CDU gilt das Wort von Franz-Josef Strauß für die CSU, dass es rechts von uns keine demokratisch legitimierte Partei geben darf“, sagte er.

So wird die Abstimmung weniger zu einem Votum über Inhalte als zu einer Entscheidung über den künftigen Führungsstil in der JU. Pöttering gilt als der Laute. Einer, der Kanzlerin Merkel gerne öffentlich auf Parteitagen kritisiert. „Bäm-Benedict“ nennen ihn manche wegen seines angriffslustigen Wesens. Gerne twittert er Sätze wie „Kritik an der CDU muss möglich sein – nur Ja-sagen ist schädlich.“ Er liebt die offensive Selbstvermarktung und die Präsenz in den Medien.

Kommentare (1)

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Herr C. Falk

19.09.2014, 19:19 Uhr

Der Jungspunt sagt, es darf rechts neben der Union keine demokratisch legitimierte Partei geben..... Was tun wenn es sie trotzdem gibt?

Aber man kann ihn beruhigen, die AfD steht nicht "rechts" neben der CDU, sondern sie ist eine Partei, die das veraltete Rechts-Links-Schema hinter sich gelassen hat und eine Partei neuen Stils ist, eine Partei die pragmatisch mit "gesundem Menschenverstand" danach sterbt eine neue Volkspartei zu werden nicht "rechts" von der CDU/CSU sondern darüber.... lol

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