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24.11.2011

22:24 Uhr

Abstimmung über S21

Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen

VonMartin-W. Buchenau, Daniel Delhaes

Am Sonntag stimmen die Bürger Baden-Württembergs über Stuttgart 21 ab. Egal wie der Entscheid ausfallen wird - eine Erkenntnis wird sein, ob bei Großprojekten in Zukunft überhaupt noch Investitionssicherheit besteht.

Stuttgart 21: Kurz vor der Abstimmung am Sonntag tobt noch einmal die Meinungsschlacht. AFP

Stuttgart 21: Kurz vor der Abstimmung am Sonntag tobt noch einmal die Meinungsschlacht.

Stuttgart/BerlinKurz vor der Volksabstimmung in Baden-Württemberg trommelt die Deutsche Bahn AG noch einmal kräftig für das umstrittene Bahnhofsprojekt Stuttgart 21. Am Mittwoch Früh lud Bahn-Chef Rüdiger Grube in den 21. Stock der Zentrale am Berliner Potsdamer Platz, um noch einmal Klarheit über die Konsequenzen zu schaffen, sollte Baden-Württemberg aus der Finanzierung des auf 4,5 Milliarden Euro veranschlagten Bahnhofs samt Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Ulm aussteigen. „Die Diskussion schädigt den Investitionsstandort Deutschland“, sagte Grube.

Ganz abgesehen von den Folgen für das Bundesland: „Der Schadensersatz wird sich auf mehr als die von uns veranschlagten 1,5 Milliarden Euro belaufen“, stellte Grube klar. Denn nicht nur die Bahn, auch die Stadt, der Flughafen und auch der Bund würden Geld verlangen.

Kurz vor der Abstimmung am Sonntag tobt noch einmal die Meinungsschlacht. Die Bahn wittert Verschwörungstheorien bei den Gegnern. Diese reden weiter von manipulierten Zahlen und Berechnungen. Die Grünen und andere Projektgegner werfen der Bahn vor, dass die veranschlagten Kosten von 4,5 Milliarden Euro am Ende nicht reichen und die tatsächlichen Kosten bei sechs Milliarden Euro liegen würden.

Eine Gruppe von Ingenieuren, die sich gegen den Tiefbaubahnhof aussprechen, präsentierte diese Woche neue Berechnungen, nach denen der alte Bahnhof auf seinen 17 Gleisen 50 und mit neuer Signaltechnik sogar bis zu 56 Züge in der Spitzenzeit zwischen sieben und acht Uhr aufnehmen könne, der neue Tiefbahnhof mit seinen acht Gleisen aber nur auf 49 Züge käme. „Ein großer Knotenbahnhof wie Stuttgart braucht Gleise, Gleise und nochmals Gleise“, fühlt sich der ehemalige Stuttgarter Bahnhofschef Egon Hopfenzitz bestätigt.

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

24.11.2011, 22:46 Uhr

Stichwort Investitionssicherheit für Großprojekte

Die ganze Finanzierung von S21 ist verfassungswiedrig (laut Gutachtern des Bundesverfassungsgerichtes). Das Problem: Das Land BW kann sich nicht selbst verklagen. Nur die Bahn (als Auftragnehmer) könnte dies.

http://www.sueddeutsche.de/politik/verfassungsrechtler-meyer-finanzierungsvertraege-zu-stuttgart-sind-unwirksam-1.1130053

Wieviel Investionssicherheit ist das: 4,5 Millarden am Grundgesetz vorbei beschlossen.

h.morun

24.11.2011, 22:51 Uhr

Die BürgerInnen entscheiden über etwas viel wichtigeres als einen Bahnhof. Sie entscheiden darüber, ob sie weiterhin von einer kleinen Mafiartigen Seilschft aus Politikern und Vorständen betrogen und belogen werden wollen. Letzlich zeigen die Bürger bei der Abstimmung- dass die finanzierer aller Vetterlesgeschäfte die BürgerInnen sind. Die einfach die Nase voll haben von Lug und Betrug.

DE_DEM

25.11.2011, 00:00 Uhr

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Hier läuft ein Film ab den die Bürger von DE nicht mehr
sehen wollen .

Das Megaproblem "Euro " ist wohl drittrangig bei den BW .

Lebt BW noch auf der Erde oder sind sie schon in einer
anderen Welt .

Kein Protest gegen den Eurowahnsinn !

Man kann es einfach nicht glauben .

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