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24.12.2013

09:01 Uhr

Änderung des Strafrechts

NRW-Justizminister fordert Cybermobbing-Paragrafen

Was im Internet passiert, ist nicht nur virtuell, sondern - zum Beispiel für Opfer von Mobbing - sehr real. Das müsse für das Strafrecht Konsequenzen haben, sagt NRW-Justizminister Thomas Kutschaty.

Gerade soziale Netzwerke werden oft für Cybermobbing missbraucht. dpa

Gerade soziale Netzwerke werden oft für Cybermobbing missbraucht.

DüsseldorfNordrhein-Westfalens Justizminister Thomas Kutschaty fordert einen Cybermobbing-Paragrafen im deutschen Strafrecht, um Opfern schneller helfen zu können. Die Internetkriminalität wachse rasant und die Gesetze müssten angepasst werden, sagte der SPD-Politiker der Nachrichtenagentur dpa in Düsseldorf. Am dringendsten sei der Handlungsbedarf, um Jugendliche vor den Auswüchsen der sozialen Netzwerke zu schützen.

„Jeden Tag werden Menschen Opfer von Beleidigungen, Diffamierungen und Bloßstellungen“, sagte Kutschaty. „Der seelische Schaden dieser Taten ist immens. Gerade junge Menschen können mit den Schmerzen oft nicht umgehen.“ Ein eigener Straftatbestand für Cybermobbing sei nötig, damit Opfer die Straftat schneller anzeigen könnten.

In den vergangenen Jahren ist verstärkt über Schüler berichtet worden, die mit anzüglichen Bildern in den Sozialen Netzwerken erpresst, mit Beleidigungen gemobbt oder andauernd verhöhnt wurden. Experten stufen Cybermobbing als eines der größten Risiken für Jugendliche in der heutigen Internetwelt ein.

So unterschiedlich reagieren wir auf Stress

Gene

Stressforscher schätzen, dass Stressanfälligkeit zu 30 Prozent genetisch bedingt ist.

(Quelle: Lothar Seiwert, Zeit ist Leben, Leben ist Zeit)

Mutter

Frauen, die während der Schwangerschaft hohe Cortisolwerte aufweisen, bekommen stressanfälligere Babys.

Kindliche Erfahrungen

Traumatische Erlebnisse in den ersten sieben Lebensjahren, der Zeit der Entwicklung der Identität, können lebenslänglich stressanfälliger machen.

Persönlichkeit

Erfolgsorientierte, ehrgeizige, sehr engagierte, ungeduldige und unruhige Menschen sind besonders stressanfällig.

Charakter

Feindseligkeit, Zynismus, Wut, Reizbarkeit und Misstrauen erhöhen das Infarktrisiko um 250 Prozent. Humor hingegen zieht dem Stress den Stachel. Eine Studie an 300 Harvard-Absolventen zeigte: Menschen mit ausgeprägtem Sinn für Humor bewältigen Stress besser.

Selbstbestimmung

Der wichtigste Faktor, der über Stressanfälligkeit bestimmt, ist die Kontrolle über das eigene Tun. Je mehr man den Entscheidungen anderer ausgeliefert ist, desto höher das Infarktrisiko.

Wertschätzung

Wer für seine Arbeit Anerkennung in Form von Lob oder einem angemessenen Gehalt bekommt, verfügt über eine bessere Stressresistenz.

Status

Wer eine gute Stellung in der Gesellschaft hat, verfügt auch über einen Panzer gegen Stress. Das ist auch bei Pavianen zu beobachten: Gerät das Leittier durch einen Konkurrenten in eine Stresssituation, schnellt der Cortisolspiegel hoch, normalisiert sich aber rasch wieder. Bei den Rangniedrigeren ist der Cortisolspiegel ständig erhöht.

Glaube

Einer der stärksten Stresskiller ist das Gebet. Studien belegen: Der Glaube an eine höhere Macht, die das Schicksal zum Guten wenden wird, beugt vielen Krankheiten vor.

Kutschaty forderte die neue Bundesregierung außerdem auf, ein internationales Abkommen gegen Internetkriminalität zu initiieren. Die im schwarz-roten Koalitionsvertrag vorgesehene Anpassung des Strafrechts an das Internetzeitalter reiche nicht aus, kritisierte er. Die Anonymität des Netzes erleichtere Straftaten. „Was im Netz geschieht, ist nicht nur virtuell. Es ist für die Opfer ganz real“, unterstrich der Minister. „Wir dürfen an den deutschen Grenzen nicht halt machen.“ Ein Abkommen sei nötig, um Täter auch im Ausland aufspüren zu können. „Hier ist bislang zu wenig geschehen.“

Von

dpa

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