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20.05.2011

17:03 Uhr

Ärmelkanal-Tunnel

Ramsauer macht sich für Siemens stark

Siemens muss weiter um den Auftrag über den Bau von zehn Ärmelkanal-Zügen bangen. Nach dem Vorstoß des bisherigen Eurostar-Lieferanten Alstom hat sich nun auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer zu Wort gemeldet.

Stin des Anstoßes: Der neue Eurostar-Hochgeschwindigkeitszug der Firma Siemens. Quelle: dapd

Stin des Anstoßes: Der neue Eurostar-Hochgeschwindigkeitszug der Firma Siemens.

BerlinBundesverkehrsminister Peter Ramsauer schaltet sich in den Streit über die Zulassung von Siemens-Zügen für die Fahrt durch den Ärmelkanal-Tunnel ein. Die Sicherheitsbestimmungen für die unterirdische Strecke müssten überarbeitet werden, da sie nicht mehr Stand der Technik seien, forderte sein Sprecher am Freitag in Berlin. Der Tunnelbetreiber Eurostar müsse nicht nur Zügen mit Motoren an beiden Enden die Durchfahrt erlauben, sondern auch solchen mit mehreren Motoren unter den Waggons. Der Sprecher signalisierte, dass die Verkehrsminister der Europäischen Union kommende Woche auf ihrer Konferenz über das Thema sprechen.

Ausgelöst wurde der Streit vergangenen Oktober durch die Vergabe des Prestigeauftrags über zehn Hochgeschwindigkeitszüge im Volumen von 600 Millionen Euro an Siemens. Der traditionelle Eurostar-Lieferant Alstom und die französische Regierung gehen aber dagegen vor und werfen Siemens Sicherheitsmängel vor. Siemens wollte sich am Freitag zu dem Streit nicht äußern.

Ramsauers Sprecher bestätigte die Existenz eines Schreibens aus dem Ministerium in der Sache. Der „Financial Times Deutschland“ zufolge heißt es in dem Dokument, ändere die französische Regierung die Blockade der Siemens-Züge nicht, müsse der Vertrag mit dem Tunnelbetreiber Eurostar „nachverhandelt werden, im schlimmsten Fall ist Rücktritt möglich“. Weiter heiße es: „Frankreich versucht, auf allen Ebenen in fragwürdiger Weise die Auftragsvergabe an Siemens aus rein protektionistischen Gründen zu torpedieren.“ Der Sprecher nannte keine Details, verwies aber generell darauf, dass sich Deutschland für einen offenen Wettbewerb einsetze.

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