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03.08.2011

12:21 Uhr

Ärztehonorare

Bahr will Ärzte mit mehr Geld aufs Land locken

Mit höheren Honoraren sollen in Zukunft Ärzte in die ländlichen Regionen Deutschlands gelockt werden. Und auch für den medizinischen Nachwuchs will die Bundesregierung mit dem Gesetzesentwurf sorgen.

Auf dem Land wird der Ärztemangel immer größer. Quelle: dpa

Auf dem Land wird der Ärztemangel immer größer.

BerlinDas Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf zur Behebung des Landarztmangels gebilligt. Damit will Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) Ärzte künftig vor allem mit höheren Honoraren in dünn besiedelte Regionen locken. Vor allem dort finden viele Hausärzte, die altersbedingt aufhören, keine Nachfolger. Landärzte mit vielen Patienten sollen künftig keine finanziellen Nachteile mehr hinnehmen müssen. Bislang werden die Honorare von Medizinern gekappt, wenn sie sehr viele Leistungen bei den Kassen abrechnen.

Ferner strebt die Bundesregierung an, mit befristeten Zuschüssen an die Länder die Zahl der Medizin-Studienplätze zu erhöhen. Experten schätzen, dass in den nächsten Jahrzehnten bundesweit bis zu 20.000 Ärzte fehlen werden. Um die Versorgungsqualität zu verbessern, will Bahr zudem die Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Behandlung durchlässiger machen. Geplant ist, dass Ärzte von Reha- und Pflegeeinrichtungen in unterversorgten Gebieten Patienten auch von außerhalb behandeln können. Gemeinden soll Arztpraxen in Eigenregie betreiben können, bei Bedarf sind auch „rollende Arztpraxen“ vorgesehen.

Bahr will den Gesetzentwurf im Anschluss an die Kabinettssitzung in einer Pressekonferenz erläutern. Nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sind derzeit bundesweit 550 zur Patientenversorgung unbedingt notwendige Arztpraxen nicht besetzt. Die Lücke dürfte sich aber vergrößern.

Kommentare (9)

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03.08.2011, 12:27 Uhr

Wieder ein weiterer Schritt Klientelpolitik der Partei der Besserverdienenden. Für die Patienten wäre ein Absenken der Honorare in den Ballungszentren und ein entsprechendes Anheben der Honorare im ländlichen Raum dienlicher gewesen.

Mit 22% Lohnkuerzung in 10 Jahren für die Leistungstraeger in den unteren Einkommensgruppen haben den Gelebn doch auch kein Problem!

Werner

03.08.2011, 12:32 Uhr

Völliger Unsinn. Die Arztpraxen sind voll, auch oder erst recht in den Städten, haben Sie das noch nicht mitbekommen? Die Ärzte arbeiten da wie am Fließband im Minutentakt. Wenn Sie die Stadtärzte alle aufs Land verjagen, wer soll dann die Städte versorgen? Sollen die Städter alle zum Landarzt gehen, oder was? Und nur zur Information: In vielen Bundesländern sind die Honorare trotz steigender Patientenzahlen (wir werden älter!) gesunken. Also erst informieren, dann schreiben.

XYU

03.08.2011, 13:09 Uhr

Wenn ich hier in Berlin einen Termin beim Facharzt brauche, warte ich mehrere Wochen. Als "überversorgt" würde ich die Stadt nicht bezeichnen. Wir brauchen eher noch mehr Ärzte hier.

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