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08.12.2015

06:08 Uhr

AfD-Abspaltung Alfa

Bernd Luckes „Totgeburt“

VonDietmar Neuerer

Der frühere AfD-Chef Bernd Lucke versucht in der politischen Landschaft wieder Fuß zu fassen. Doch das Wählerinteresse an seiner neuen Partei Alfa ist denkbar gering. Forsa-Chef Güllner spricht schon von einer Totgeburt.

„Diese Partei können sie abhaken“, meint Forsa zur AfD-Abspaltung Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa), deren Vorsitzender Bernd Lucke ist. dpa

Alfa-Chef Bernd Lucke.

„Diese Partei können sie abhaken“, meint Forsa zur AfD-Abspaltung Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa), deren Vorsitzender Bernd Lucke ist.

BerlinLange Zeit wollte er nicht wahrhaben, dass in der von ihm mitgegründeten Alternative für Deutschland (AfD) vor allem der rechte Rand wächst. Die Quittung kam dann im Juli beim Parteitag in Essen. Bernd Lucke wurde ausgebuht und als Parteichef abgewählt. Hilflos musste er mitansehen, wie seine Rivalin Frauke Petry an ihm vorbeizog. Doch der Volkswirtschaftsprofessor gab nicht auf.

Gemeinsam mit Hans-Olaf Henkel und einigen anderen Mitstreitern aus dem wirtschaftsliberalen Flügel der AfD gründete er die Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa). Doch obwohl der Aufbau der Parteistruktur zügig voranschreitet, spielt Alfa im politischen Diskurs bislang keine wahrnehmbare Rolle.

„Wenn wir die Leute fragen, welche anderen Parteien als die etablierten für sie bei einer Wahl infrage kämen, dann nennen uns maximal drei von 1.000 Befragten die Lucke-Partei“, sagte der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, dem Handelsblatt. „Diese Partei können sie abhaken. Alfa war von Beginn an eine Totgeburt.“

AfD-Spitzenleute sehen das nicht anders. Nur selten nehmen sie überhaupt Stellung zur Lucke-Partei. Eigentlich wollen sie dem Wirtschaftsprofessor keine Beachtung mehr schenken, lautet parteiintern die Devise. Und wenn sich doch jemand äußert, dann kühl und trocken. So konstatierte schon vor einigen Monaten der stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Alexander Gauland, Alfa sei „nicht lebensfähig“. Und AfD-Chefin Petry stellte klar: „Wir sind das Original, sie sind die Kopie.“

Dass aller Neuanfang schwer ist, räumt die Generalsekretärin von Alfa, Ulrike Trebesius, ein. „Unsere Partei gibt es seit vier Monaten.  Dass wir da in Umfragen nicht gleich mit einem eigenen Balken gezeigt werden, war uns von Anfang an klar“, sagte die Europaabgeordnete dem Handelsblatt. Chancen für Alfa sieht sie vor allem darin, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) aktuell dazu beitrage, dass sich ihre Partei zersplitte. „Eine solche CDU wird sie hinterlassen, wenn sie mal nicht mehr Kanzlerin sein wird. Darin sehe ich langfristig ein sehr großes Potential für uns“, sagte Trebesius.

Kommentare (21)

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Herr Jürgen Dannenberg

08.12.2015, 09:14 Uhr

Kommt bitte zurück, ihr werdet gebraucht, und nicht nur weil die Alt Parteien der AfD sehr undemokratisch an´s Bein piseln wollen.
Nebenbei. Die Sache mit Goldverkauf. da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
Das Gesetz bezieht sich eindeutig zu Lasten der AfD, und der Ausschaltung eines politischen Gegners mittels der Gesetzgebung.

Frau Rosita Wagner

08.12.2015, 09:33 Uhr

Ulrike Trebesius, ist als Generalsekretärin der Allianz für Fortschritt und Aufbruch (ALFA) eine ALFA-Frau und keine AfD-Frau, wie Sie fälschlicherweise im zweiten Teil Ihres Berichtes behaupten.

Herr Henry Wuttke

08.12.2015, 09:53 Uhr

„Bernd Luckes „Totgeburt“, ein Abschied in Raten.

Die Allianz für Fortschritt und Aufbruch (Alfa) bekommt keine Unterstützung aus der besorgten Bevölkerung. Die Alfa ist eine „Wirtschaftspartei“, nichts anderes. Diese Partei kann der einfache Wähler nicht folgen. Bernd Lucke, Hans-Olaf Henkel und Co. werden mit ihrer neuen Partei Alfa scheitern.

Viele Menschen denken national ohne kriminell zu sein. Die Nationalität ist Ausdruck von Werten und Mentalität, Kultur und Wirtschaft, Politik und Sicherheit, Arbeit und Wohlstand. Aus großer Sorge wollen viele Menschen keinen übertriebenen Multikulti. Deutschland fürchtet seine bewährten Grundwerte zu verlieren. Das zu verhindern, dafür setzen sich Pegida und die AfD ein.

Die Alfa hat nicht genügend Wähler und die AfD nicht genug Geld. Vielleicht gibt es ein Zeckbündnis. Mit der Alfa wird Bernd Lucke aus der polischen Bühne verschwinden.

Folgende Fragen sind zu beantworten:

Was macht Deutschland aus?
Was macht die islamische, arabische oder afrikanische Welt aus?
Können sehr unterschiedliche Kulturen friedlich miteinander verschmelzen?
Wer kann die Mentalitäten befrieden?
Ist eine Befriedung überhaupt möglich, siehe die unendlichen Kriege?
Oder sind diese Kriege das Ergebnis von zuviel Multikulti?

Diese und andere ungelösten Fragen treibt die Bevölkerung um. Zudem sehen viele Bürger die soziale Marktwirtschaft nicht nur in Deutschland gefährdet.

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