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09.07.2015

14:35 Uhr

AfD-Austrittserklärung von Bernd Lucke

„Bitte verzeihen Sie mir!“

VonKathrin Witsch

Nach seiner Niederlage gegen Frauke Petry auf dem Parteitag hatte es sich abgezeichnet: Bernd Lucke verlässt die Alternative für Deutschland. Das Warum hat er heute begründet – mit deutlichen Worten.

Distanzierung von Ausländerfeindlichkeit

„Ich habe zu spät erkannt, dass wir zur Wut- und Protestpartei wurden“

Distanzierung von Ausländerfeindlichkeit: „Ich habe zu spät erkannt, dass wir zur Wut- und Protestpartei wurden“

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BerlinMit Bernd Lucke geht ein Gründer und das Gesicht der Alternative für Deutschland. Am Mittwochabend verkündete er offiziell seinen Austritt aus der AfD, nach der klaren Wahlniederlage gegen Konkurrentin Frauke Petry beim Bundesparteitag am vergangenen Wochenende.

In der AfD sehe er keine Zukunft mehr, verkündete Lucke heute noch einmal in seiner Austrittserklärung. Am Freitag werde er die Partei gemeinsam mit anderen Mitgliedern des wirtschaftsliberalen Flügels verlassen. „Bitte verzeihen Sie mir!“ schreibt der ehemalige Parteichef an die verbliebenen Mitglieder gewandt.

„Ich habe sicherlich Fehler gemacht und zu den größten gehört zweifellos, dass ich zu spät erkannt habe, in welchem Umfang Mitglieder in die Partei drängten, die die AfD zu einer Protest- und Wutbürgerpartei umgestalten wollen.“ Auf dem Bundesparteitag in Essen sei ihm klar geworden, wie sehr diese Mitglieder inzwischen in der Überzahl seien, und „von den wichtigsten Verantwortungsträgern der Partei sogar noch aufgeputscht werden“.

Die AfD kämpft bereits seit ihrer Gründung im Jahr 2013 mit einer Unterwanderung aus dem rechten Lager. Bei einem Mitgliederparteitag in Essen am vergangenen Wochenende hatten sich die nationalkonservativen Kräfte der Partei durchgesetzt und Petry aus Sachsen als Parteichefin gewählt. Damit sei das Ringen um die Zukunft der Partei aussichtlos geworden. „Wir waren schon so weit gekommen! Jetzt aber ist die Partei unwiderbringlich in die falschen Hände gefallen.“

Seit Tagen mehren sich die Gerüchte um die mögliche Neugründung einer Partei. In seiner Abschiedserklärung macht Lucke jetzt Andeutungen, dass er durchaus nicht darüber nachdenkt, sich aus dem politischen Tagesgeschäft zurückzuziehen. Er werde weiter für die Ziele und Werte der AfD eintreten. „Vielleicht wagen wir gemeinsam einen Neuanfang. Eine Wiederrichtung der AfD der Gründungszeit.“

Fakten zur Anti-Euro-Bewegung „Alternative für Deutschland“ (AfD)

Parteigründer

Zu den Gründern der Partei gehören neben dem Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke unter anderem der langjährige FAZ-Feuilletonist Konrad Adam und der ehemalige hessische Staatssekretär Alexander Gauland.

Nein zum Euro

Die AfD fordert die Auflösung des Euro-Währungsgebietes und die Wiedereinführung nationaler Währungen.

Bundestagswahl

Zur Bundestagswahl im September 2013 ist die neugegründete Partei erstmals angetreten. Bei der Europawahl im Mai 2014 erzielte sie sieben Prozent und zog mit sieben Abgeordneten ins EU-Parlament ein.

Sympathisanten

Diversen Umfrage zufolge können sich zwischen 20 und 30 Prozent der Deutschen vorstellen, eine euroskeptische Partei zu wählen.

Unterdessen gibt es in dem von Lucke und einigen Mitstreitern im Mai gegründeten Verein „Weckruf 2015“ ebenfalls viel Unterstützung für die Gründung einer neuen Partei. Von 2000 Teilnehmern einer Umfrage votierten 1500 nach Informationen von „Zeit Online“ dafür, aus der AfD auszutreten. Ihr ehemaliger Vorsitzender ist diesen Schritt schon gegangen und bis dahin verabschiedet er sich „in Trauer, Dankbarkeit und neuer Hoffnung“ von seinen ehemaligen Parteikollegen.

Kommentare (26)

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Walter Traustein

09.07.2015, 14:38 Uhr

+++ PETRY 2013 MIT BUNDESVERDIENSTMEDAILLE GEEHRT +++

"...Die damals 37-jährige Petry bekam von Bundespräsident Joachim Gauck die Bundesverdienstmedaille verliehen. Als Anerkennung für ihrer unternehmerischen Leistung.

"Ihren Berufsweg prägen ganz besondere Courage und Tatkraft im Bereich Forschung und Entwicklung. Die Chemikerin entwickelte einen neuartigen ökologischen Kunststoff, der aufgrund seiner außergewöhnlichen Zusammensetzung aus nachwachsenden Rohstoffen und Wasser besonders umweltfreundlich ist", hieß es in der Begründung des Bundespräsidenten.

Frauke Petry musste mit dem Unternehmen zwar ein Jahr später Insolvenz anmelden, der Betrieb wurde aber aufrecht erhalten und sie blieb Geschäftsführerin.

Allerdings steht seit Anfang 2013 ihre politische Karriere im Vordergrund. Seit der AfD-Gründung ist sie Sprecherin der Partei. ..."

SUPER.

https://mopo24.de/nachrichten/afd-chefin-petry-bekam-von-gauck-bundesverdienstmedaille-8542

Walter Traustein

09.07.2015, 14:38 Uhr

LESENSWERT !

"Nach dem Bundesparteitag, Frauke Petry: Kein Kurs­wechsel bei der AfD.

Frauke Petry betont, es gebe mit ihr als AfD-Vorsitzende KEINEN vielerorts kolportierten Kurswechsel nach »rechts«. Man stehe programmatisch immer noch zu den gleichen Inhalten wie 2013, nur daß es keine Zuschneidung auf eine Person mehr gebe und man wieder offener diskutiere. ..."

Die Presse in Deutschland spukt synchron "Gift und Galle" aus dem nichts. Vorher wurde Lucke als "Führer" verunglimpft - jetzt wird er als "Retter" überhöht. Die Presse in Deutschland ist "ferngesteuert und schizophren". Anders kann man sie nicht mehr bezeichnen. Tut mir Leid.

Frau Petry öffnet die AfD wieder für interne Demokratie und weg vom Personen-Kult. Das ist gut so.

http://www.freiewelt.net/nachricht/frauke-petry-kein-kursshywechsel-bei-der-afd-10062594/

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"Die AfD im Südwesten dagegen geht nach eigenen Angaben gestärkt aus den derzeitigen Turbulenzen hervor. „Die Streithähne treten gerade aus“, sagte Parteisprecherin Anastasia Koren. „Jetzt kann die AfD endlich wieder zusammenwachsen.“ ..."

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/petry-fordert-afd-mitglieder-zum-bleiben-auf-13691298.html

RICHTIG !

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SCHÄBIGE ERPESSUNG !!

"Erpressungen durch Lucke und Henkel gehen weiter - AfD-Mittelständler Opfer der Weckruf-Säuberungsaktionen

Mit Drohungen versucht Hans Olaf Henkel, AfD-Mitglieder zum Beitritt zu Bernd Luckes »Weckruf« zu bewegen. Doch der Angesprochene Müller will keinen »Loyalitäts-Blankoscheck« ausstellen. ..."

http://www.freiewelt.net/nachricht/afd-mittelstaendler-opfer-der-weckruf-saeuberungsaktionen-10062539/

Lucke will "verbrannte Erde" hinterlassen und das ist einfach nur "mies und schäbig".

Walter Traustein

09.07.2015, 14:43 Uhr

Ich denke Lucke gründet eine neue Führer-Partei als bekennender "Nicht-Teamplayer". Henkel und Trebesius folgen ihm blind.

Lucke-Partei rechts der AfD mit starkem "Personen-Kult" und "Götzen-Anbetern".

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Lucke hatte "aristokratische Führer-Ambitionen" - die Frau Trebesius wohl sympathischer waren als eine demokratische Partei.

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Im Interview mit FreieWelt.net schildert der Publizist Giselher Suhr (ex-ZDF-Journalist) seine Eindrücke vom Parteitag der AfD in Essen. Das »reinigende Gewitter« böte der Partei eine »riesen Chance.«

http://www.freiewelt.net/interview/afd-parteitag-mehr-drama-geht-nicht-10062639/

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