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30.08.2013

07:20 Uhr

AfD-Chef Bernd Lucke

„Es gibt ein Problem mit den Meinungsumfragen“

ExklusivDer Chef der AfD rechnet fest mit dem Einzug in den Bundestag. Meinungsforscher sehen das ganz anders. Doch Bernd Lucke wirft den Demoskopen vor, die Partei kleinzurechnen.

Bernd Lucke: „Die Forschungsinstitute nutzen den Spielraum der statistischen Analyse, um uns kleinzurechnen.“ dpa

Bernd Lucke: „Die Forschungsinstitute nutzen den Spielraum der statistischen Analyse, um uns kleinzurechnen.“

BerlinDer Chef der Anti-Euro-Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD), Bernd Lucke, wirft den Wahlforschungsinstituten vor, seine Partei zu absichtlich zu benachteiligen. „Es gibt ein Problem mit den Meinungsumfragen“, sagte Lucke im Interview mit dem Handelsblatt (Freitagausgabe). „Die Forschungsinstitute nutzen den Spielraum der statistischen Analyse, um uns kleinzurechnen“, kritisierte der AfD-Chef. „Sie wollen offenbar ihre Hauptauftraggeber, die etablierten Parteien, nicht verärgern.“ Er habe für seinen Vorwurf „eindeutige Hinweise von Mitarbeitern der Wahlforscher“, sagte Lucke. „In den Rohdaten von Allensbach und Forsa liegen wir deutlich über fünf Prozent.“

Während die AfD in den Umfragen bei zwei bis drei Prozent rangiert, rechnet Lucke mit einem sicheren Einzug in den Bundestag. Er habe „auf sieben Prozent getippt“, sagte der AfD-Chef. Kritik an dem Kurs seiner Partei, die für eine Auflösung der Euro-Zone eintritt, wies er zurück. „Wir sind eine demokratische Partei, die mit legitimen Positionen antritt, die keine andere Partei vertritt.“

Kürzlich wurde Lucke auf einer Wahlveranstaltung attackiert. Die Angriffe hätten nichts mit dem Parteiprogramm zu tun. „Die kommen daher, dass uns andere Parteien und die Medien ständig in die Nähe von Rechtsextremen rücken“, sagte Lucke. „Da ist eine Saat gesät worden, deren Früchte nun sichtbar werden.“

Lucke hält eine Rückkehr zur D-Mark ohne großen Schaden für die deutsche Wirtschaft für möglich. „Deutschland kann auch ohne den Euro wirtschaftlich erfolgreich sein“, sagte er. „Diese Positionen sind begründet und kein Populismus“, verteidigte sich der AfD-Chef. Die Risiken bei der Auflösung der Währungsunion wollte Lucke nicht beziffern. „Seriös kann man weder diese Kosten noch die Kosten eines Verbleibs im Euro beziffern“, sagte er.

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Kommentare (215)

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manthra

30.08.2013, 07:38 Uhr

ENDLICH spricht einmal ein "Funktionär" :-) aus, was immer nur die Foristen sagen. Natürlich leben Allensbach, GfK, Forsa von den Parteispenden!!! Genauso werden die veröffentlichten Meinungen manipuliert.

mmuell10

30.08.2013, 07:43 Uhr

Kann ich gut nachvollziehen. Viele Freunde und Bekannte sehen die AfD als eine Alternative bei dieser Wahl. Ich habe die AfD bereits per Briefwahl gewählt. Es ist von Vorteil, wenn Kompetenz in Eurofragen zumindest in der Opposition sitzt. Der BT braucht solch eine Stimme. Die AfD hat bereits jetzt ein Umdenken bei den Altparteien bewirkt (siehe Äusserrung Schäuble zu Griechenland).

KarlKreuz

30.08.2013, 07:44 Uhr

(...) wenn seine partei nach der wahl nur auf die 3% kommt, wird er wahrscheinlich auch sagen dass die wahlzettel falsch waren und deshalb die afd nicht gewonnen hat.

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