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22.05.2015

20:22 Uhr

AfD-Chef Bernd Lucke

„Ich bin eine Person des Pflichtgefühls“

Im Kampf gegen die rechtsnationalen Kräfte innerhalb der Partei, gibt sich AfD-Chef und -Gründer Bernd Lucke weiter standhaft. Für ihn wäre eine Ausrichtung der Partei auf „Themen wie Zuwanderung und Asyl“ ein Irrweg.

AfD-Chef und -Gründer Bernd Lucke, sieht im Kampf um die zukünftige Ausrichtung der Partei weiter eine Mehrheit hinter sich. dpa

Streit in der AfD

AfD-Chef und -Gründer Bernd Lucke, sieht im Kampf um die zukünftige Ausrichtung der Partei weiter eine Mehrheit hinter sich.

PotsdamDer Gründer der Alternative für Deutschland (AfD) will im Flügelstreit mit rechtsnationalen Kräften weiter für seine liberalkonservativen und euroskeptischen Positionen kämpfen. „Ich würde nicht in eine Partei eintreten, die sich vorrangig oder ausschließlich mit Themen wie Zuwanderung und Asyl und Islam und Migration befasst“, sagte Bernd Lucke am Freitagabend vor einem Gespräch mit der AfD-Fraktion im Potsdamer Landtag.

Lucke sieht auch weiterhin eine Mehrheit der Partei hinter sich. „Ich glaube ja, aber das wird der Parteitag im Juni unter Beweis stellen, sagte er.“ Die Co-Vorsitzende Frauke Petry hatte zuvor erklärt, sie wolle nicht mehr mit Lucke im Bundesvorstand zusammenarbeiten.

Wer hält bei der AfD die Fäden in der Hand?

Bernd Lucke

Parteigründer Bernd Lucke (52) ist der mächtigste Mann in der AfD. Mit der bisher eher basisdemokratischen Führungsstruktur tut sich das ehemalige CDU-Mitglied schwer. Gerne würde er deutschnationale Kräfte und Mitglieder, die radikale Systemkritik wollen, loswerden. Lucke ist gläubiger Christ. Mit der provinziellen Deutschtümelei einiger AfD-Mitglieder kann er nichts anfangen.

Frauke Petry

Frauke Petry (39) stand als Co-Vorsitzende im Bundesvorstand anfangs im Schatten von Lucke. Seitdem die AfD 2014 mit 9,7 Prozent in den sächsischen Landtag eingezogen ist, hat sie an Profil gewonnen. Petry ist Politikneuling. Sie setzt sich im Landtag und auch in der eigenen Partei für mehr Basisdemokratie ein. Die Chemikerin wird dem rechten Flügel zugeordnet. Im Vergleich zu den Forderungen anderer Vertreter dieses Flügels sind ihre Positionen aber eher moderat. Petry ist mit einem evangelischen Pfarrer verheiratet und hat vier Kinder.

Alexander Gauland

Alexander Gauland (74) gehört dem AfD-Bundesvorstand als Stellvertreter an. Sein Landesverband hatte im vergangenen Jahr mit 12,2 Prozent das bislang beste Landtagswahl-Ergebnis für die Partei eingefahren. Gauland ist ehemaliges CDU-Mitglied. Von 1987 bis 1991 leitete er die hessische Staatskanzlei. Gaulands Schwerpunkt ist die Asylthematik. Er will die AfD zu einer Partei machen, die sich vor allem den Sorgen der „kleinen Leute“ widmet.

Konrad Adam

Konrad Adam (73) ist ein konservativer Publizist. Er arbeitete unter anderem für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und die „Welt“. Lucke schätzt Adams rhetorische Fähigkeiten, reibt sich aber häufig an seinen Positionen, vor allem beim Thema Einwanderungspolitik. Adam gehört dem rechten Flügel an. Radikale Kräfte will er in er AfD nicht haben.

Björn Höcke

Björn Höcke (43) ist Wortführer einer Gruppe von rechten AfD-Mitgliedern, die sich eine Anti-Mainstream-Politik wünschen. Der Lehrer für Sport und Geschichte ist Vorsitzender der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag. Im März veröffentlichte er die „Erfurter Resolution“. Darin heißt es, viele Mitglieder wünschten sich die AfD als „Widerstandsbewegung gegen die weitere Aushöhlung der Souveränität und der Identität Deutschlands“. Nachdem Höcke vor einigen Tagen erklärt hatte, nicht alle NPD-Mitglieder seien extremistisch, forderte ihn Lucke zum Austritt aus der AfD auf.

Anlass dafür war die Gründung des Vereins „Weckruf 2015“ durch Lucke, der gegen den rechtsnationalen Flügel der Partei um Petry und Brandenburgs Landeschef Alexander Gauland gerichtet ist. Lucke betonte erneut, dass er wie Petry auf dem Parteitag am 13. Juni in Kassel zur Wahl des Bundesvorsitzenden antreten wird. „Ich bin eine Person des Pflichtgefühls“, sagte er.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Herr Jens Großer

22.05.2015, 20:48 Uhr

Warum sollte ich in eine weitere wirtschaftsfreundliche Partei eintreten, Herr Lucke? Warum? Es gibt doch bereits mehr als genug davon und die FDP ist anscheinend auch wieder im Kommen.

Ich bin mir sicher das langfristig eher der "Petry-Weg" erfolgreich sein wird. warum? Weil sie die Lücke füllen kann, die es in der Parteienlandschaft gibt!

Herr Helmut Paulsen

22.05.2015, 20:58 Uhr

Ich kann die Gefühle von Frau Petry und Herrn Gauland verstehen, die "mehr" wollen als ein in der EU aufgelöstes identitätsloses Deutschland. Wir wollen endlich wirklich souverän werden und auch von einer ewigen Schuld befreit. Auch endlich in echter Freundschaft zu Russland sein als Gegenpart zu Amerika. Aber das wird nicht erlaubt von der Politik. Darum sollte "die Mauer" auch weg damals 1989. Davon träumten wir in der DDR damals.

Die Abgrenzung nach "wirklich rechts-aussen" ist immer mühsam. Bewusst werden wir von der Presse immer wieder damit in Verbindung gebracht "um uns weiter nach links zu drängen" und uns legale Politik-Felder und Themen wegzunehmen. Aber das erwarten die Bürger. Das hinterlassene Vacuum der CDU muss wieder gefüllt werden mit Partei-Landschaft - bei Abgrenzung nach ganz rechts zu Ausländer-Feindlichkeit und deutschem Egoismus natürlich ! Aber was Herrn Lucke vorschwebt ist etwas zu wenig an Substanz - was uns von FDP und CDU unterscheidet. Die AfD muss ihren Erkennungs-Wert bei den Bürgern erhalten und etwas steigern und darf nicht nur EU-Politik aus der Fraktion zusammen mit David Cameron machen, wo unsere 7 EU-Abgeordneten vertreten sind. Regional und vor-Ort sind auch wichtig !

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Schuld-Kult-Reflexe und Angst vor der Nazi-Keule haben die Leute in der DDR nie gehabt. Darum reagieren wir dagegen auch immun und haben einen gesunden Nationalstolz den wir ausleben wollen. So wie Franzosen und Holländer z.B. auch. Das zieht nur bei den West-Deutschen, die in Schuld und Unterwürfigkeit zu Amerika erzogen wurden.

Als DDR-Bürger wussten wir, dass wir eingesperrt sind, in Mangelwirtschaft leben und von den Russen ausgeplündert und ferngesteuert wurden. Das haben wir ihnen aber nach der Wende "verziehen".

Jetzt wissen wir, dass wir nur frei sind als Land wenn wir zu Amerika den gleichen Abstand haben wie zu Russland. Nicht näher und nicht weiter.

Herr Helmut Paulsen

22.05.2015, 20:58 Uhr

Mit Hilfe der vermummten Links-Extremisten sollen die Bürger davon abgehalten werden auf die Strasse zu gehen in Deutschland. Der linke Schläger-Mobb soll Angst verbreiten und "die Macht auf der Strasse" für sich beanspruchen. In Hamburg und Berlin werden Polizisten mit Steinen und Flaschen beworfen und das alles in BILD als "Krawall mit Tradition" zynisch bagatellisiert.

Bürger mit Charisma setzen sich jetzt dagegen zur Wehr um unsere Freiheit und Bürgerrechte wieder zu erlangen - so wie 1989 beim Zusammenbruch der DDR schon mal geschehen. Frau Merkel ist eine Abgesandte zur "Verwaltung der Deutschen" im Auftrage internationaler Finanzkreise - denen sie ungeniert vollkommen ausgeliefert ist und hörig ist. Schlimm ist das

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