Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.04.2016

16:15 Uhr

AfD-Chefin lobt Trump

„Eine erfrischend andere Erscheinung“

Er stehe für „einen neuen Stil“ und komme gut an, lobt Frauke Petry. Die AfD-Chefin sieht Parallelen zwischen ihrer Partei und US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump. Seine Ideen will sie jedoch nicht bewerten.

Der Modeschöpfer Karl Lagerfeld hat für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ eine Karikatur gezeichnet. Diese zeigt Donald Trump, wie er AfD-Chefin Petry und seiner Ehefrau Melania gönnerhaft die Hände auf die Schultern legt. dpa

Lagerfeld-Zeichnung von Ehepaar Trump und Frauke Petry

Der Modeschöpfer Karl Lagerfeld hat für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ eine Karikatur gezeichnet. Diese zeigt Donald Trump, wie er AfD-Chefin Petry und seiner Ehefrau Melania gönnerhaft die Hände auf die Schultern legt.

BerlinDie AfD-Vorsitzende Frauke Petry sieht Parallelen zwischen dem US-Präsidentschaftsanwärter Donald Trump und ihrer eigenen Partei. Der US-Politiker sei eine „erfrischend andere Erscheinung“ und stehe – ebenso wie die AfD – für einen „neuen Stil“, sagte Petry am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Der Republikaner spreche zum Teil auch ähnliche Themen an wie die Alternative für Deutschland – vom Wohlstandsverlust der Mittelschicht bis hin zu Defiziten im Bildungsbereich. Dass er diese Probleme thematisiere, „dass kommt bei den Leuten an“. Ob Trump aber auch Lösungen präsentieren könne, „das kann ich nicht in allen Fällen einschätzen“, fügte sie hinzu.

Der Modeschöpfer Karl Lagerfeld hatte für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ diese Woche eine Karikatur gezeichnet, die Trump zeigt, wie er Petry und seiner Ehefrau Melania gönnerhaft seine Hände auf die Schultern legt. Lagerfeld lässt Trump sagen: „Mrs. Petry, sehen Sie sich mal meine schöne Frau an, dann verstehen Sie sofort, dass Sie mich als Frau überhaupt nicht interessieren. Politisch finde ich Ihre Ideen aber sehr gut...“ Der Designer sagt über den US-Politiker: „Auch in der Politik betrachtet er die Frauen, wie ein Pferdehändler Stuten anschaut.“ Zumindest Petry, die von Lagerfeld als kleine, schwarze Partei-Soldatin gezeichnete wurde, konnte über die Karikatur lachen.

Wird sich die AfD etablieren oder wieder verschwinden?

Träger

Das hängt vom Auftreten der AfD-Abgeordneten in den Landtagen, von der inhaltlichen und strategischen Ausrichtung der Partei sowie von der Bedeutung der Flüchtlingssituation als dem dominierenden Thema ab. Aber auch ohne Flüchtlingssituation würde die AfD wahrscheinlich nicht in der politischen Bedeutungslosigkeit verschwinden, sondern könnte ein Kernwählerpotenzial von mehr als fünf Prozent an sich binden und dann – allerdings in deutlich kleinerer Formation – in weitere Parlamente einziehen. Wenn aber die CSU bundesweit antreten würde, könnte es rechts der CDU eng werden; das könnte dann auch zulasten der AfD gehen. Und gelegentlich hat man den Eindruck, dass das Tischtuch von CDU und CSU große Risse hat, aber beide Seiten aus Gewohnheit oder Angst vor einer Zukunft alleine vor dem Gang zum Scheidungsanwalt zurückschrecken.

Poguntke

Die AfD wird nicht verschwinden, aber sie wird auch nicht so stark bleiben.

Auf Bundesebene wird sie sich vielleicht auf Dauer zwischen 5 und 10 Prozent einpendeln, auf Landesebene wird es regionale Unterschiede geben.  Es wird Regionen geben, in denen die AfD fast keine Rolle spielen wird, und Regionen – vor allem in Ostdeutschland –  bei denen sie als politische Kraft im Landtag sitzen wird.

Andererseits kann man aber auch sagen, dass bei neuen Parteien immer die Gefahr besteht, dass sie sich selbst zerlegen. Der wirtschaftsliberale Flügel der AfD hat sich ja bereits abgespalten.

 Es gibt vieles, was darauf hinweist, dass im nächsten Bundestag vermutlich sieben Parteien vertreten sein werden: CDU, CSU, SPD, Grüne, Linke, FDP und AfD.

Lewandowsky

Zurzeit ist die AfD noch stark abhängig von der Protestorientierung der Wähler sowie dem Thema "Flüchtlingskrise". Beruhigt sich die Lage, dann wird der AfD dieses Mobilisierungsthema abhanden kommen. Es wird für die Partei dann entscheidend sein, ob sie in der Lage ist, die Unzufriedenheit mit der Politik weiter zu bedienen und entsprechend zu mobilisieren. Die AfD hat ein großes Wählerpotenzial, ist aber aus meiner Sicht noch nicht in dem Sinne etabliert, als sie über eine ausreichende Zahl von Stammwählern verfügt.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×