Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.06.2015

12:52 Uhr

AfD-Co-Chefin Petry

Notfalls auch mit Lucke

Im Juli wählt die AfD eine neue Führungsspitze, der interne Streit ist damit wohl aber nicht beendet. AfD-Chef Bernd Lucke hat eine Kooperation mit Frauke Petry ausgeschlossen – sie erklärt sich nun notfalls dazu bereit.

AfD-Co-Vorsitzende Frauke Petry neben Bundesparteichef Bernd Lucke: Zur Not würde sie auch mit ihm weitermachen. dpa

Streit bei der Alternative für Deutschland

AfD-Co-Vorsitzende Frauke Petry neben Bundesparteichef Bernd Lucke: Zur Not würde sie auch mit ihm weitermachen.

BerlinDie Co-Vorsitzende der AfD, Frauke Petry, würde nach der anstehenden Wahl eines neuen Parteivorstandes notfalls auch wieder mit ihrem Rivalen Bernd Lucke zusammenarbeiten. „Selbstverständlich werde ich für meine Inhalte weiter kämpfen“, sagte Petry am Mittwoch in Berlin. Parteigründer Lucke bildet im Moment noch gemeinsam mit Petry und Konrad Adam das Führungstrio der Partei. Er hatte eine künftige Zusammenarbeit mit Petry ausgeschlossen.

Die Mitglieder der Alternative für Deutschland sollen die neue Führungsspitze auf einem Parteitag am 4. Juli in Essen wählen. Allerdings gibt es immer noch parteiinterne Diskussionen darüber, gemäß welcher Satzung diese Wahl ablaufen soll. Petry, die auch Fraktionsvorsitzende der AfD im sächsischen Landtag ist, will an diesem Donnerstag mit einer AfD-Delegation nach Athen reisen. Themen sind Asyl und die griechische Finanzkrise.

Wer hält bei der AfD die Fäden in der Hand?

Bernd Lucke

Parteigründer Bernd Lucke (52) ist der mächtigste Mann in der AfD. Mit der bisher eher basisdemokratischen Führungsstruktur tut sich das ehemalige CDU-Mitglied schwer. Gerne würde er deutschnationale Kräfte und Mitglieder, die radikale Systemkritik wollen, loswerden. Lucke ist gläubiger Christ. Mit der provinziellen Deutschtümelei einiger AfD-Mitglieder kann er nichts anfangen.

Frauke Petry

Frauke Petry (39) stand als Co-Vorsitzende im Bundesvorstand anfangs im Schatten von Lucke. Seitdem die AfD 2014 mit 9,7 Prozent in den sächsischen Landtag eingezogen ist, hat sie an Profil gewonnen. Petry ist Politikneuling. Sie setzt sich im Landtag und auch in der eigenen Partei für mehr Basisdemokratie ein. Die Chemikerin wird dem rechten Flügel zugeordnet. Im Vergleich zu den Forderungen anderer Vertreter dieses Flügels sind ihre Positionen aber eher moderat. Petry ist mit einem evangelischen Pfarrer verheiratet und hat vier Kinder.

Alexander Gauland

Alexander Gauland (74) gehört dem AfD-Bundesvorstand als Stellvertreter an. Sein Landesverband hatte im vergangenen Jahr mit 12,2 Prozent das bislang beste Landtagswahl-Ergebnis für die Partei eingefahren. Gauland ist ehemaliges CDU-Mitglied. Von 1987 bis 1991 leitete er die hessische Staatskanzlei. Gaulands Schwerpunkt ist die Asylthematik. Er will die AfD zu einer Partei machen, die sich vor allem den Sorgen der „kleinen Leute“ widmet.

Konrad Adam

Konrad Adam (73) ist ein konservativer Publizist. Er arbeitete unter anderem für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und die „Welt“. Lucke schätzt Adams rhetorische Fähigkeiten, reibt sich aber häufig an seinen Positionen, vor allem beim Thema Einwanderungspolitik. Adam gehört dem rechten Flügel an. Radikale Kräfte will er in er AfD nicht haben.

Björn Höcke

Björn Höcke (43) ist Wortführer einer Gruppe von rechten AfD-Mitgliedern, die sich eine Anti-Mainstream-Politik wünschen. Der Lehrer für Sport und Geschichte ist Vorsitzender der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag. Im März veröffentlichte er die „Erfurter Resolution“. Darin heißt es, viele Mitglieder wünschten sich die AfD als „Widerstandsbewegung gegen die weitere Aushöhlung der Souveränität und der Identität Deutschlands“. Nachdem Höcke vor einigen Tagen erklärt hatte, nicht alle NPD-Mitglieder seien extremistisch, forderte ihn Lucke zum Austritt aus der AfD auf.

Die AfD wirbt seit ihrer Gründung 2013 für einen Austritt Griechenlands aus der Währungsunion. Da sich aus dem AfD-Vorstand bisher vor allem der Volkswirt Lucke zu finanzpolitischen Fragen geäußert hat, wird die Reise von einigen Beobachtern als Versuch Petrys gewertet, auch auf diesem Gebiet Kompetenz zu demonstrieren.

Von

dpa

Kommentare (10)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Helmut Paulsen

24.06.2015, 13:34 Uhr

EU und Amerikaner = Die Guten, die Russen = Die Bösen. Glauben Sie das nicht !

BITTE HIER LESEN:

"... Arthur Ponsonby( * 16. Februar 1871; † 23. März 1946) war ein britischer Staatsbeamter, Politiker, Schriftsteller und Pazifist. 1928 schrieb er das Buch Falsehood in Wartime (Lügen in Kriegszeiten), in dem er die Methoden der Kriegspropaganda der Kriegsbeteiligten im 1. Weltkrieg beschrieb. In diesem Buch ist übrigens der bekannte (meist jedoch abgewandelte) Hinweis zu finden:

„When war is declared, truth is the first casualty.“ (Nach der Kriegserklärung ist die Wahrheit das erste Opfer.)

Anne Morelli, eine belgische Historikerin, nahm 2001 die Arbeit von Ponsonby als Anlass, die von ihm postulierten Methoden, weiter zu entwickeln und fasste sie zu den zehn Grundsätzen der Kriegspropaganda zusammen:

1. Wir wollen den Krieg nicht.
2. Das gegnerische Lager trägt die alleinige Verantwortung.
3. Der Führer des Gegners hat dämonische Züge („der Teufel vom Dienst“).
4. Wir kämpfen für eine gute Sache.
5. Der Gegner kämpft mit unerlaubten Waffen.
6. Der Gegner begeht mit Absicht Grausamkeiten, bei uns handelt es sich um Versehen.
7. Unsere Verluste sind gering, die des Gegners enorm.
8. angesehene Persönlichkeiten, Wissenschaftler, Künstler und Intellektuelle unterstützen unsere Sache.
9. Unsere Mission ist heilig.
10. Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, steht auf der Seite des Gegners (Verrat).

http://www.neopresse.com/politik/kommentar-die-zehn-grundsaetze-der-kriegspropaganda/

Herr Helmut Paulsen

24.06.2015, 13:35 Uhr

"Bernd Lucke weigert sich die jüngste Entscheidung des AfD-Schiedsgerichts zu akzeptieren. Behauptete er zuvor, der »Weckruf« sei ein Verein innerhalb der AfD, sagt er jetzt das Gegenteil. Mit Mut zur Wahrheit hat Lucke es offensichtlich nicht. ..."

http://www.freiewelt.net/nachricht/luckes-weckruf-distanziert-sich-von-afd-10062197/

+++ SCHLAPPE FÜR AfD-Spalter Bernd Lucke +++

SEHR GUT ! Lucke ist "US-gehirngewaschen" mit TTIP und Russland-Hass.

"AfD-Schiedsgericht verbietet Luckes "Weckruf 2015"

AfD-Chef Bernd Lucke muss eine schwere Schlappe einstecken: Das Bundesschiedsgericht der Partei verbot am Dienstag seinen Verein "Weckruf 2015".

http://www.augsburger-allgemeine.de/politik/AfD-Schiedsgericht-verbietet-Luckes-Weckruf-2015-id34512947.html

---

LESENSWERT !

"Man weiß mittlerweile nicht mehr, ob man über Angela Merkels Politik und die unverschämte Chuzpe dahinter noch lachen oder schon weinen soll. Wer auch immer einen Anschlag auf die Demokratie vorgehabt hat – in Angela Merkel hätte er die Idealbesetzung für die Rolle der »Abwicklerin« gefunden – eine eiskalte, machtbesessene, verräterische Psychopathin (mehr zum Thema Psychopathie hier). Ist Angela Merkel vielleicht sogar eine feindliche Agentin, die die Demokratie nach Kräften diskreditieren soll, damit danach ein anderes, wie auch immer geartetes System herrschen kann? Das ist tatsächlich nicht so weit hergeholt, wie es scheint, denn ihre Taten und das gesamte System »Merkel« sprechen dafür – ihre DDR-Vergangenheit sowieso. ..."

TRAURIG ABER WAHR !

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/falk-schmidli/die-tyrannei-des-merkel-clowns.html

Herr Helmut Paulsen

24.06.2015, 13:37 Uhr

Frau Petry ist breiter aufgestellt thematisch als Bernd Lucke. Sie kann integrieren und steht auch gleichzeitig zur Abgrenzung zur NPD. Sie ist die bessere Vorsitzende !

Mein Vertrauen in Bernd Lucke ist irreparabel zerstört mit seinem Verein der "Anständigen". Eine Frechheit !

Er gehört abgewählt als Parteivorsitzender der AfD. Eine "moderate" AfD nach seinem Sinne als weichgespülte Pseudo-CDU brauchen wir nicht. Soll er doch in die Merkel-CDU eintreten. Zu kritisieren hatte er sich ja sowieso nichts getraut.

Auch seine alleinigen "Anführer-Ambitionen" haben ihn disqualifiziert. Er selbst hatte sich ja als "Nicht-teamfähig" eingestuft beim Parteitag.

Die vertretbaren Positionen aus "rechts-konservativ" und "rechts-national" die den Deutschen wieder Sicherheit, eine Heimat, einen souveränen Staat, den lange überfälligen Friedensvertrag mit den Alliierten, Freundschaft zu Russland, Abstand zum Klammergriff der USA gegenüber Deutschland und Europa verschaffen (TTIP, Überwachung, Gelenkte System-Presse aus Übersee, Welt-Geld-Elite mit ihren "Foundations und Notenpresse") - sollten von der AfD vertreten werden. Nur nicht immer weiter nach links drängen lassen von den Blockparteien und Presse !! Wir wollen wieder freie souveräne Deutsche werden im selbstbestimmten Land. Ohne Lügen, Ausplünderung, Masseneinwanderung und Ausbeutung.

So Leid es mir tut - Herr Lucke muss weg. Punkt ! Da helfen jetzt seine Besänftigungen auch nicht mehr.

Die 7 EU-Abgeordneten der AfD haben offensichtlich eine US-Gehirnwäsche erhalten !?

"... Und überhaupt: Der »rechte Flügel« ist de facto eine Erfindung Bernd Luckes und seines Paladins Hans-Olaf Henkel. Mit dem Attribut »rechtspopulistisch« belegen sie die große Mehrheit der AfD-Mitglieder, die seiner Meinung nicht folgen.

Ich Lucke – Von der Arroganz zur Autokratie ..."

(...)
Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×