Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

10.07.2015

15:04 Uhr

AfD-Krise

Auf Schrumpfkurs

VonDonata Riedel

Nach dem Lucke-Abgang rechnet die neue AfD-Chefin Petry mit 20 Prozent Mitgliederschwund. Doch nicht alle Wirtschaftsliberalen kündigen der AfD die Freundschaft – auch ein prominenter Aufsichtsratschef will treu bleiben.

Die Alternative für Deutschland befindet sich seit ihrem Führungswechsel auf Schrumpfkurs. AFP

Die Alternative für Deutschland

Die Alternative für Deutschland befindet sich seit ihrem Führungswechsel auf Schrumpfkurs.

BerlinSeit Frauke Petry die AfD-Vorstandswahl gewann, hat die „Alternative für Deutschland“  knapp zehn Prozent ihrer 21.000 Mitglieder verloren. Das teilte Parteichefin Petry nach der ersten Sitzung des neuen Bundesvorstands in Berlin mit. „Wir haben von Anfang an damit gerechnet, dass wir 20 Prozent der Mitglieder verlieren könnten“, sagte sie. Trotzdem sei der Parteitag am vergangenen Wochenende in Essen „ein Befreiungsschlag“ gewesen.

Petry hatte in einer Kampfabstimmung die Wahl gegen Parteigründer Bernd Lucke mit 60 zu 38 Prozent der  Stimmen gewonnen. Lucke hatte am Dienstagabend angekündigt, die AfD am Freitag verlassen zu wollen. Nach seiner Wahlniederlage warf er Petry und ihren Unterstützern vor, die AfD in eine deutsche Front National verwandeln zu wollen. Seinen Austritt begründete er damit, dass er nicht als  „bürgerliches Aushängeschild“ für Ausländer- und Islamfeindschaft missbraucht werden wolle.

Fakten zur Anti-Euro-Bewegung „Alternative für Deutschland“ (AfD)

Parteigründer

Zu den Gründern der Partei gehören neben dem Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke unter anderem der langjährige FAZ-Feuilletonist Konrad Adam und der ehemalige hessische Staatssekretär Alexander Gauland.

Nein zum Euro

Die AfD fordert die Auflösung des Euro-Währungsgebietes und die Wiedereinführung nationaler Währungen.

Bundestagswahl

Zur Bundestagswahl im September 2013 ist die neugegründete Partei erstmals angetreten. Bei der Europawahl im Mai 2014 erzielte sie sieben Prozent und zog mit sieben Abgeordneten ins EU-Parlament ein.

Sympathisanten

Diversen Umfrage zufolge können sich zwischen 20 und 30 Prozent der Deutschen vorstellen, eine euroskeptische Partei zu wählen.

Der lang schwelende Streit zwischen dem wirtschaftsliberalen Flügel um Lucke und den Nationalkonservativen um Petry war eskaliert, nachdem Lucke im Mai den Verein „Weckruf 2015“ gegründet hatte, in dem sich AfD-Mitglieder und bereits ausgetretene AfDler zusammengefunden haben.

Die Satzung des Vereins mit 4000 Mitgliedern liest sich passagenweise wie die Gründungssatzung einer Partei. In einer Umfrage  nach dem Parteitag sprach sich eine große Mehrheit der Weckruf-Mitglieder für die Gründung einer neuen Partei aus; weitere Mitglieder sagten, sie wären bei einer Parteigründung dabei, wenn Lucke mitmachen würde. Lucke selbst ließ seine Entscheidung darüber bisher offen.

Kommentare (22)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Walter Traustein

10.07.2015, 15:20 Uhr

Hallo Frau Petry,

gut gemacht bisher. Auch ich bleibe Ihnen treu in der AfD.

Der nächste Parteitag wird wieder mit Delegierten besetzt, so dass es dann auch mehr Ruhe, Diskussion, weniger Zwischenrufe geben wird als beim letzten Mitgliederparteitag in Essen. Also beim nächsten Parteitag wird sich erweisen, dass die AfD genau die Mitte der Gesellschaft repräsentiert und alle Bürger vertritt.

Grüsse !

---

Thema AfD-Unterstützung

"Die Bundeskoordinatorin der „Christen in der AfD“, Anette Schultner (Hameln), sieht in der Wahl von Frauke Petry zur neuen AfD-Vorsitzenden keine inhaltliche Neuausrichtung der Partei. Mitbegründer Bernd Lucke habe selbst gesagt, dass er und Frau Petry eine ähnliche politische Ausrichtung hätten und außerdem sei der zweite Vorsitzende, Prof. Jörg Meuthen, „eher ein Liberaler“, sagte Schultner auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Sie fügte hinzu: „Ich unterstütze Frau Petry in ihrem Essener Aufruf, zu einer Einheit der Partei zurückzufinden, und halte es für wichtig, dass auch Liberale weiterhin ihre politische Heimat in der AfD finden. Es mag problematische Entwicklungen in Teilen der Partei geben, aber ich bin überzeugt, dass das neugewählte Führungsduo für das wichtige Kurshalten in der Partei steht.“

SUPER !

http://www.idea.de/politik/detail/christen-in-der-afd-wahl-von-petry-ist-keine-inhaltliche-neuausrichtung-91377.html

Account gelöscht!

10.07.2015, 15:27 Uhr

Alles wird davon abhängen, wie das Parteiprogramm der AfD aussehen wird.

Die Versuche der politischen Gegner und des Herr Prof. Lucke, bereits im Vorfeld der Programmentscheidungen die AfD in die Schmuddelecke zu stellen, sind schäbig und unangebracht. So fair, das Programm abzuwarten, sollten alle politischen Beobachter sein.

Wenn die Weckrufler wirklich eine eigene Partei gründen wollen, so kann ich mir nicht vorstellen, daß sie über den Status einer Splitterpartei hinauswachsen kann. Eine CDU/FDP 2.0 ohne Euro braucht niemand, eine Partei aus Leuten, die ihren eigenen Laden gegründet haben, weil sie im alten nicht den Karriereposten bekommen haben, den sie gewollt hatten, ebenfalls nicht.

Die Petry-AfD dagegen alle Chancen, sich bis zur Landtagswahl in BW neu aufzustellen und den Wählern ein überzeugendes Programm mit echten politischen Alternativen zum ökosozialistischen Einheitsbrei der Blockparteien anzubieten.

Walter Traustein

10.07.2015, 15:31 Uhr

+++ LUCKE, HENKEL, TREBESIUS etc GEBT EURE EU-MANDATE ZURÜCK AN DIE AfD !!!! +++

---

Lucke hatte "aristokratische Führer-Ambitionen" - die Frau Trebesius wohl sympathischer sind als eine demokratische Partei.

Ich denke er gründet eine neue Führer-Partei als bekennender "Nicht-Teamplayer". Henkel und Trebesius folgen ihm blind.

"Lucke-Partei" rechts der AfD mit starkem "Personen-Kult" und "Götzen-Anbetern" - biedert sich an CDU und FDP zum "Mitregieren" an und gutbezahlt als "kaufbare Lobbyisten". ;O)

---

Im Interview mit FreieWelt.net schildert der Publizist Giselher Suhr (ex-ZDF-Journalist) seine Eindrücke vom Parteitag der AfD in Essen. Das »reinigende Gewitter« böte der Partei eine »riesen Chance.«

http://www.freiewelt.net/interview/afd-parteitag-mehr-drama-geht-nicht-10062639/

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×