Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2014

15:28 Uhr

AfD-Landesparteitag

Warum die WirtschaftsWoche blieb

VonTim Rahmann
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Trotz Rauswurfs der Presse blieb die WirtschaftsWoche auf dem Landesparteitag der AfD in Hessen sitzen. Parteichef Bernd Lucke kritisiert den Autoren in einer internen Mail – zu Unrecht, wie der Kollege findet.

Mut zur Wahrheit hat er offenbar nicht: Bernd Lucke, Vorstandsmitglied der Partei Alternative für Deutschland, wollte beim Parteitag in Hessen Journalisten bei heiklen Besprechungen nicht dabei haben. dpa

Mut zur Wahrheit hat er offenbar nicht: Bernd Lucke, Vorstandsmitglied der Partei Alternative für Deutschland, wollte beim Parteitag in Hessen Journalisten bei heiklen Besprechungen nicht dabei haben.

Wer über die AfD schreibt, der muss mit zahlreichen Kommentaren rechnen. Das ist bei der WirtschaftsWoche nicht anders, als bei anderen großen Medien wie dem Handelsblatt, der Welt oder dem Focus. So war uns klar, dass die Berichterstattung über den Landesparteitag der AfD in Hessen kontrovers diskutiert wird – erst recht, weil wir als einziges Medium den Rauswurf der Journalisten am Nachmittag nicht Folge leisteten.

Neben Beleidigungen („feige Sau, „armseliges Würstchen“, „A….“), die indiskutabel sind und hier nicht weiter thematisiert werden sollen, gab es empörte Leser, die uns mehr oder weniger sachlich fragten, ob wir nicht aus Anstand den Saal hätten verlassen sollen. „Sie haben sich über den Wunsch der Parteitagsmehrheit hinweggesetzt und sich unter den Mitgliedern versteckt. Und brüsten sich jetzt noch mit Ihrem Verhalten. Welch' schlichtes Gemüt. Ich kann nur hoffen, dass Ihr Demokratieverständnis und Verhalten nicht in der Wiwo-Redaktion geteilt wird“, schrieb mir etwa Leser „Avanti Dilettanti“ per eMail. „Nur eine Frage? Finden Sie Ihr Verhalten nicht den Saal zu verlassen, fair?“, fragte Willi K.

Fakten zur Anti-Euro-Bewegung „Alternative für Deutschland“ (AfD)

Parteigründer

Zu den Gründern der Partei gehören neben dem Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke unter anderem der langjährige FAZ-Feuilletonist Konrad Adam und der ehemalige hessische Staatssekretär Alexander Gauland.

Nein zum Euro

Die AfD fordert die Auflösung des Euro-Währungsgebietes und die Wiedereinführung nationaler Währungen.

Bundestagswahl

Zur Bundestagswahl im September 2013 ist die neugegründete Partei erstmals angetreten. Bei der Europawahl im Mai 2014 erzielte sie sieben Prozent und zog mit sieben Abgeordneten ins EU-Parlament ein.

Sympathisanten

Diversen Umfrage zufolge können sich zwischen 20 und 30 Prozent der Deutschen vorstellen, eine euroskeptische Partei zu wählen.

Auch AfD-Bundessprecher Bernd Lucke argumentiert ähnlich. In einer internen Mail an die „lieben Mitglieder und Förderer der Alternative für Deutschland“, schreibt er: „Ein Journalist ist übrigens trotzdem im Saal geblieben und brüstet sich heute hier im Internet damit (Mail von Sonntagabend, Anm. der Red.) , dass er gegen ein elementares Gebot der Fairness verstoßen hat.“

Hier entsteht der Eindruck, wir hätten erst weit nach dem Parteitag über unsere Berichterstattung Zeugnis abgelegt. Das ist so nicht richtig. Wir haben nicht erst nach der Veranstaltung im Internet berichtet, sondern fortwährend, am Samstagnachmittag, per Twitter von der Aussprache berichtet. Selbst AfD-Twitteraccounts haben ihren Lesern empfohlen, uns zu folgen. Versteckt, haben wir uns keinesfalls.

Aber zurück zur Kernfrage: Sind wir wirklich einen Schritt zu weit gegangen? Hätten wir den Saal verlassen sollen? Waren wir unfair? Auch heute finden wir: nein.

Kommentare (22)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

14.01.2014, 15:52 Uhr

Ich freue mich jetzt schon auf die Kommentare...

Account gelöscht!

14.01.2014, 16:06 Uhr

Gähn...

DEMOKRAT

14.01.2014, 16:29 Uhr

Die Presse ist ein wichtiger Baustein unserer Demokratie. Wer liest, erfährt mehr über Personen und Hintergründe. Das ist Lucke offenbar unangenehm. Alles was nicht in Lucke´s Weltbild passt, wird zensiert oder weggemobbt. Er versucht, sich eine Partei zu basteln, die seinen Wertevorstellungen als Calvinist entspricht. Dazu gehören weder Lesben, Schwule oder Emigranten. Die Parteibasis darf nur abnicken; eine schöne Vorstellung von Demokratie.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×