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10.06.2015

19:47 Uhr

AfD

Petry will Lucke-Flügel austricksen

VonDonata Riedel

Neue Wendung im AfD-Streit: Co-Sprecherin Frauke Petry lädt zu einem kleinen Parteitag nach Kassel ein. Der Konvent soll auch darüber diskutieren, ob der für Anfang Juli geplante Mitgliederparteitag zu verhindern ist.

Frauke Petry ringt als Vertreterin des national-konservativen Flügels in der AfD um mehr Macht in der Partei. dpa

Frauke Petry

Frauke Petry ringt als Vertreterin des national-konservativen Flügels in der AfD um mehr Macht in der Partei.

Die AfD-Co-Sprecherin Frauke Petry hat gemeinsam mit den Landesvorständen in Niedersachsen, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Sachsen für das kommende Wochenende einen Parteikonvent nach Kassel einberufen.

Ein solcher „kleiner Parteitag“ mit 50 Delegierten, die nach einem auf der Mitgliederzahl basierenden Schlüssel von den Landesverbänden zu entsenden sind, ist nach der Bremer Satzung möglich, hieß es in Parteikreisen. Wie weiter zu hören ist, soll der Konvent darüber diskutieren, den für den 4. und 5. Juli geplanten Mitgliederparteitag zu verhindern oder zumindest Einfluss auf den Ablauf zu gewinnen.

Petry trat dem Eindruck entgegen und sagte: „Der Konvent berät den Bundesvorstand, außerdem müssen Fragen der Finanzverteilung für die anstehenden Wahlkämpfe besprochen werden. Weiterhin geht es darum, Rechtssicherheit für den hoffentlich schnell kommenden Bundesparteitag zu gewährleisten. Die Aufregung ist ganz unverständlich.“

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Der geplatzte AfD-Parteitag verschafft Bernd Lucke im parteiinternen Machtkampf eine Atempause. Doch selbst wenn er die Oberhand behält, ist seine Partei noch nicht gerettet. Daraus könnten andere Kapital schlagen.

Der nationalkonservative Flügel um Petry ist gegen einen Mitgliederparteitag, den kürzlich ihr Mit-Parteisprecher Bernd Lucke im Bundesvorstand durchgesetzt hatte: Lucke verspricht sich davon bessere Erfolgsaussichten in seinem Plan, den rechten Flügel an den Rand der AfD zu drängen. Damit erreichen die parteiinternen Querelen innerhalb der AfD einen neuen Höhepunkt.

Kommentare (10)

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Frau Angelika Meier

10.06.2015, 19:02 Uhr

Das finde ich eine gute Idee

www.ja-zur-alternative.de

Nein zum Weckruft. Bitte eintragen.

Herr Walter Helbig

10.06.2015, 19:03 Uhr

Mitgliederparteitage haben die höchste Legitimation in einer Partei. Jeder, der versucht diese höchste Instanz "auszutricksen" oder formulieren wir es diplomatischer "andere Wege zu gehen" wird nicht den Rückhalt der Mitglieder haben. Wer jetzt versucht den Mitgliederparteitag am 04.-05.07. zu bekämpfen oder mit fadenscheinigen juristischen Schritten auszubremsen verliert am Ende. Es ist wie beim Schach. Es gewinnt der, der immer einen Zug weiter denkt. Also bitte nicht den Zorn der Mitglieder auf sich ziehen, wir wollen einen neuen Vorstand wählen und dann nach vorne schauen.

Herr Ingo Meyer

10.06.2015, 19:41 Uhr

Die Parole der AfD hieß von Beginn an: Mut zur Wahrheit. So eine Parole erlaubt keine Tricksereien. Ein Mitgliederparteitag, zu dem alle Mitglieder und nicht nur die durch "Schwarmverabredungen" gekugelten Delegierten kommen können, entspricht dem Mut zur Wahrheit. Das will Frau Petry offensichtlich unterlaufen. Daran erkennt man ihre Feigheit. Sie will nicht gegen Lucke direkt antreten. Das Mass an Wahrheit und Klarheit scheut sie. Petry und der dubiose Pretzell sind wie Bonny and Clyde in der AfD! Je länger das Spiel dauert, desto mehr bin ich von dem schwierigen, aber aufrechten Lucke überzeugt!

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