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16.06.2016

15:12 Uhr

AfD-Wirtschaftskompetenz

Unternehmer stellen AfD verheerendes Zeugnis aus

VonDietmar Neuerer

Die Wirtschaftskompetenz der rechtspopulistischen AfD hat nach dem Abgang von Parteigründer Bernd Lucke schwer gelitten. Das ergibt eine Umfrage unter konservativen Unternehmern. Die FDP dagegen toppt alles.

Die AfD-Parteivorsitzenden Jörg Meuthen (l.) und Frauke Petry: Konservative Unternehmer gehen auf Distanz. dpa

AfD-Führung.

Die AfD-Parteivorsitzenden Jörg Meuthen (l.) und Frauke Petry: Konservative Unternehmer gehen auf Distanz.

BerlinDie rechtspopulistische AfD hat im Ansehen unionsnaher Unternehmer drastisch an Ansehen verloren. Nach einer Umfrage des Instituts infratest dimap bescheinigten nur noch zehn Prozent der Firmen der AfD ein gutes oder sehr gutes wirtschaftspolitisches Profil - halb so viel wie vor einem Jahr. Damit liegen die Werte noch unter denen für Linkspartei oder Grüne.

Der Vorsitzende des Wirtschaftsrates, Werner Bahlsen, führte dies vor allem auf den Parteiaustritt des früheren Vorsitzenden Bernd Lucke zurück. „Unsere Mitglieder halten nichts von der AfD, weil sie keine wirklichen Konzepte hat“, sagte Bahlsen. Im unionsnahen Wirtschaftsrat sind rund 11.000 Firmen organisiert.

Die AfD-Spitze zeigte sich unbeeindruckt von der Umfrage. „Wir haben unser Parteiprogramm auch nicht für Unternehmer geschrieben, sondern für das ganze Volk“, schrieb die Vize-Chefin der Bundespartei, Beatrix von Storch, auf Twitter. Entsprechend stabil steht die AfD in der Wählergunst da. Umfragen sehen die Partei zwischen 11 und 15 Prozentpunkte.

Der Sympathie-Einbruch für die AfD bei Firmen deckt sich indes mit Erhebungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. „Momentan eint die Ablehnung der Flüchtlingspolitik die AfD-Klientel. Das allein kann nicht Grundlage eines konsistenten Programms sein, schon gar nicht mit Blick auf die Wirtschafts- und Sozialpolitik“, sagte kürzlich Knut Bergmann, Leiter des IW-Hauptstadtbüros. Dabei zählt die Klientel der Alternative für Deutschland durchaus zu den Besserverdienenden, wie das IW mithilfe des Sozio-oekonomischen Panels herausfand.

AfD-Programm: Das fordert die Partei

Mindestlohn

Die AfD ist für den gesetzlichen Mindestlohn. Damit liegt sie auf einer Linie mit SPD, Grünen, der Linkspartei und Teilen der Union.

Erbschaftssteuer

Geht es nach der AfD soll die Erbschaftssteuer abgeschafft werden. Dafür setzt sich aktuell auch die FDP ein.

Bundespräsident

Die AfD möchte, dass der Bundespräsident künftig direkt vom Volk gewählt wird. Dieser Vorschlag kam 2009 auch vom damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler. Zustimmung erhielt er dafür nur aus der FDP.

Volksentscheid

Die AfD will mehr direkte Demokratie durch Volksentscheide. Auch die SPD, die Linke und die Grünen wollen, dass die Hürden für Volksentscheide abgesenkt werden. Ihre Vorschläge gehen aber nicht so weit wie die Ideen der AfD.

Familie

Die traditionelle Familie gilt der AfD als Keimzelle der Gesellschaft. Das Loblied auf die traditionelle Vater-Mutter-Kind-Familie taucht in dieser Form auch im Parteiprogramm der CSU auf. 

Freihandelsabkommen

Die AfD lehnt die Freihandelskommen TTIP und CETA ab. Auch die Linke und die Grünen sind dagegen.

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