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04.11.2014

08:31 Uhr

Afghanistan

BND hat offenbar 19 Anschläge auf deutsche Soldaten verhindert

19 Anschläge auf deutsche Soldaten in Afghanistan hat der Bundesnachrichtendienst nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren verhindert. Um an Informationen zu gelangen, arbeitet der BND auch mit der NSA zusammen.

Gerhard Schindler, Präsident des Bundesnachrichtendienstes BND. dpa

Gerhard Schindler, Präsident des Bundesnachrichtendienstes BND.

BerlinDer Bundesnachrichtendienst (BND) hat nach eigenen Angaben seit 2011 in 19 Fällen Anschläge auf deutsche Soldaten in Afghanistan verhindert.

Insgesamt unterstütze der auch für den Schutz deutscher Soldaten im Ausland zuständige Auslandsnachrichtendienst den Afghanistan-Einsatz derzeit mit rund 300 Mitarbeitern vor Ort und in der Zentrale, sagte BND-Präsident Gerhard Schindler in einer am Montag veröffentlichten Rede bei einem Geheimdienst-Kongress in Berlin. Aktuell sind rund 1500 deutsche Soldaten in Afghanistan im Einsatz.

Erstmals nannte Schindler auch konkrete Zahlen zu BND-Aktionen im Zusammenhang mit der Befreiung von im Ausland entführten deutschen Staatsangehörigen. „In den letzten fünf Jahren waren wir an der Lösung von über 30 Entführungsfällen beteiligt. In vier Fällen haben wir dabei den Aufenthaltsort der Geiseln ermittelt“, sagte er.

Dienstgrade und Besoldungsgruppen

Rekrut in Grundausbildung

Verpflichtet sich ein junger Mensch als Zeit- oder Berufssoldat, so muss er zunächst die dreimonatige Grundausbildung durchlaufen. Während dieser Zeit ist der Rekrut einfacher Soldat, der niedrigste der Dienstgrade. Dort wird er entsprechend der Besoldungsgruppe A3 bezahlt. Das entspricht einem Einstiegsgehalt von 1920,04 Euro brutto im Monat.

Quelle: Bundesministerium der Verteidigung / bundeswehr.de

Gefreiter

Nach Abschluss der Grundausbildung erhalten Soldaten die erste Beförderung zum Gefreiten. Das verschafft ihnen einen Zuschlag von 34,26 Euro auf ihren Sold, sie erhalten dann 1954,30 Euro brutto im Monat.

Oberstabsgefreiter

Der höchste Dienstgrad, den Soldaten der sogenannten Mannschafts-Laufbahn erreichen können, ist der des Oberstabsgefreiten. In diesem wird er entsprechend der Besoldungsgruppe A5 plus einer Amtszulage bezahlt. Beispielsweise für einen 29-jährigen Berufssoldaten beläuft sich das insgesamt auf 2189,21 Euro brutto im Monat.

Stabsunteroffizier

Die nächsthöhere Laufbahn, die Einsteiger wählen können, ist die Unteroffizierslaufbahn. Es ist beispielsweise möglich, mit einem mittleren Schulabschluss und einer abgeschlossenen Berufsausbildung direkt als Stabsunteroffizier eingestellt zu werden. Als solcher wird man entsprechend der Besoldungsgruppe A6 plus einer Zulage bezahlt. Unteroffizier sind Beamte des mittleren, nicht des einfachen Dienstes. Das entspricht einem Einstiegsgehalt von 2041,51 Euro brutto im Monat.

Oberstabsfeldwebel

Der höchste Dienstgrad, den Soldaten der Unteroffizierslaufbahn erreichen können, ist der des Oberstabsfeldwebels. Dieser wird entsprechend der Besoldungsgruppe A9 mit Amtszulage bezahlt. Etwa für einen 37-jährigen Berufssoldaten beläuft sich das insgesamt auf ein Bruttogehalt von 3192,03 Euro im Monat.

Hauptmann

Die höchste der drei Laufbahnen der Bundeswehr ist die Offizierslaufbahn. Hat ein angehender Soldat zur Zeit seiner Verpflichtung Abitur und ein Studium mit dem Master abgeschlossen, kann er beispielsweise direkt als Hauptmann eingestellt werden. Dies entspricht der Besoldungsgruppe A11 und somit einem Einstiegsgehalt von 3006,77 Euro brutto im Monat.

Brigadegeneral

Ausschließlich Berufssoldaten vorbehalten sind die Dienstränge der Generalität, erkennbar an den goldenen Schulterklappen. Der niedrigste davon, der Brigadegeneral (oder Ein-Stern-General, wie sie in den USA oft heißen) wird gemäß Besoldungsgruppe B6 bezahlt. Das bedeutet ein Grundgehalt von 8725,94 Euro brutto im Monat.

General

Der höchste Dienstgrad der Bundeswehr ist der General, oder auch Vier-Sterne-General. In Friedenszeiten gibt es davon maximal zwei, wovon einer der Generalinspekteur der Bundeswehr ist. Er wird nach der Besoldungsgruppe B10 bezahlt. Das entspricht einem Grundgehalt von 12.040,35 Euro brutto im Monat. Als Generalinspekteur gibt es noch eine Amtszulage oben drauf, so dass die Stelle mit insgesamt 12481,23 Euro vergütet wird.

Zuschlag: Kampfjet-Piloten

Zusätzlich zu den Grundgehältern gibt es zahlreiche Zuschläge für Soldaten, abhängig etwa von verantwortungsvoller Position, gefährlicher Arbeit oder ungünstigen Arbeitszeiten und -orten. So erhalten beispielsweise Piloten, die für die Luftwaffe einen Eurofighter fliegen, 953,17 Euro zusätzlich zu ihrem Grundgehalt.

Zuschlag: U-Boot-Besatzungen

Marinesoldaten, die auf U-Booten eingesetzt werden, erhalten aufgrund ihrer besonderen Einsatzbedingungen eine Erschwerniszulage von 230,08 Euro im Monat. Ab 16 Monaten auf See gibt es für sie pro Monat zusätzlich noch einmal 214,74 Euro.

Zuschlag: KSK

Die Elitesoldaten der Bundeswehr, das Kommando Spezialkräfte (KSK), die etwa auf Geiselbefreiungen spezialisiert sind, erhalten wegen der besonderen Gefährlichkeit ihrer Einsätze eine Zulage von 900 Euro im Monat zusätzlich zum Grundgehalt.

Zuschlag: Auslandseinsatz

Zeit- oder Berufssoldaten, die für die Bundeswehr im Auslandseinsatz sind, erhalten einen steuerfreien Zuschlag zwischen 30 und 110 Euro pro Tag auf ihren Sold. Im Monat kann das bis zu 3410 Euro zusätzlich ausmachen.

Dabei richte der BND seine Aufklärungssysteme gezielt auf den jeweiligen Fall aus und stelle die erforderlichen Kontakte her – „zu Partnern im Ausland und, wenn es sein muss, auch zu den Entführern selbst“.

Eingebunden sei der BND auch in Geheimverhandlungen im Nahen und Mittleren Osten. So vermittle der Dienst seit fast zwei Jahrzehnten immer wieder erfolgreich zwischen der radikalen Schiitenbewegung Hisbollah und Israel. Bekannt ist etwa, dass der BND an der Freilassung des von der radikal-islamistischen Hamas im Gazastreifen entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit im Oktober 2011 mitgewirkt hatte.

Bei den BND-Einsätzen in Afghanistan gehe es nicht nur um strategische Erkenntnisse, sagte Schindler. „Wir müssen zum Beispiel wissen, in welcher Seitenstraße gerade eine neue Sprengfalle verbaut worden ist. Auf der Basis dieser Erkenntnisse erstellen wir Warnmeldungen, und unsere Warnmeldungen retten Leben.“

Dabei stützt sich der BND nicht nur auf Informanten, sondern auch auf abgehörte Telefongespräche und gemeinsam mit Partnerdiensten abgefangene Internet-Kommunikation.

Schindler verteidigte die internationale Zusammenarbeit des BND mit anderen Geheimdiensten. So wie Deutschland Lageinformationen und Warnmeldungen zum Beispiel von den Mongolen, den Ungarn, den Dänen, den Aserbaidschanern, den Jordaniern oder anderen in Afghanistan engagierten Nationen erhalte, „so dürfen diese Partner zu Recht erwarten, dass auch wir unsere Erkenntnisse an sie weitergeben“.

Dabei gehe es auch um den Austausch personenbezogener Daten, etwa wenn Angehörige der Terrororganisation Al-Kaida, Taliban-Kommandeure oder Selbstmordattentäter identifiziert werden müssten.

Vor allem im Zusammenhang mit der NSA-Affäre um die Datenschnüffelei des US-Geheimdienstes National Security Agency hatte unter anderem die Opposition heftige Kritik an der internationalen Zusammenarbeit des BND und dem damit verbundenen Datenaustausch geübt.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Herr der Ringe

04.11.2014, 10:32 Uhr

>> BND hat offenbar 19 Anschläge auf deutsche Soldaten verhindert >>

Warum denn so schmalspurig ? Eine Aussage, die man nicht nachvollziehen kann ( geheim ) ist NICHTS wert !

Also hätte es auch 19.000 heissen können :-)

Herr Alexander Wildenhoff

04.11.2014, 10:58 Uhr

Was hat denn bitteschön das eine - die Verhinderung von Anschlägen im Krieg in Afghanistan - mit dem anderen - der systematischen Ausspähung durch die NSA unschuldiger Deutscher in Deutschland zu tun? Mit Hilfe des BND.

Irgendwie fehlt bei bei diesem Vergleich das "tertium comparationis".
Ist es Geld? Oder doch die fehlende Unabhängigkeit DER Deutschen gegenüber den Amerikanern?

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