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14.12.2016

22:47 Uhr

Afghanistan-Flüge

Hunderte protestieren gegen Zwangsabschiebung

Ist Afghanistan ein sicheres Land, in das Flüchtlinge zurückkehren können? Diese Frage beantworten Politiker unterschiedlich. Und die erste Zwangsabschiebung in Richtung Kabul lief alles anderes als diskret ab.

Erste Sammelabschiebung

„Die Abschiebung ist unverantwortlich."

Erste Sammelabschiebung: „Die Abschiebung ist unverantwortlich."

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Frankfurt/BerlinErstmals sind 34 abgelehnte afghanische Asylbewerber per Sammelabschiebung aus Deutschland Richtung Kabul geflogen worden. „Darunter befanden sich auch acht Afghanen aus Bayern“, erklärte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in einer Mitteilung am Mittwochabend.

Die Flüchtlinge wurden vom Frankfurter Flughafen ausgeflogen. An dem ersten Sammelcharterflug beteiligten sich nach Herrmanns Angaben neben Bayern auch Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Hamburg und das Saarland.

Mehrere Hundert Demonstranten hatten am Frankfurter Flughafen gegen die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber aus Afghanistan in ihre Heimat protestiert. Kritik kam auch von der Opposition und Nichtregierungsorganisationen wie Pro Asyl.

Afghanistan: IS bekennt sich zu Moschee-Anschlag

Afghanistan

IS bekennt sich zu Moschee-Anschlag

Bei einem Selbstmordanschlag in Kabul sind zahlreiche Menschen gestorben. Die Detonation ereignete sich in einer schiitischen Moschee während einer Zeremonie. Inzwischen hat sich der IS zu dem Anschlag bekannt.

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sprach von einem „unbarmherzigen Spiel“ von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Die Ärzteorganisation IPPNW hält die Maßnahme für unvereinbar mit der Achtung der Menschenrechte. Abschiebungen nach Afghanistan sind umstritten, weil es in weiten Teilen des Landes Kämpfe zwischen Regierungstruppen und radikalislamischen Talibanrebellen gibt und immer wieder zu Anschlägen kommt.

Herrmann kündigte weitere Abschiebungen auch nach Afghanistan an und widersprach Kritik daran. Der bayerische Innenminister sagte, Bedrohungen durch radikale Kräfte gebe es in vielen Teilen der Welt. Afghanische Sicherheitskräfte sorgten aber mit Unterstützung deutscher Bundeswehrsoldaten und Polizisten für die Sicherheit der dort lebenden Menschen und für eine weitere Stabilisierung des Landes. „Das rechtfertigt auch eine Rückführung abgelehnter Asylbewerber in gesicherte afghanische Provinzen“, betonte Herrmann. Das hätten das Auswärtige Amt und das Bundesinnenministerium übereinstimmend festgestellt.

CSU-Chef Horst Seehofer begrüßte die Maßnahme. „Und ich hoffe, dass es keine einmalige Aktion ist“, sagte er in der ARD-Sondersendung „Farbe bekennen“, die am Mittwochnachmittag aufgezeichnet wurde.

Radikale Kräfte in Deutschland hätten nur dann keinen Erfolg, wenn abgelehnte Asylbewerber auch in ihre Länder zurückkehren müssen, sagte der bayerische Ministerpräsident. Die Afghanen würden in gesicherte Regionen ihres Heimatlandes zurückgebracht. Deutsche Soldaten gewährleisteten in Afghanistan die Sicherheit der Bevölkerung. In diese Regionen nicht abzuschieben - „das versteht doch kein Mensch“.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

15.12.2016, 08:08 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

Herr Michael Müller

15.12.2016, 08:11 Uhr

"Hunderte protestieren gegen Zwangsabschiebung"

Was keiner sagt:

"HUNDERTTAUSENDE finden das gut so!"

Deutschland kann nicht alle Flüchtlinge dieser Erde aufnehmen. Von den Wirtschaftsflüchtlingen reden wir mal gar nicht...

Einfach mal einen Globus nehmen, Deutschland suchen und dann staunen wie klein Deutschland ist!

Herr Otto Berger

15.12.2016, 08:33 Uhr

Wie sagte es mal ein bundesdeutscher Verteidigungsminister : "Die Demokratie wird am Hindukusch verteidigt"
Wirklich ?
"Natürliche Ressourcen Afghanistans: Kohle, Kupfer, Eisenerz, Lithium, Uran, Metalle der Seltenen Erden, Chromit, Gold, Zink, Talk (Mineral), Baryt, Schwefel, Blei, Marmor, Schmuckstein, Erdgas, Erdöl und weitere. 2010 schätzte die US- und Afghanische Regierung den Wert der bis 2007 gefundenen aber noch ungenützten Mineralvorkommen auf einen Wert zwischen 900 Milliarden und 3 Billionen US-Dollar." (Wikipedia.de)
In Afghanistan verteidigt der Westen im Auftrag der UN mit seinem Verteidigungsbündnis NATO somit tatsächlich seine Wirtschaftsinteressen und nicht ein moralisches Deckblatt mit dem Namen "Demokratie".
Afghanistan ist ein islamisches Land. Die Taliban praktizieren - wortwörtlich - den Koran mit der Scharia, reduzierten - an der Regierung - den Mohnanbau (Ausgangsstoff für Rauschgift) und liegen im Konflikt mit der NATO und der "demokratischen" Marionettenregierung.
Fazit : Schluß mit der angeblichen "Demokratie"-Verteidigung der NATO in Afghanistan und gebt den Afghanen ihr an Ressourcen überreiches Land zurück. In ein friedliches Afghanistan mit einer ursprünglichen Auslegung der islamischen Lehre dürften Afghanen, die religiös islamisch ausgerichtet sind, dann ohne weiteres zurückkehren können.

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