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21.01.2010

22:24 Uhr

Agenturbericht

Lafontaine will offenbar Bundestagsmandat abgeben

Entscheidung über die Zukunft Oskar Lafontaines: Der Linksparteichef will nach Informationen der Nachrichtenagentur DAPD offenbar sein Bundestagsmandat aufgeben, den Fraktionsvorsitz im saarländischen Landtag aber behalten. Ob er auf dem Bundesparteitag im Mai erneut für den Vorsitz der Linken kandidieren werde, wolle er sich dagegen jedoch vorläufig offenhalten.

Klarheit über die politische Zukunft Oskar Lafontaines soll der kommende Samstag bringen. dpa

Klarheit über die politische Zukunft Oskar Lafontaines soll der kommende Samstag bringen.

HB BERLIN. Über die Entscheidung, sein Bundestagsmandat zurückzugeben, werde Lafontaine am Samstag den Bundesvorstand in Berlin informieren, erfuhr die DAPD am Donnerstagabend aus zuverlässiger Quelle. Sprecher von Partei und Fraktion kommentierten diese Informationen auf DAPD-Anfrage am Abend nicht. Zuvor hatte ein Sprecher der Linken mit Blick auf den Termin am Samstag gesagt: "Lafontaine als Vorsitzender kann natürlich immer an Vorstandssitzungen teilnehmen." Die "Saarbrücker Zeitung" meldete, Lafontaine habe ihr bestätigt, dass er an diesem Samstag in Berlin an der Sitzung des Parteivorstands teilnehmen werde.

Der 66-jährige Politiker hatte sich im Dezember einer Krebsoperation unterziehen müssen. Seine weitere politische Zukunft wollte er von dem Genesungsprozess und den ärztlichen Prognosen abhängig machen. Am Dienstag trat er dann bei einem Neujahrsempfang der Bundestagsfraktion der Linken in Saarbrücken erstmals wieder bei einer politischen Veranstaltung auf.

Bartsch zum Vizechef der Linksfaktion gewählt

Am Donnerstag wählte die Bundestagsfraktion der Linken zudem Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch zum neuen stellvertretenden Fraktionschef. 79,6 Prozent der anwesenden 66 Bundestagsabgeordneten votierten am Abend für Bartsch als einen von insgesamt sieben Stellvertretern von Fraktionschef Gregor Gysi. Sowohl Bartsch als auch Gysi zeigten sich über das Ergebnis ausdrücklich zufrieden.

Anfang der vergangenen Woche hatte Gysi Bartsch Illoyalität gegenüber Parteichef Lafontaine vorgeworfen und ihm indirekt den Rückzug von dem Posten als Bundesgeschäftsführer nahegelegt. Bis zum Rostocker Parteitag im Mai wird Bartsch jedoch das Amt weiter ausüben. Das Amt des stellvertretenden Fraktionschefs war Bartsch schon vor Tagen von Fraktionschef Gysi angetragen worden - als eine Art Entschädigung dafür, dass er den Posten des Bundesgeschäftsführers aufgeben musste.

Entscheidung für Kandidatur nicht leicht gefallen

Bartsch hatte nach seinem angekündigten Rückzug erklärt, er werde sich für keinen anderen Posten in seiner Partei bewerben. "In Rostock kandidiere ich nicht als Bundesgeschäftsführer, und ich werde auch für kein anderes Amt kandidieren", sagte er. In Rostock findet im Mai der Bundesparteitag der Linken statt.

Gysi sagte am Donnerstag, die Differenzen zwischen Bartsch und ihm seien offenkundig gewesen. Er habe Bartsch aber immer gesagt, dass dieser sehr wichtig für die Partei sei und bleibe und er auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen werde. Bartsch betonte, die Entscheidung, als stellvertretender Fraktionschef zu kandidieren, sei ihm nicht leicht gefallen. Er sei froh, dass er mit einem solchen Ergebnis gewählt worden sei. In der vergangenen Woche habe er keine leichten Stunden erlebt.

Kommentare (1)

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18-formatic

22.01.2010, 02:40 Uhr

Nicht Politisch gemeint sondern wegen seine Gesundheit würde Oskar Lafontaine Lebensqualität geniesen.
Mfg

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