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02.02.2005

17:40 Uhr

Agrarbericht verabschiedet

Künast will "Gut ist geil" etablieren

Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne) hat an die Verbraucher appelliert, nicht länger die „Geiz-ist-geil-Kampagne“ von Teilen des Handels mitzumachen. Gute deutsche Qualität bei den Nahrungsmitteln verlange auch für die Bauern auskömmliche Preise, sagte die Ministerin nach Verabschiedung des 50. Agrarberichts im Bundeskabinett.

HB BERLIN. Unter anderem wegen der allmählichen Stabilisierung der Milchpreise erwarte sie im laufenden Jahr eine deutliche Verbesserung der Lage der Landwirte. So könnten die Haupterwerbsbetriebe mit einem durchschnittlichen Zuwachs ihrer Einkommen um 10 Prozent rechnen nach plus 4,8 Prozent im letzten - jeweils von Anfang Juli bis Ende Juni reichenden - Jahr. Das Kabinett beschloss ferner eine Verordnung in Ergänzung zu dem Ende 2004 verabschiedeten Gentechnikgesetz, das an diesem Donnerstag mit der Verkündung im Bundesgesetzblatt in Kraft tritt. Danach werden die Erzeuger gentechnischer Agrarprodukte zur laufenden Beobachtung ihrer Erzeugung verpflichtet. So sollen unvorhergesehene schädliche Auswirkungen von gentechnisch veränderten Organismen auf die Gesundheit oder die Umwelt frühzeitig auffallen.

Eine zweite Reformstufe soll Künast zufolge mehr Qualität, eine Kontrolle der Inhaltsstoffe sowie eine Ausweitung nachwachsender Rohstoffe bringen. Angesichts der hohen Ölpreise setzten immer mehr Landwirte auf die Erzeugung von Biokraftstoffen. „All diese Dinge können nur gelingen, wenn aus dem Slogan „Geiz ist geil“ ein anderer wird, der heißen müsste „Gut ist geil““, sagte Künast. Unter anderen sollen Pestizide und Düngemittel zurückgedrängt werden. Bei importierten Pflanzenschutzmitteln soll vor der ersten Einfuhr geprüft werden, ob diese mit in Deutschland zugelassenen Präparaten übereinstimmen. Dies sieht ein neuer Gesetzentwurf der Regierung vor, der jetzt im Bundestag liegt. Solche Herbizide, Fungizide oder Insektizide müssten dann nicht einem erneuten Zulassungsverfahren unterzogen werden, heißt es in dem Entwurf der Regierung.

Der Agrarbericht wird seit 1955 jährlich erstellt. Für 2004 weist er 372 400 landwirtschaftliche Betriebe mit einer bewirtschafteten Fläche ab 2 Hektar aus. Diese Zahl habe gegenüber 2003 um 4 Prozent abgenommen. Die Zahl der Haupterwerbs-Landwirte mache nur 175 600 aus. Sie bewirtschaften rund 77 Prozent der Gesamtfläche und damit im Schnitt 51 Hektar Land. Die Zahl der beschäftigten Arbeitskräfte liege bei 1,27 Millionen - 2,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Familienarbeitskräfte hatten daran einen Anteil von 62 Prozent. Der durchschnittliche Gewinn der Haupterwerbsbetriebe lag im Schnitt bei 28 254 Euro im Jahr.

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