Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.06.2017

15:15 Uhr

Akademiker

Höherer Abschluss, dickeres Gehalt

VonBarbara Gillmann

Akademiker mit Bachelor-Abschluss verdienen schon nach wenigen Jahren deutlich mehr als etwa Techniker. Den wirklich großen Gehaltsvorteil allerdings haben die mit einem Master-Abschluss - und das schon ab Mitte 30.

Studenten der Georg-August-Universität in Göttingen folgen in einem Hörsaal einer Vorlesung. Das Sitzfleisch lohnt sich: Ein Akademiker mit Master-Abschluss verdient schon nach wenigen Jahren deutlich mehr als andere. dpa

Studenten im Hörsaal

Studenten der Georg-August-Universität in Göttingen folgen in einem Hörsaal einer Vorlesung. Das Sitzfleisch lohnt sich: Ein Akademiker mit Master-Abschluss verdient schon nach wenigen Jahren deutlich mehr als andere.

BerlinLohnt sich Studieren noch oder bringt ein Meisterbrief genau so viel? Und ist der Master finanziell sinnvoll? Seit die Bildungslandschaft vielfältiger geworden ist und die Gruppe der Akademiker in Bachelor und Master auseinanderfällt, sind diese Fragen nicht mehr eindeutig zu beantworten. Vergleicht man etwa die Gehälter von 25-Jährigen, so gibt es kaum Unterschiede: Bachelor verdienen in dieser Phase etwa genauso viel wie Meister und Techniker, nämlich im Schnitt rund 2.700 Euro brutto im Monat. Selbst junge Berufstätige mit Master- oder Diplomabschluss liegen nur geringfügig darüber, heißt es in einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), dem Thinktank der Bundesagentur für Arbeit.  

Das ändert sich jedoch schnell: Bei den 34-Jährigen sind die Unterschiede schon ausgesprochen deutlich: Während die Techniker und Meister dann im Schnitt gut 3.500 Euro verdienen, kommen Bachelor schon auf  knapp 350 Euro mehr. Master oder Akademiker mit einem traditionellen Diplom sind zu diesem Zeitpunkt sogar schon bei rund 4400 Euro angelangt, sei verdienen 850 Euro mehr als die gleichaltrigen Meister und Techniker. Es gilt also nach wie vor „Höhere Abschlüsse zahlen sich aus – und zwar mit dem Alter zunehmend“, schreiben die IAB-Autoren. Das zeigt besonders krass auch der Vergleich zu Erwerbstätigen mit einer Berufsausbildung: Sie kommen mit 25 Jahren auf rund 2200 Euro Monatsgehalt, mit 34 sind es dann rund 2700.

Die Gehaltsunterschiede lassen sich nur für junge Berufstätige feststellen, denn  Bachelor und Master wurden in Deutschland  erst nach der Jahrtausendwende eingeführt. Mittlerweile ist die Umstellung der Studiengänge jedoch fast komplett abgeschlossen. Lange war unklar, wie der Arbeitsmarkt die neuen Abschlüsse aufnimmt. Mittlerweile sind die Bachelor vor allem bei kleinen und mittleren Unternehmen sehr beliebt. Dennoch will die Mehrheit der Absolventen noch einen Master dranhängen.  

Langsamer Reformprozess: Vergabesystem für Studienplätze bleibt eine Baustelle

Langsamer Reformprozess

Vergabesystem für Studienplätze bleibt eine Baustelle

Jahr für Jahr knirscht es bei der Vergabe attraktiver Studienplätze. Das derzeitige Zulassungsverfahren sorgt für Chaos. Laut den Linken ist die Bundesregierung gefordert. Die verweist wiederum auf die Länder.

Die Gehaltsunterschiede, die sich mittlerweile herausgebildet haben, liegen jedoch vor allem daran, dass Bachelor und Master – besonders in größeren Unternehmen - anders eingesetzt werden. So sind deutlich mehr als die Hälfte der Uni-Absolventen mit Masterabschluss als „Experten“ tätig, also auf dem höchsten Niveau. Von den Bachelor-Absolventen sind es nur ein gutes Drittel. Ein weiteres Drittel arbeite als „Spezialist“ und immerhin 28 Prozent nur als Fachkraft.

Weit wichtiger noch ist im Einzelfall jedoch die Branche und der Beruf selbst: So verdienen etwa Bachelor und Meister zwischen 31 und 34 Jahren im Gastgewerbe gerade mal  2.437 Euro. In fertigungstechnischen Berufen hingegen kommen  Bachelor in diesem Alter schon auf Spitzengehälter von 4.200 Euro.  Meister und Techniker hingegen liegen da noch bei knapp 3.600 – Master dagegen schon bei fast 4.700 Euro im Monat.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×