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21.01.2016

01:03 Uhr

„Aktenzeichen XY ... ungelöst“

Mutmaßlicher RAF-Terrorist soll keine Maske getragen haben

Frühere RAF-Terroristen sollen kürzlich einen Überfallversuch auf einen Geldtransporter verübt haben. Nach und nach geraten immer mehr Details zu dem Fall ans Licht. Laut Polizei hat einer der Täter keine Maske getragen.

Die Phantomskizze der Polizei Wolfsburg zeigt einen Mann, der bei einem Überfall auf einen Geldtransporter auf dem Gelände eines Supermarkts in Wolfsburg einen Wachmann bedrohte. Es besteht der Verdacht, dass die ehemaligen RAF-Mitglieder Staub, Garweg und Klette an der Tat beteiligt waren. dpa

Phantomskizze

Die Phantomskizze der Polizei Wolfsburg zeigt einen Mann, der bei einem Überfall auf einen Geldtransporter auf dem Gelände eines Supermarkts in Wolfsburg einen Wachmann bedrohte. Es besteht der Verdacht, dass die ehemaligen RAF-Mitglieder Staub, Garweg und Klette an der Tat beteiligt waren.

Mainz/BremenBeim Überfall auf einen Geldtransporter in Wolfsburg, den drei mutmaßliche frühere RAF-Terroristen verübt haben sollen, hat einer der Täter keine Maske getragen. Das sagte Polizeihauptkommissar Jürgen Hage von der Kripo Diepholz am Mittwochabend in ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“. In der Live-Sendung wurde ein neues Phantombild gezeigt, das nach Zeugenangaben erstellt wurde.

An dem Überfall am 28. Dezember 2015 im Wolfsburger Ortsteil Nordsteimke waren nach Ergebnissen von DNA-Proben die mutmaßlichen Ex-RAF-Mitglieder Daniela Klette (57), Ernst-Volker Staub (61) und Burkhard Garweg (47) beteiligt. Auch die Polizei Wolfsburg bestätigte am Mittwochabend, dass einer der Täter keine Maske trug.

Das neue Phantombild zeigt einen etwa 50 Jahre alten Mann mit „fransigen schwarzgrauen“ Haaren und Schnauzbart. Er soll schlank und 1,80 bis 1,90 Meter groß sein. Ob es sich bei dem Phantombild um Garweg oder Staub handelt, ist unklar. „Es könnte jeder von den beiden gewesen sein“, sagte Polizeihauptkommissar Hage.

Das Trio wird auch für den Überfall auf einen Geldtransporter in der Nähe von Bremen im Juni 2015 verantwortlich gemacht. In beiden Fällen machten die Täter keine Beute. Die Ermittler sehen keine Hinweise auf ein terroristisches Motiv.

„Ich gehe davon aus, dass Garweg, Staub und Klette irgendwo unauffällig leben, möglicherweise auch in Norddeutschland. Vielleicht leben sie auch zusammen, vielleicht auch mit Hund“, sagte Hage. In einem der Täterfahrzeuge seien Hundehaare gefunden worden.

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Bei der Polizei in Diepholz liefen schon während der ZDF-Sendung die Telefone heiß, wie Hage berichtete. Insgesamt gingen rund 100 Hinweise in Diepholz und der Anrufzentrale der Sendung ein. Es gab auch konkrete Hinweise, bei denen Anrufer glaubten, die drei Gesuchten Personen erkannt zu haben.

Bei dem Überfall in Wolfsburg hatte einer der Täter den Beifahrer des Geldtransports mit einer Waffe bedroht, als dieser sich außerhalb des Fahrzeugs befand. Zwei weitere Täter, davon mutmaßlich eine Frau, hielten den Fahrer in seinem Fahrzeug in Schach. Dieser nutzte einen unbeobachteten Augenblick und flüchtete mit dem Geldtransporter, wie die Polizei Wolfsburg und die Staatsanwaltschaft Braunschweig am Mittwochabend mitteilten.

Die Täter mussten daraufhin von ihrem Vorhaben ablassen. Sie flüchteten mit einem dunkelblauen Ford Focus Kombi. Ein anderes Fahrzeug der Täter, ein grüner VW Golf Variant, konnte am Tatort sichergestellt werden. Der Ford Focus wurde am 29. Dezember in einem Waldgebiet gefunden.

Von

dpa

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