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02.02.2005

14:03 Uhr

Aktion richtet sich gegen 24 Beschuldigte

Razzia gegen mutmaßliche Islamisten

Polizei und Staatsanwaltschaft haben bei einer Razzia gegen mutmaßliche Islamisten am Mittwochmorgen 33 Wohnungen und vier Geschäfte in mehreren Bundesländern durchsucht. Nach Mitteilung der Polizei Oberbayern wird wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt. Festnahmen oder Verhaftungen gab es nach Angaben der Polizei nicht.

HB MÜNCHEN. Mit der Durchsuchung dutzender Wohnungen in mehreren Bundesländern ist die Polizei am Mittwoch erneut gegen mutmaßliche Islamisten in Deutschland vorgegangen.

Die Durchsuchungen hätten sich gegen 24 Verdächtige überwiegend arabischer Herkunft gerichtet, die sich zu einem Netzwerk vermutlich zur Geldbeschaffung für terroristische Aktionen im Ausland zusammengeschlossen hätten, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern in München. „Sie sorgen für die Finanzierung und Unterstützung.“ Nach Angaben der Polizei wurden am Morgen 33 Wohnungen und vier Geschäfte in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Thüringen durchsucht. An der Razzia seien 200 Polizisten beteiligt gewesen, auch das Bundeskriminalamt sei eingeschaltet worden.

Den Verdächtigen wird den Angaben zufolge die Bildung einer kriminellen Vereinigung zur Last gelegt. Dieser Vorwurf ist strafrechtlich unterhalb der Bildung einer terroristischen Vereinigung angesiedelt, bei der auch die Bundesanwaltschaft in die Ermittlungen eingeschaltet wird. Der Polizeisprecher sagte weiter, bei der Durchsuchung seien umfangreiche Beweismittel beschlagnahmt worden, die nun ausgewertet würden. Dabei handele es sich etwa um Computer und islamistische Bücher. Schwerpunkt der Durchsuchung waren München und Oberbayern. Allein im Großraum München seien 13 Objekte durchsucht worden.

Die Verdächtigen im Alter von 20 bis 66 Jahren halten sich nach Polizei-Angaben legal in Deutschland auf. Zwei von ihnen seien in den Jahren 2000 und 2001 in Ausbildungslagern für Terroristen in Afghanistan gewesen, sagte der Sprecher. Für welche möglichen Anschläge im Ausland die angeblichen Gelder gedacht waren, sagte er nicht. „Wir wissen mit Sicherheit, dass die Gelder in den arabischen Raum gegangen sind zu Personen, die man entsprechenden Organisationen zurechnen kann“, sagte er lediglich.

Erst vor drei Wochen hatte es ebenfalls Razzien gegen mutmaßliche Islamisten in fünf Bundesländern gegeben, 22 Verdächtige wurden damals zwischenzeitlich festgenommen. Der Polizeisprecher betonte, es gebe keinen Zusammenhang zwischen den beiden Einsätzen.

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