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13.01.2011

20:31 Uhr

Aktionsplan

Bund will Nanotechnologie kräftig fördern

VonBarbara Gillmann

"Die Chancen der Nanotechnologie verantwortungsvoll nutzen" will Bundesforschungsministerin Annette Schavan und wird die Technologie künftig jährlich mit 400 Millionen Euro unterstützen. Zugleich sollen aber auch die Risiken der umstrittenen Technologie stärker erforscht und die Aufklärung der Bürger intensiviert werden.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan will die umstrittene Nanotechnologie mit 400 Millione Euro fördern. Quelle: dpa

Bundesforschungsministerin Annette Schavan will die umstrittene Nanotechnologie mit 400 Millione Euro fördern.

BERLIN. Die Bundesregierung will auch künftig jährlich rund 400 Millionen Euro in die Erforschung der Nanotechnologie stecken. Diese Summe ist nach erheblichen Steigerungen 2010 erstmals erreicht worden - 2006 war es nicht einmal halb so viel. Zugleich sollen aber auch die Risiken der umstrittenen Technologie stärker erforscht und die Aufklärung der Bürger intensiviert werden. Das sieht der "Aktionsplan Nanotechnologie 2015" vor, den das Kabinett gestern verabschiedete. Mit diesem ressortübergreifenden Konzept wolle man "die Chancen der Nanotechnologie verantwortungsvoll nutzen", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU).

Der Forschungszweig widmet sich winzigen Partikeln; ein Nanometer entspricht einem Millionstel Millimeter. Schavan verwies auf erfolgreiche Anwendungen in der Krebstherapie, der Trinkwasseraufbereitung, in Windkraftanlagen oder beim Korrosionsschutz. Allerdings gibt es auch Befürchtungen, dass die winzigen Teilchen dem menschlichen Körper schaden könnten. Nach der Sommerpause soll eine Gruppe von Instituten ihren Bericht über Risiken für Verbraucher und Umwelt vorlegen, den das Umweltministerium 2007 in Auftrag gegeben hatte. Beteiligt sind die Bundesanstalt für Arbeitsschutz, das Bundesinstitut für Risikobewertung, das Bundesumweltamt, die Physikalisch-Technische Bundesanstalt sowie die Bundesanstalt für Materialforschung.

Der gestern verabschiedete Aktionsplan fasst erstmals alle Nano-Aktivitäten des Bundes zusammen. Hauptfelder sind Gesundheit, Umwelt- und Klimaschutz, Energieversorgung, umweltfreundliche und energiesparende Mobilität sowie eine nachhaltige Landwirtschaft. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) lobte das Konzept als hilfreich, um in dem Forschungszweig Deutschlands Spitzenposition innerhalb Europas auszubauen. Eigene Nano-Vorschriften und spezielle Kennzeichnungspflichten lehnt der Verband jedoch ab.

Kommentare (1)

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WFriedrich

14.01.2011, 12:32 Uhr

Die Unverzichtbarkeit der Forschung zur Sicherung und zum Ausbau unseres Wirtschaftstandorts sind unumstritten. Die Zahl der konkurrierenden Forschungsbereiche und Projektthemen ist groß. Dagegen sind die Fördermittel eher klein. Umso komplizierter ist die Auswahl der zu fördernden Aufgaben. Alleiniges Auswahlkriterium muss deshalb der künftige Wertschöpfungsbeitrag sein. Es mag sein, dass Nanotechnik diesen beitrag künftig erwirtschaften kann. bis dato sind die bekannten Ergebnisse der aufwändig betriebenen akademischen Forschung wenig überzeugend, obwohl die Ursache vmtl. nicht im fehlenden Erfolgspotential zu suchen ist. Den Forschungseinrichtungen müssen härtere Vorgaben zur Verwertung gemacht werden, auch wenn Grundlagenforschung zu jenen Risiken vordringen soll, die Unternehmen oft scheuen. Zu wenig beachtung findet die Überleitung von universitären FuE-Ergebnissen in KMU, obwohl gerade dort über die Effizienz der wirtschaftlichen Arbeitsteilung entschieden wird. Möglicherweise sollte künftig die Überleitung von FuE-Ergebnissen in KMU höher gefördert werden als die FuE-Risiken und die FuE-Kosten während der Themenbearbeitung. Fazit: Das Ergebnis muss entschiedener stimuliert werden als der Lösungsweg.

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