Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.03.2012

20:55 Uhr

AKW Brunsbüttel

Verrostete Atommüllfässer aufgefunden

Bereits Mitte Dezember 2011 stellte der Energiekonzern Vattenfall Schäden an Atommüllfässern im AKW Brunsbüttel fest. Erst einen knappen Monat später informierten die Schweden die zuständigen Behörden.

Im Feststofflager des Kernkraftwerks Brunsbüttel sind korrodierende Stahlblechfässer entdeckt worden. dpa

Im Feststofflager des Kernkraftwerks Brunsbüttel sind korrodierende Stahlblechfässer entdeckt worden.

BerlinNach dem Fund verrosteter Atommüllfässer im AKW Brunsbüttel hat der Energiekonzern Vattenfall eingeräumt, die Aufsichtsbehörde zu spät informiert zu haben. Dies sei nicht akzeptabel und werde unternehmensintern analysiert und aufgearbeitet, erklärte das Unternehmen am Mittwoch. Der schwedische Konzern räumte ein, bereits am 15. Dezember vergangenen Jahres Schäden an der Fassummantelung festgestellt zu haben, das zuständige Justizministerium in Kiel aber erst am 11. Januar informiert zu haben.

Eine unzulässige Radioaktivität sei nicht freigesetzt worden, erklärte Justizminister Emil Schmalfuß. Für Mitarbeiter und Anwohner habe keine Gefahr bestanden. Allerdings wollte das Ministerium nicht ausschließen, dass etwa beim Anheben oder Umsetzen der zum Teil stark zersetzten Fässer radioaktive Stoffe freigesetzt werden. Deshalb stoppte der Minister die Arbeiten an den Abfällen, die in Container umgefüllt und in der Anlage Schacht Konrad endgelagert werden sollen.

Die Landesregierung kritisierte die Informationspolitik des Betreibers scharf. Rein juristisch betrachtet mag es sich nicht um ein meldepflichtiges Ereignis gehandelt haben, erklärte Schmalfuß. Der Vorfall sei aber so bedeutsam, dass eine umgehende Meldung an die Aufsichtsbehörde zwingend erforderlich gewesen sei.

Nach der Reaktorkatastrophe in Japan im vergangenen Jahr ließ die Bundesregierung zahlreiche ältere Atomkraftwerke stilllegen. Auch Brunsbüttel soll nicht mehr angefahren werden. Wegen seiner Informationspolitik ist Vattenfall mehrfach in die Kritik geraten.

Von

rtr

Kommentare (18)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

07.03.2012, 21:27 Uhr

Allerdings wollte das Ministerium n i c h t a u s s c h l i e ß e n, dass etwa beim Anheben oder Umsetzen der zum Teil stark zersetzten Fässer radioaktive Stoffe freigesetzt werden.
Dieser Text zu dem Foto zeigt eigentlich nur, wie weit die Verdrängung von Realität schon fortgeschritten ist.

Smokie2012

07.03.2012, 22:08 Uhr

Wie sehen wohl die Fässer der Asse aus, wenn schon die Fässer im AKW wo aussehen?

Ich rate dazu schnellstens! die Asse zu räumen, bevor es zu spät ist.

RobertSchumansErben

07.03.2012, 22:13 Uhr

Wie war das nochmals, sichere Lagerung. In diesem Falle keine Endlagerung möglich oder unmöglich, je nach Ansicht.

Natürlich kam bisher niemand zu Schaden, bis gegenteiliges erwiesen.

Bananenrepublik durch endlose Gier, das haben wir davon. Wenn es sonst nichts ist, dann "Weiter so Deutschland". Es fehlt letzlich in diesem Lande nur noch, daß Korruption preisgekrönt wird. Wahrscheinlich kam noch niemand drauf. Auffi.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×