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25.07.2012

12:06 Uhr

Al-Kaida-Terroristen

Prozess in Düsseldorf gestartet

Der Prozess gegen vier mutmaßliche Al-Kaida-Terroristen, die einen großen Anschlag in Deutschland geplant haben sollen, hat begonnen. Die Männer waren monatelang observiert worden.

Im Auftrag von Al-Qaida?

Prozessauftakt gegen die „Düsseldorfer Zelle”

Im Auftrag von Al-Qaida?: Prozessauftakt gegen die „Düsseldorfer Zelle”

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DüsseldorfVor dem Oberlandesgericht Düsseldorf hat am Mittwoch der Prozess gegen vier mutmaßliche Mitglieder der radikal-islamischen Al-Kaida unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen begonnen. Die sogenannte Düsseldorfer Zelle soll im Auftrag der Führung des Extremisten-Netzwerks einen Anschlag in Deutschland geplant haben.

Die Männer im Alter von Anfang 20 bis Anfang 30 waren im April wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung angeklagt worden. Sie hatten den Ermittlungen zufolge einen „aufsehenerregenden Terroranschlag" in Deutschland geplant. Ein konkretes Anschlagsziel hatten sie allerdings noch nicht ausgewählt. Für das Verfahren hat die Vorsitzende Richterin Barbara Havliza 30 Verhandlungstermine bis Ende November bestimmt.

Bei den Angeklagten handelt es sich unter anderem um den Marokkaner Abdeladim El-K. Er hat der Bundesanwaltschaft zufolge einen Anschlag bei der Ausbildung in einem Al-Kaida-Lager vorbereitet. Die Führung der Organisation habe ihn mit dem Aufbau einer Zelle beauftragt, die Anschläge in Deutschland begehen sollte. El-K. sei 2010 in ein Ausbildungslager der Gruppe im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet gereist, wo er im Umgang mit Schusswaffen sowie in der Herstellung von Sprengstoffen und Zündern unterrichtet wurde. Er sei im Mai 2010 nach nach Deutschland gekommen und habe die ihm aus seiner Studienzeit bekannten Mitangeklagten - den Deutsch-Marokkaner Jamil S., den Deutsch-Iraner Amid C. und den Deutschen Halil S. - rekrutiert.

Ab Dezember 2010 habe sich El-K. über die Sicherheitsvorkehrungen an öffentlichen Gebäuden, Flughäfen und Bahnhöfen informiert. Jamil S. habe ihn in seiner Wohnung in Düsseldorf aufgenommen und sollte bei der Herstellung des Sprengstoffs mitwirken.

Die beiden weiteren Angeklagten seien vor allem für logistische Aufgaben, etwa für die verschlüsselte Kommunikation mit der Al-Kaida-Führung, zuständig gewesen. Ab April 2011 habe die Gruppe nach Möglichkeiten gesucht, für die Herstellung von Sprengsätzen nötige Materialien zu beschaffen. Schließlich hätten sie versucht, in der Wohnung aus Grillanzündern Hexamin für Sprengstoff zu gewinnen. Daraufhin waren El-K., Jamil S.und Amid C. Ende April 2011 in Düsseldorf und Bochum festgenommen worden.

Halil S. habe die Anschlagspläne anschließend weiter verfolgt, sei aber im Dezember in Bochum festgenommen worden. Die Männer waren monatelang observiert worden. Der Prozess-Stoff füllt 260 Aktenordner, die Anklageschrift umfasst einschließlich Anhang mehr als 500 Seiten.

In einem Vorgespräch haben die Verteidiger dem Gericht signalisiert, dass das Quartett zu den Vorwürfen zunächst schweigen wird. 30 Verhandlungstage bis Ende November hat die Vorsitzende Richterin Barbara Havliza für den Prozess angesetzt. Am zweiten Verhandlungstag sollen an diesem Donnerstag zahlreiche Angehörigen der Angeklagten als Zeugen vor Gericht auftreten. Es wird davon ausgegangen, dass die meisten Angehörigen von ihrem Schweigerecht Gebrauch machen.

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Verfehlte_Zuwanderungspolitik

25.07.2012, 13:45 Uhr

+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

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