Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.04.2011

18:31 Uhr

Als Außenminister unerwünscht

FDP-Basis entfesselt neue Westerwelle-Debatte

Guido Westerwelles Verzicht auf eine neue Kandidatur als FDP-Chef hat die Landesverbände nicht beruhigt. Im Gegenteil: Westerwelle soll auch als Außenminister abtreten, denn die Liberalen verharren im Umfragetief.

Stolzer Außenminister: Guido Westerwelle mit Hillary Clinton. Doch die FDP-Basis will seinen Rücktritt von diesem Amt. Quelle: dapd

Stolzer Außenminister: Guido Westerwelle mit Hillary Clinton. Doch die FDP-Basis will seinen Rücktritt von diesem Amt.

BerlinIn der FDP werden neue Forderungen nach einem Rückzug von Guido Westerwelle vom Posten des Außenministers laut. „In den Gesprächen zwischen den Landesverbänden in Vorbereitung auf den Parteitag im Mai ist sehr, sehr deutlich geworden, dass es ein erhebliches Problem für uns darstellt, dass Guido Westerwelle an dem Amt festhält“, sagte der Schatzmeister der Berliner FDP und Bundestagsabgeordnete Lars Friedrich Lindemann am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Von anderer Stelle hieß es in der FDP, Westerwelles Verbleib im Amt sei noch nicht ausgemacht. In Parteikreisen wurde nicht ausgeschlossen, dass der Parteitag Mitte Mai in Rostock bezüglich einer Kabinettsumbildung eine gewisse Dramatik auslösen könnte.

Neue Nahrung bekam die Debatte durch eine am Dienstag veröffentlichte Forsa-Umfrage von „stern“ und RTL, in der die Liberalen trotz des eingeleiteten Führungswechsels einen Punkt verloren und auf ihr Rekordtief von drei Prozent rutschten. Forsa-Chef Manfred Güllner führte dies auf Außenminister Westerwelle zurück, der als Negativ-Figur gesehen werde. „Solange er im Amt ist, wird es die FDP sehr schwer haben, aus dem Tief zu kommen“, sagte Güllner dem „stern“.

Lindemann forderte, der designierte Parteichef Philipp Rösler müsse freie Hand bei der Aufstellung seines Führungsteams bekommen. „Dabei darf es keine Tabus geben.“ Es gehe schließlich um die Zukunft der FDP. „Da darf keine Frage außen vor bleiben.“

Großer Druck zu einem umfangreichen Neuanfang kommt von der Basis. So verabschiedete der Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe am Wochenende einen Dringlichkeitsantrag für den Parteitag, in dem eine Kabinettsumbildung gefordert wird. Alle von der FDP bisher besetzten Ministerien und Staatssekretärsstellen müssten zur Disposition gestellt werden - mit dem Ziel, dass die FDP das Finanzministerium erhält, heißt es darin.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

19.04.2011, 19:04 Uhr

Die FDP wird auch nach einem gänzlichen Abgang von Westerwelle im Tief bleiben, denn Rösler wird die Partei nicht aus dem Tief holen, er ist ein Blender.
Mit ständigen dümmlichen Dauergrinsen kann man keine Partei leiten

wolf

19.04.2011, 20:13 Uhr

Den Schaden den Herr Rösler in der Vergangenheit angerichtet hat ("Gesundheitsreform"), ist mit Sicherheit bei den Wählern nicht vergessen.

Osterwelle

19.04.2011, 23:23 Uhr

Entscheidend für den Kurs ist der Wille der Basis, der auch mit dem der Stammwählerschaft korelliert. Um eine Wende zum Besseren einzuleiten ist es notwendig auf die Basis zu hören und selbstverstädlich nicht auf die Gegner. Von denen ist ohnehin keine Stimme zu erwarten. Herr Rösler hat immer noch die Chance die Partei aus dem Stimmungstief zu führen. Dazu muß jedoch so Manches aus der Ära "Westerwelle in der Regierung" umgegraben werden. Zum Beispiel auch die Neubesetzung der Ministerposten, insbesondere im Auswärtigen Amt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×