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04.04.2012

21:52 Uhr

Alt-Kanzler

Schröder wirbt für stärkere Integration Europas

VonSven Afhüppe

ExklusivDer ehemalige Bundeskanzler lobt die Maßnahmen des EU-Gipfels zur Euro Rettung. Durch eine politische Union gewinne Europa an Stärke und Stabilität, so Schröder. Doch dafür müssten die Länder auch verzichten.

Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder. dpa

Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder.

Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) drängt auf eine weitere Vertiefung Europas. "Ich bin ich auch davon überzeugt, dass auf dem EU-Gipfel im vergangenen Dezember die richtigen Maßnahmen zur Euro-Rettung angestoßen wurden. Mit den Beschlüssen wurde die Grundlage für eine stärkere Integration Europas gelegt, an dessen Ende die politische Union Europas stehen kann, die zu meiner Zeit als Bundeskanzler politisch noch nicht möglich war", sagte Schröder im Interview mit dem Handelsblatt. Der Sozialdemokrat hält es aber für notwendig, dass "alle Länder auf nationale Souveränität verzichten" müssen. "Aber im Gegenzug gewinnt Europa insgesamt an Stärke und Stabilität", betonte Schröder.

Schröder plädiert dafür, dass nicht nur die Geldpolitik, "sondern auch die Wirtschafts-, Finanz- und Sozialpolitik in Europa koordiniert" werden. "Ich sehe mit Genugtuung, dass Union und FDP den Widerstand aufgegeben haben gegen eine Wirtschaftsregierung in Europa, die wir schon lange gefordert haben. Den Anfang könnte beispielsweise ein Euro-Finanzminister machen", so Schröder.

Der ehemalige Bundeskanzler rechnet damit, dass Deutschland auch weiterhin Krisen-Staaten wie Griechenland finanziell helfen muss. "Die Solidarität Deutschlands wird von den europäischen Partnern eingefordert wird, weil wir wie kein anderes Land von der Währungsgemeinschaft und der Einführung des Euro profitiert haben. Dieser ökonomische Vorteil hat natürlich einen politischen Preis", betonte Schröder. Ein Vorwurf, den man der Bundesregierung in der Euro-Krise deshalb machen könne, sei, dass man sich zu lange verweigert habe, Griechenland die volle Solidarität zu gewähren. "Die Europäische Union ist eine Transferunion", sagte Schröder.

Auch in die Debatte um eine Frauenquote in Deutschland schaltet der Ex-Bundeskanzler sich ein. "Wir brauchen eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dazu gehört auch, die Frauenquote in den Führungsetagen der Wirtschaft deutlich zu erhöhen", sagte Schröder. Auf die Frage, ob dafür eine gesetzliche Regelung notwendig sei, antwortete er: "Ja, weil es anders nicht geht."

Eine gesetzliche Frauenquote müsse nicht für die Vorstände von Unternehmen gelten, "aber es sollte auf jeden Fall in den Aufsichtsräten beginnen". Schröder: "Wenn dort nicht ein Anfang über eine gesetzliche Quote gemacht wird, ändert sich an der Beteiligung von Frauen in Führungspositionen in den nächsten Jahren kaum etwas."

Kommentare (30)

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Wutbuerger

04.04.2012, 22:36 Uhr

Deutliche Symptome von Altersdemenz. Schlimm.

Account gelöscht!

04.04.2012, 22:46 Uhr

Völlig klar,der Mann aus Rußland,der auch seine Steuern dort bezahlt, will natürlich seinem Freund Putin ein geordnetes Haus Europa übergeben. Allerdings wird Putin keine Kompetenz an Brüssel abgeben, sondern Brüssel wird nach Moskau umsiedeln. Wir werden Russisch und die kyrillische Schrift lernen, Putin wird im vereinten Europa 1.Prasident und Schrödi wird erster Europakanzler.

Nee, Schrödi, bleib mal hübsch in Rußland und misch dich nicht in die EU ein. Mit Merkel ist das alles schon schlimm genug.

Mazi

04.04.2012, 22:50 Uhr

Das richtige Thema vom falschen Mann.

Wir erinnern uns an den Schaden, den er der SPD aber auch dem Volk allgemein angerichtet hat.

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