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23.04.2013

16:19 Uhr

Alternative für Deutschland

Anti-Euro-Partei dementiert Mövenpick-Spende

VonDietmar Neuerer

ExklusivDie CDU-nahe Adenauer-Stiftung ist überzeugt, dass die Euro-kritische Partei AfD am Tropf eines Großspenders hängt. Für Parteichef Lucke ist das abwegig. Seine Alternative für Deutschland finanziere sich ganz anders.

Der Sprecher der Partei Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke. dpa

Der Sprecher der Partei Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke.

BerlinDer Vorstandssprecher der Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, hat einer internen Analyse der CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung widersprochen, wonach seine Partei möglicherweise vom Besitzer des Mövenpick-Konzerns, dem Milliardär August von Finck, mitfinanziert werde. Lucke sprach von einer „frei erfundenen“ Behauptung. „Wir haben keine Spende von Finck bekommen“, sagte der AfD-Chef Handelsblatt Online

Laut Lucke finanziert sich seine Partei derzeit ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und Kleinspenden. „Wir haben ja gerade erst mit dem Fundraising begonnen“, sagte Lucke.

In der Handelsblatt Online vorliegenden Expertise der CDU-nahen Stiftung heißt es einigermaßen vage: „Es ist durchaus im Bereich des Wahrscheinlichen, dass Finck den Wahlkampf der AfD nicht an finanziellen Hindernissen scheitern lassen wird.“ Die Partei werde „für ihren von Marketingagenturen eingekauften und professionellen Wahlkampf viel Geld brauchen“.

Wer die AfD anführt

Bernd Lucke, Sprecher

Bernd Lucke ist Professor für Makroökonomie an der Universität Hamburg, 2004 war er Berater der Weltbank. Lucke sieht sich als „Christdemokrat, der von seiner Partei verlassen wurde“ und so verließ er nach 33 Jahren Mitgliedschaft die CDU, in die er mit 16 eintrat. Er fordert eine geordnete Auflösung des Euro-Zwangsverbandes. Eine Option sei die Einführung von Parallelwährungen. Dafür müsste Deutschland eine Änderung der Verträge erzwingen.

Konrad Adam, Sprecher

Der ehemalige FAZ-Redakteur vertrat schon 2003 die Meinung, dass die fehlende Einheit von Staatsvolk und Staat die EU geradewegs zur Despotie führen müsse. Denn die bürokratische Zentrale in Brüssel ziehe mehr und mehr Kompetenzen an sich, die nicht durch Volkszustimmung legitimiert seien. 2005 bezeichnet er die europäischen Politiker als „zeitgerecht regierende Tyrannen“, die sich von dem „Glauben an den Legitimationsbedarf jeglicher Herrschaft“ losgesagt hätten.

Frauke Petry, Sprecherin

Frauke Petry wurde am 1. Juni 1975 geboren. Sie ist Mitglied des Sächsischen Gleichstellungsbeirats und Landesbeauftragte für Sachsen des Vereins zur Unterstützung der Wahlalternative 2013. Außerdem ist sie Trägerin des Bundesverdienstordens.

Alexander Gauland, stellvertretender Sprecher

Gauland war bis 2011 Mitglied der CDU und in den 1980er Jahren Staatssekretär in der hessischen Staatskanzlei unter Ministerpräsident Walter Wallmann. Gauland beklagt den Verlust des Konservativen in der CDU und ist ein vehementer Gegner des „Brüsseler Großstaats“. Er war schon immer ein Euro-Skeptiker. Für ihn ist Europa ein „Kontinent der Nationen“ ohne gemeinsame europäische Kultur. Die Einführung des Euro sieht er vornehmlich
dem Interesse der anderen Staaten geschuldet, ein zu starkes Erstarken Deutschlands zu verhindern.

Die Autoren der Analyse begründen ihre Annahme mit einer bereits existierenden Verbindung der AfD zum Mövenpick-Konzern. Demnach unterstützt Finck die von Beatrix von Storch geführten Organisationen BürgerKonvent und Zivile Koalition. Von Storch wiederum gehört zu den Unterstützern der AfD. Laut Stiftungs-Analyse stimmt zudem die Adresse der Zivilen Koalition mit der der PR-Abteilung von Mövenpick Deutschland überein.

Lucke sagte dazu, es gebe „keine Verbindung“ von der AfD zu von Storch. Ihre Unterstützung sei lediglich „symbolischer“ Art.

Fakten zur Anti-Euro-Bewegung „Alternative für Deutschland“

Parteigründer

Zu den Gründern der Partei gehören neben dem Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke unter anderem der langjährige FAZ-Feuilletonist Konrad Adam und der ehemalige hessische Staatssekretär Alexander Gauland.

Nein zum Euro

Die AfD fordert die Auflösung des Euro-Währungsgebietes und die Wiedereinführung nationaler Währungen.

Bundestagswahl

Zur Bundestagswahl im September 2013 ist die neugegründete Partei erstmals angetreten. Bei der Europawahl im Mai 2014 erzielte sie sieben Prozent und zog mit sieben Abgeordneten ins EU-Parlament ein.

Kommentare (107)

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Account gelöscht!

23.04.2013, 16:25 Uhr

Also das ist schon eigenartig, was die Konrad-Adenauer-Stiftung seit zwei Tagen so alles vorbringt
Das riecht aber ganz enorm nach Auftrags-Arbeit
Die Konrad-Adenaur-Stiftung sollte sich schämen, sich so mißbrauchen zu lassen

beat126

23.04.2013, 16:30 Uhr

Es liegt wohl eher am politischen Klüngel, dass eine Partei, die gerademal 1 Woche alt ist, für so viel Aufregung in Berlin sorgen kann.

Dann wird es tatsächlich Zeit, diesen Klüngel zu öffnen.

Account gelöscht!

23.04.2013, 16:31 Uhr

Wann werden die Mülltonnen der AfD durchwühlt?

Da muss doch irgendwo ein Stück schmutziger Wäsche sein...

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