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21.10.2014

17:21 Uhr

Alternative für Deutschland

Hackerangriff auf die Führungsebene der AfD

Der Hacker-Angriff auf die AfD galt nicht nur dem Goldshop – die Gruppe „Anonymous Austria“ hat nach eigenen Angaben E-Mails und Dateianhänge der Parteiführung abgefangen. Lucke und Co stehen vor brisanten Enthüllungen.

Bei einer Parteiveranstaltung der Alternative für Deutschland (AfD). Der Webshop der Partei ist offenbar einem Hackerangriff zum Opfer gefallen. dpa

Bei einer Parteiveranstaltung der Alternative für Deutschland (AfD). Der Webshop der Partei ist offenbar einem Hackerangriff zum Opfer gefallen.

Berlin/MünchenDie AfD ist Ziel eines Hackerangriffs geworden. Ein Unbekannter habe sich Zugriff auf E-Mails verschafft und die Daten einer zweistelligen Zahl von Goldshop-Käufern vergangene Woche im Internet veröffentlicht, sagte Parteisprecher Christian Lüth am Montag auf dpa-Anfrage.

„Es saß jemand auf dem Server, der E-Mails mitlesen konnte.“ Es seien mutmaßlich nicht nur einzelne Mails gelesen worden. „Wir gehen davon aus, dass das politisch motiviert war.“ Die rechtskonservative Partei will mit dem Verkauf von Goldbarren und -münzen ihre Parteifinanzen sanieren und hofft, zwei Millionen Euro zu erlösen. „Der Server wird derzeit von Sicherheitsbeamten überprüft“, sagte der Sprecher.

Aktivisten der österreichischen Hackergruppe „Anonymous Austria“ haben sich zu dem Angriff bekannt. Die Gruppe griff über Monate das E-Mail-System der Partei an und erbeutete sensible Nachrichten und Dateianhänge. Darunter befinden sich interne E-Mails der Parteiführung, Anträge auf Parteiausschlussverfahren und Gerüchte über das Privatleben von Parteimitgliedern, berichtet die FAZ.

Der Fehler, der von Kriminellen zur Erbeutung sensibler Serverdaten ausgenutzt werden kann, wurde im April 2014 entdeckt. Bei Angriffen mit der Heartbleed-Methode werden manipulierte Anfragen an einen Server geschickt, die prüfen sollen, ob weiterhin eine Verbindung besteht. Wegen des Programmierfehlers antwortet der Server nicht nur mit einer Bestätigung, dass die Verbindung weiter besteht, sondern leitet irrtümlich einen Teil seines Arbeitsspeichers an den Hacker weiter. In diesem zufälligen Teil des Arbeitsspeichers können sich dann sensible Passwörter oder E-Mails befinden.

Derzeit ist der Verkauf gestoppt, der Online-Goldladen soll ab 22. Oktober wieder in Betrieb gehen. Im Internet begründet die AfD die Schließung damit, dass wegen der großen Zahl von Bestellungen die ordnungsgemäße und pünktliche Abwicklung zur Herausforderung geworden sei.

Lüth sagte, die AfD habe nach dem Angriff ihren Server schnell abgeschaltet und die Polizei eingeschaltet. Seitdem seien keine Daten mehr veröffentlicht worden. Die Seiten mit den Kundendaten sind nach AfD-Angaben inzwischen auch nicht mehr online.

Von

dpa

Kommentare (19)

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Herr Theo Gantenbein

21.10.2014, 09:13 Uhr

Die AfD ist für die Blockparteien so gefährlich geworden, dass jetzt zu Sabotage gegriffen wird.

Würde man die Webseiten der Grünen angreifen, dann würden sofort Lichterketten und "Mahnwachen gegen Rechts" im ganzen Land gebildet...

Herr Günther Konorza

21.10.2014, 15:09 Uhr

Stimmt es das die Hauptkäufer Dr. Angela Merkel, Dr. Wolfgang Schäuble und Dr. Mario Draghi heißen?
Wird auch hier Euro gepredigt und Gold getrunken?

Herr C. Falk

21.10.2014, 17:37 Uhr

Der Goldshop der AfD ist offenbar zu gut gelaufen, da musste unbedigt etwas getan werden. Es geht immerhin auch um die volle Ausschöpfung der staatlichen Parteienfinanzierung, die nur dann gewährleistet ist, wenn die Partei selber zu ihrer Finanzierung mit entsprechenden Geschäftstätigkeiten beiträgt.

Wenn die Goldverkäufe jetzt nicht mehr so gut laufen sollten, hat die Bundeskasse einen entsprechenden Vorteil aus der Affaire gezogen.

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