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26.09.2013

10:31 Uhr

Alternativer Nobelpreis

Ehrung für Retter vergewaltigter Frauen

Selbst ein Mordversuch hat den Arzt Denis Mukwege nicht abgeschreckt. Er behandelt weiter vergewaltigte Frauen im Kongo und macht auf ihr Schicksal aufmerksam. Dafür erhält er den Alternativen Nobelpreis.

Der Arzt  Denis Mukwege behandelt weiterhin vergewaltigte Frauen im Kongo. ap

Der Arzt Denis Mukwege behandelt weiterhin vergewaltigte Frauen im Kongo.

StockholmDer Alternative Nobelpreis zeichnet in diesem Jahr den Kampf gegen Chemiewaffen und den mutigen Einsatz für Vergewaltigungsopfer im Kongo aus. Der US-Amerikaner Paul Walker bekommt den Preis inmitten der aktuellen Diskussion um die Vernichtung von Syriens Giftgas-Vorräten als „einer der effektivsten Wegbereiter für die Abschaffung von Chemiewaffen“, wie die Right Livelihood Award-Stiftung am Donnerstag in Stockholm verkündete.

Den Arzt Denis Mukwege ehrt die Stiftung für sein Engagement für vergewaltigte Frauen in seiner Heimat, der Demokratischen Republik Kongo. In einem Krankenhaus in Süd-Kivu behandelt der Gynäkologe unermüdlich Opfer sexueller Kriegsgewalt. Seit Jahren setzt er sich öffentlich dafür ein, deren Peiniger zur Rechenschaft zu ziehen. Auch ein Attentat auf ihn, bei dem statt Mukwege einer seiner Mitarbeiter starb, brachte ihn nicht dazu, aufzuhören. Mukwege wird auch als Anwärter für den Friedensnobelpreis gehandelt.

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Walker habe sich als Direktor für „Environmental Security and Sustainability“ beim Internationalen Grünen Kreuz „unerbittlich“ für die Umsetzung der Konvention zum Verbot von Chemiewaffen eingesetzt, hieß es in der Begründung der Stiftung. Die Konvention wird gegenwärtig von 189 Staaten getragen.

„Die Chemiewaffenkonvention ist eigentlich ein Erfolgsmodell gewesen“, will der Direktor der Stiftung, Ole von Uexküll, mit der Auszeichnung auch zeigen - und richtet dabei den Blick auf die Lage in Syrien. Durch Walkers Einsatz seien schon Zehntausende Tonnen chemischer Waffen aus sechs nationalen Arsenalen sicher vernichtet worden. Jetzt konzentrierten sich seine Bemühungen auf den Beitritt der übrigen Staaten zu dem Pakt. Syrien soll am 14. Oktober Mitglied werden.

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