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22.08.2011

07:18 Uhr

Altersarmut

Immer mehr Menschen arbeiten auch im Rentenalter

660.000 Rentner haben laut Medienberichten im vergangenen Jahr trotz Ruhestand weiter gearbeitet, um ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Der Rentner Erich Boos trägt trotz Ruhestand in Wiesbaden Zeitungen aus. dpa

Der Rentner Erich Boos trägt trotz Ruhestand in Wiesbaden Zeitungen aus.

SaarbrückenImmer mehr Rentner in Deutschland müssen für ihren Lebensunterhalt noch arbeiten oder die staatliche Grundsicherung beantragen. Die „Saarbrücker Zeitung“ (Montagausgabe) berichtete vorab unter Berufung auf Zahlen des Bundesarbeitsministeriums, im vergangenen Jahr seien etwa 660.000 Menschen im Alter zwischen 65 und 74 Jahren einer geringfügigen Beschäftigung oder einem Minijob nachgegangen. Im Jahr 2000 seien es noch 416.000 gewesen. Die Zahl der über 65-Jährigen, die staatliche Grundsicherung erhielten, sei von 258.000 im Jahr 2003 auf 400.000 im Jahr 2009 gestiegen. 

Der Linken-Abgeordnete Matthias Birkwald, der eine kleine Anfrage an die Bundesregierung gestellt hatte, sagte der Zeitung: „Ruhestand war gestern, malochen bis zum Tode heißt heute das Schicksal von immer mehr Rentnerinnen und Rentnern.“ Prekäre Arbeit führe direkt in die Altersarmut. Er forderte, die Abschaffung aller Rentenkürzungsfaktoren, die Rente mit 67 zurückzunehmen und wieder Mindestentgeltpunkte für Langzeitarbeitslose und Niedrigverdiener einzuführen.

 

Von

dapd

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

22.08.2011, 08:26 Uhr

Es ist doch eine Schande dass die welche dieses Land aufgebaut haben im Alter mit ihrer Rente nicht über die Runden kommen.
Das TV verbreitet auch hier wieder falsche Informationen in dem es von den "fidelen Rentnern" berichtet. Nach meinen Erkenntnissen sind diese entweder Beamte aus dem gehobenen u. höheren Dienst und Unternehmer/Freiberufler die ihr Tätigkeit aufgegeben haben.
Und nun fällt dem hirnlosen Bahr von der 3%-Partei auch nichts anderes ein, als die Beitäge zur Pflegeversicherung zu erhöhen. Das trifft gerade die Gruppe der schwächsten. Zu einer grundlegenden Reform im Pflege-/Gesundheitswesen ist man nicht fähig. Wenn man dazu aber zu blöd ist, bittschön, die Schweiz zeigt wie man es machen kann. Da wird deutsch gesprochen und man braute es nur abzuschreiben. Aber vielleicht ist die Politik dazu auch zu blöd.

StechusKaktus

22.08.2011, 10:12 Uhr

Die Rentner, die ich kenne und die einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen, sind allesamt finanziell unabhängig und arbeiten um sich fit zu halten bzw. halten Arbeit für eine sinnvolle Beschäftigung. Sind die in der Statistik mit drin?

Account gelöscht!

22.08.2011, 11:04 Uhr

Mein Freund ist StB und mach demzufolge auch Lohnabrechnungen für seine Mandaten. All die Rentner die bei seinen Mandanten beschäftigt sind, arbeiten weil die das Geld bitter nötig haben. Leser des HB, wie Sie und ich gehören bestimmt nicht zu dieser Gruppe und persönlich kenne ich auch nicht solche Leute.

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