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19.11.2014

12:37 Uhr

Altersarmut

Immer mehr Senioren leben am Existenzminimum

Seit Jahren nimmt das Armutsrisiko für Rentner in Deutschland zu, alte Menschen im Westen sind häufiger betroffen als im Osten. Armutsgefährdet ist, wer als Alleinstehender weniger als 892 Euro im Monat zum Leben hat.

Die Bundesregierung will noch in dieser Legislaturperiode Maßnahmen gegen Altersarmut ergreifen. dapd

Die Bundesregierung will noch in dieser Legislaturperiode Maßnahmen gegen Altersarmut ergreifen.

WiesbadenArmut trifft immer mehr ältere Menschen in Deutschland. Das Armutsrisiko der über 65-Jährigen steigt stärker als im Bevölkerungsdurchschnitt und hat den höchsten Stand seit Einführung der Statistik 2005 erreicht. Unter den Rentnern im Westen ist der Anteil armutsgefährdeter Menschen bereits etwas höher als in der gesamten Bevölkerung, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte.

Fast jeder siebte Ältere (14,8 Prozent) war 2013 in den alten Bundesländern von Armut bedroht - das waren 0,4 Prozentpunkte mehr als im Bevölkerungsdurchschnitt. In den neuen Bundesländern (einschließlich Berlin) gilt zwar nur jeder achte Rentner (12,5 Prozent) als armutsgefährdet. Deutlich höher ist jedoch das Risiko der Gesamtbevölkerung im Osten: Fast jeder Fünfte (19,8 Prozent) lebt an der Armutsschwelle.

Damit ist in ganz Deutschland mehr als jeder Sechste (15,5 Prozent) von Armut bedroht - 1,5 Prozentpunkte mehr als 2006 und 0,5 Punkte mehr als 2011. Armutsgefährdet ist nach der EU-Definition, wer von weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Bevölkerung seines Landes lebt. Dies sind nach der Haushaltsbefragung Mikrozensus 2013 für einen Alleinlebenden 892 Euro im Monat.

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Im Vergleich zu 2011 beträgt das Plus der armutsgefährdeten Rentner in West und Ost jeweils 1,1 Prozentpunkte. Im Westen steigt die Quote seit 2006 (11,0 Prozent) von Jahr zu Jahr; im Osten (2006: 8,3 Prozent) gilt dies mit einer Ausnahme.

„Besonders im Osten werden wir in den kommenden Jahren eine Welle von Altersarmut erleben“, mahnt der AWO-Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler. Schon bald gingen Menschen in Rente, deren Erwerbsbiografien durch die Wiedervereinigung stark zerrüttet worden seien. Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher, mahnte: „Das Problem ist akut wie nie und darf nicht mehr wegdiskutiert werden.“

Im Saarland (19,2 Prozent), Rheinland-Pfalz (17,8 Prozent) und Bayern (17,0 Prozent) ist das Armutsrisiko für Menschen ab 65 Jahren laut Statistik am höchsten. Am geringsten ist es in Berlin (11,0 Prozent), in Sachsen (11,5 Prozent) und Hamburg (11,7 Prozent).

Von

dpa

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

19.11.2014, 11:33 Uhr

Ist das nicht in etwa der Betrag den sich die Parlamentarier (ohne 18,9% Beitragszahlung) als Diätenerhöhung zugebilligt hatten und der Rentenbezieher (mit 18,9% Beitragszahlung) als Arm klassifiziert?!

Herr J.-Fr. Pella

19.11.2014, 12:06 Uhr

Es ist schon pervers, wenn hoch dotierte Beamte des Bundesamtes für Statistik, die Rentenarmut im Westen zum Vergleich die Rentenarmut im Osten hochrechnet.
Rentenarmut sollte es nirgendwo in Deutschland geben!
Aber davon sind ja Politiker und Beamte verschont.

Herr Gert Hofmann

19.11.2014, 12:17 Uhr

Altersarmut. Kinderarmut. Wann wachen unsere Politiker auf. Dieses Thema gibt es doch nicht erst seit gestern. Altersarmut, Kinderarmut in den USA. Huch!!!! Und dann die Arbeitsbedingungen und Löhne aus den USA durch TTIP
importieren? Geht´s noch.

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