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10.07.2017

14:33 Uhr

Alterssicherung

Für die Rentner geht es aufwärts

VonPeter Thelen

Die Wahlkämpfer warnen vor Altersarmut und umsorgen die Rentner: Dabei steigt die Durchschnittsrente bei Neurentnern wieder, wie aktuelle Zahlen der deutschen Rentenversicherung zeigen. Grund sind steigende Löhne.

Der Boom auf dem Arbeitsmarkt sorgt dafür, dass die Reserven der Rentenversicherungs langsamer schmilzen. dpa

Volle Rentenkassen

Der Boom auf dem Arbeitsmarkt sorgt dafür, dass die Reserven der Rentenversicherungs langsamer schmilzen.

BerlinAlles redet von der Altersarmut, die in Zukunft droht. Die SPD führt ihren Rentenwahlkampf mit dem Versprechen, das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent des bisherigen Einkommens sinken zu lassen – das ist der heutige Wert. Doch so schlecht wie die aktuelle Debatte vermuten lässt, geht es den Rentnern derzeit gar nicht. Dies belegen aktuelle Zahlen der deutschen Rentenversicherung. Zwar ist das Rentenniveau seit Anfang des Jahrtausends von 53 Prozent auf aktuell etwas über 48 Prozent gesunken.
Trotzdem hatten Versicherte, die 2016 erstmals Rente bekamen, am Ende mehr Geld in der Tasche als jemand der 2000, im Jahr vor den großen Sparreformen im deutschen Rentenrecht, in den Ruhestand ging.

In Zahlen: Die Rente ist durchschnittlich von 943 Euro auf 1013 Euro pro Monat gestiegen. Jedoch bezieht sich diese Summe nur auf männliche Rentner in den alten Bundesländern. Aber auch in den neuen Ländern erhielt der durchschnittliche Neurentner von 2016 satte 989 Euro statt 916 Euro pro Monat.

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Zwischendurch gingen die Renten auf Talfahrt: Ihren Tiefststand erreichten die Ostrenten 2006 mit unter 820 Euro und in Westdeutschland 2011 in Höhe von 870 Euro monatlich. Die Renten der Frauen sind insgesamt auf einem deutlich niedrigem Niveau, weil sie vor allem im Westen nicht durchgängig gearbeitet haben. Im Westen stieg hier die Durchschnittsrente von 436 Euro auf 631 Euro und im Osten von 682 Euro auf 887 Euro. Ein wichtiger Grund für die positive Entwicklung in den vergangenen Jahren sind die wieder steigenden Löhne.

Kommentare (3)

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Herr Peter Spiegel

10.07.2017, 16:35 Uhr

Die Rente ist durchschnittlich von 943 Euro auf 1013 Euro gestiegen, damit lässt sich doch eine
bescheidene Wohnung in Marokko finanzieren und wer isst schon öfter als einmal Fleisch in der Woche Die Älteren sind das ja auch noch gewöhnt. Kartoffel mit Quark ist gesund, hält schlank und
man lebt länger, wenn auch zum Leidwesen der Rentenversicherung.

Herr Peer Kabus

10.07.2017, 17:17 Uhr

"Aber auch in den neuen Ländern erhielt der durchschnittliche Neurentner von 2016 satte 989 Euro statt 916 Euro"

Die Formulierung "satte" 989 € erinnert mich irgendwie an "wenn das Volk kein Brot hat, soll es doch Kuchen essen".

Da Kartoffeln schon zu einem Luxus-Lebensmittel mutieren, bietet sich statt Kuchen halt Reis an - 1 kg = 0,89 € - und der hält sich im Gegensatz zu Kuchen oder Kartoffeln fast unbegrenzt.

Also liebe Rentner, - deckt euch mal reichlich mit Reis ein, bevor die Lebensmittel-Industrie hier auch eine lukrative Marktlücke entdeckt.

Herr Heino Ewerth

11.07.2017, 10:04 Uhr

Für wie Dumm eigentlich hält der Mainstream und das Qualitätsmedium Handelsblatt in Deutschland eigentlich seine Bürger?

„Trotzdem hatten Versicherte, die 2016 erstmals Rente bekamen, […] mehr Geld [als ein Neurenter im Jahr 2000]. In Zahlen: Die Rente ist durchschnittlich von 943 Euro auf 1013 Euro pro Monat gestiegen.“ Das sind 7,5 Prozent mehr bzw. eine durchschnittliche Steigerung von satten 0,45 Prozent pro Jahr.

Kaum messbar und weit unter der Steigerung nach der goldenen Lohnregel (Zielinflation plus Produktivitätszuwachs = 3 Prozent pro Jahr), sogar weit unter der durchschnittlichen Inflationsrate, d. h. jedes Jahr ein satter Kaufkraftverlust.

Was an dem von 53 auf 48 Prozent gesunkenen Rentenniveau sowieso sofort erkennbar wird. Aber „Für die Rentner geht es aufwärts“, obwohl es permanent abwärts geht. Genau so und genau mit derselben Lügerei ist die DDR zugrunde gegangen. Und dann beschwert man sich über angebliche Alternative Fakten und beschwört den angeblichen Qualitätsjournalismus. ?

Würden unsere Mainstream Medien ihrem Auftrag gerecht, sich nicht gemein machen mit einer Sache auch nicht mit einer vermeintlich Guten, gebe es in Deutschland nicht noch immer mehr Armut. Sondern Millionenfach würden die Betroffenen vorm Kanzleramt stehen und protestieren.

Würde täglich in den Medien zu lesen, oder hören sein, dass ein Armutsmindestlohn, im Alter für Armutsrenten sorgt, und man 63 Jahre einzahlen muss, um auf Grundsicherung Niveau zu landen?

Würden täglich in den Medien zu lesen, sein, warum es Österreich, 800 Euro mehr im Monat an Rente gibt, trotz gesetzlicher Versichert? Oder Schweiz, oder Holland, der die Skandinavischen Länder.

Würden die Medien täglich aufklären, dass die Produktivitätssteigerungen, alle Mal ausreichen um auch in Zukunft mehr Ältere zu versorgen.

Sobald aber nur ein Hauch von Ehrlichkeit/Gerechtigkeit am Himmel von Deutschland erscheint, mutieren Medien von "Wachhunden zu Kampfhunden"

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