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31.01.2011

14:52 Uhr

Altersvorsorge

Rentner sollen mehr verdienen dürfen

Immer mehr Rentner, immer weniger Rente: Die Bundesregierung will Altersarmut bekämpfen, indem Rentner unter 65 Jahren mehr hinzuverdienen dürfen. Der Vorschlag verwischt die Grenzen zwischen Arbeitsleben und Ruhestand - die Opposition ist gar nicht begeistert.

Laut Bild-Zeitung will die Bundesregierung Rentnern unter 65 Jahren erlauben, mehr hinzuzuverdienen. ap

Laut Bild-Zeitung will die Bundesregierung Rentnern unter 65 Jahren erlauben, mehr hinzuzuverdienen.

BERLIN. Die schwarz-gelbe Koalition will jüngeren Rentnern grundsätzlich einen höheren Zuverdienst ermöglichen. "Es gibt noch keinen abgestimmten Entwurf innerhalb der Regierung oder insgesamt der Koalition", sagte ein Sprecher des Arbeitsministeriums am Montag in Berlin. Eine Gesetzesinitiative im Laufe des Jahres sei allerdings durchaus realistisch.

Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor von einer koalitionsinternen Einigung berichtet, wonach Rentner unter 65 Jahren künftig mehr hinzuverdienen könnten als die bisherigen 400 Euro. Rente und Zuverdienst dürften demnach zusammen genauso hoch sein wie das letzte Bruttogehalt. Bei Opposition und Gewerkschaften stieß das Vorhaben auf massive Kritik.

Das Arbeitsministerium bestätigte Überlegungen in diese Richtung. Bislang gebe es aber "noch keine abschließenden Überlegungen, geschweige denn Abstimmungen". Auch Regierungssprecherin Sabine Heimbach sagte lediglich, ein solches Modell werde in die Überlegungen für eine Reform einbezogen.

Bislang dürfen Rentner nur 400 Euro pro Monat verdienen, ohne dass ihre Altersrente gekürzt wird. In Zukunft könnte dem "Bild"-Bericht zufolge eine Rentnerin, die zuletzt 2200 Euro brutto verdiente, bei einer Altersrente von 700 Euro monatlich 1500 Euro hinzuverdienen - zumindest wenn sie früher als mit 65 Jahren in Rente gegangen ist.

"Die Regelung ermöglicht älteren Menschen, schrittweise in Ruhestand zu gehen", sagte der stellvertretende FDP-Fraktionschef Heinrich Kolb. SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil sprach hingegen von "staatlich subventionierter Lohndrückerei".

Die Linken-Vorsitzende Gesine Lötzsch forderte, anstelle von Mini-Renten und Mini-Hinzuverdiensten müssten ausreichend Arbeitsplätze für Ältere geschaffen werden. Auch Annelie Buntenbach vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) nannte es puren Zynismus, wenn Arbeitnehmer die Abschläge durch die Rente mit 67 durch Hinzuverdienste ausgleichen sollten.

Kommentare (2)

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Margrit Steer

01.02.2011, 22:30 Uhr

Hier stimme ich der Opposition mal zu.
Die Leute gehen also vorzeitig in Rente nehmen Kürzungen in Kauf und jammern dann. Und sollen nun noch mehr hinzu verdienen dürfen. Wie dämlich ist das denn?
Warum sind sie denn nicht bis zum 65. Lebensjahr in beruf geblieben? Viele kontnen ja gar nicht schnell genug verschwinden
ich meine die, die selbst in Frührente gegangen sind. Von denen, die gegangen wurden, rede ich nicht.
Mit diesem neuen Vorhaben schafft die Regierung wieder mal eins: dass noch weniger normale Menschen/Arbeitssuchende einen Arbeitsplatz finden und dass natürlich wieder mal die Arbeitgeber profitieren. Ein Frührenter, der noch voll im Geschehen ist, macht nun seine Arbeit weiter.
Es müssen für einen Renter keine Renten- und Arbeitslosenvers.-beiträge mehr abgefürht werden, also ist das ein gutes Geschäft für den AG.
Derweil steht der 36jährige Dipl.-Kaufmann weiter auf der Straße, denn der wäre ja teurer, da alle Abgaben für ihn bezahlt werden müßten
Diese Merkel-Regierung ist wirklich der reine Horror

Mariana Mayer

01.02.2011, 22:42 Uhr

Also ein Grundsicherungsempfänger muss jedes Jahr seine Kontoauszüge vorlegen, lebenslang gearbeitet und dann sitzen insbesondere noch Frauen da, die die Alten anmachen und diskriminieren und ihre Arbeit nicht machen wollen hinter dem Tresen. Das sind dann die gutverdienenden Vizechefinnen. Finden sie überall, beim Finanzamt beim sozialamt, bei den Krankenkassen etc.

reales Fallbeispiel: XYZ

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