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04.05.2013

13:24 Uhr

Amigo Affäre

FDP attackiert SPD-Spitzenkandidat Ude

VonDietmar Neuerer

ExklusivDie Verwandtenaffäre bringt Bayern und die Parteien insgesamt in Misskredit. Doch dass die SPD nun Rücktritte fordert, geht selbst der FDP zu weit. Die Sozialdemokraten säßen mit auf der Anklagebank, heißt es.

Der Vorsitzende der rheinland-pfälzischen FDP, Volker Wissing: Er kritisiert den Spitzenkandidaten der Bayern-SPD, Christian Ude, scharf. dapd

Der Vorsitzende der rheinland-pfälzischen FDP, Volker Wissing: Er kritisiert den Spitzenkandidaten der Bayern-SPD, Christian Ude, scharf.

BerlinIn der Verwandten-Affäre der CSU hat der Vize-Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Volker Wissing, den Spitzenkandidaten der Bayern-SPD für die Landtagswahl, Christian Ude, scharf kritisiert. Ude hatte zuvor den Rücktritt von fünf in die Affäre verwickelten Mitglieder der Regierung von Ministerpräsident Horst Seehofer gefordert.

Wissing sagte dazu: „Herr Ude könnte seiner Rücktrittsforderung Glaubwürdigkeit verleihen, wenn er auch die betroffenen SPD-Landtagsabgeordneten zum Rücktritt bewegen würde. Ansonsten bleibt der schale Beigeschmack, dass die SPD versucht, aus einer Affäre Kapital zu schlagen, in die sie selbst verstrickt ist.“

Ude könne nicht Konsequenzen bei der CSU einfordern und bei der eigenen Partei verweigern, unterstrich Wissing, der auch Mitglied im FDP-Bundesvorstand ist. „Bei dieser Affäre sitzt die SPD nicht auf dem Richterstuhl, sondern mit auf der Anklagebank.“ Nicht nur die CSU, auch SPD, Grüne und Freie Wähler seien „Teil des bayerischen Spezlgates“. Wissing fügte hinzu: „Herr Ude sitzt mit seinen Genossen selbst im Glashaus und sollte daher die Steine besser liegen lassen.“

Zuvor hatte sich auch CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt gegen Ude gewandt und darauf verwiesen, dass die Verwandten-Affäre keine reine CSU-Angelegenheit sei. Auch von Seehofer gab es Kontra: „Ich weiß gar nicht, was der sich da einmischt“, sagte er mit Blick auf Ude. „Er ist weder Parteivorsitzender noch Fraktionsvorsitzender, noch braucht ihn irgendjemand zur Lösung des Problems.“

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Seehofer riet seinen betroffenen Kabinettskollegen, dem Beispiel von Kultusminister Ludwig Spaenle zu folgen und das Geld zurückzuzahlen. Dieser hat angekündigt, 34.000 Euro Gehalt zu erstatten, die er seiner Ehefrau gezahlt hatte.

Kommentare (22)

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Bauchschmerzen-vor-Lachen

04.05.2013, 14:39 Uhr

Herr Wissing? Wer ist Herr Wissing?

Muss man den kennen?

Die FDP ist doch ohnehin ein Auslaufmodell.

Bleibt zu hoffen, dass man den Herren der FDP endlich mal Einwegrasierer zu kommen läßt oder künftig vor Parteitagen oder Fotoshootings verteilt. Diese ungepflegten Dreitagebärtchen sollen wohl dem Milchbubiverein Seriosität und Klugheit verleihen. Was für ein Trugschluss!

Account gelöscht!

04.05.2013, 14:42 Uhr

@"...betroffenen SPD-Landtagsabgeordneten zum Rücktritt bewegen würde. Ansonsten bleibt der schale Beigeschmack, dass die SPD versucht,..."
Im Gegensatz zu den CSU-Politikern wird kein einziger Name von betroffenen SPD- und Grünen-Landtagsmitgliedern genannt, --oder habe ich sie übersehen?
Auch dies hinterlässt einen schalen Beigeschmack, nämlich als Verstoß gegen die neutrale Berichterstattung (1.Semester Journalistik)

Account gelöscht!

04.05.2013, 14:49 Uhr

Sie offenbaren ein grausiges Defizit an grundlegendem Demokratieverständnis. Können Sie mal etwas näher und substantill begründen, warum die FDP diese widerliche Angelegenheit nicht kommentieren sollte.

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