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24.01.2005

16:29 Uhr

Amtszeit beginnt am 1. März 2005

Wirtschaftsweise einigen sich auf Rürup

Nach dem heftigen Streit der vergangenen Wochen haben die „Wirtschaftsweisen“ einen neuen Chef. Der Darmstädter Volkswirtschaftler und Sozialexperte Bert Rürup wird Vorsitzender der Wirtschafts-Sachverständigen der Bundesregierung.

HB WIESBADEN. Das fünfköpfige Gremium habe den 61-Jährigen einstimmig gewählt, teilte der Sachverständigenrat am Montag in Wiesbaden mit. Die dreijährige Amtszeit beginnt am 1. März.

Rürup wird Nachfolger des Regensburger Ökonomen Wolfgang Wiegard, der Ende Februar aus dem Rat ausscheidet. Wiegard hatte das mit der hohen Arbeitsbelastung und mit inhaltlichen Differenzen mit dem „Wirtschaftsweisen“ Peter Bofinger begründet.

Der neue Vorsitzende Rürup gehört dem Sachverständigenrat seit Frühjahr 2000 an. Er hat die Bundesregierung bereits mehrfach zu unterschiedlichen Themen beraten. So leitete er Kommissionen zur Reform der Rentenbesteuerung und zur Finanzierung des Sozialsystems. Erst in der vergangenen Woche war Rürup für fünf weitere Jahre in den Sachverständigenrat berufen worden.

Rürups Vorgänger Wiegard hatte zum Jahreswechsel das Handtuch geworfen, nachdem der Streit um das Ratsmitglied Bofinger eskaliert war. Sowohl Wiegard als auch der „Wirtschaftsweise“ Wolfgang Franz hatten öffentlich massive Kritik an Bofinger geäußert. Der Streit wurde unter anderem durch Bofingers Eintreten für eine Förderung des Konsums mit einer verstärkt nachfrageorientierten Politik angeheizt.

Wiegard hatte Bofinger mit Blick auf die Erstellung des Jahresgutachtens im Herbst vorgeworfen, dieser sei ein ausgewiesener Experte im Bereich der Währungspolitik, aber dazu finde sich im Gutachten kein einziges Wort. „Dafür hat er sich zur Steuerpolitik geäußert, wovon er erwiesenermaßen überhaupt nichts versteht.“ Franz nannte Bofinger „nicht teamfähig“. Er sei im Rat zu keinen Kompromissen bereit gewesen. Der Streit wurde unter anderem durch Bofingers Eintreten für eine Förderung des Konsums mit einer verstärkt nachfrageorientierten Politik angeheizt.

Bofinger, der dem Beratergremium der Bundesregierung seit März 2004 angehört, hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und griff im Gegenzug den Ratsvorsitzenden an. „Herr Wiegard wird erkennen müssen, dass der Sachverständigenrat nicht sein Oberseminar ist, sondern ein Gremium von Menschen, die kompetent und natürlich mit verschiedenen Auffassungen die Dinge diskutieren.“

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