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23.07.2015

12:19 Uhr

Andrea Nahles

Arbeitsministerin hält an Acht-Stunden-Tag fest

Die deutsche Industrie verlangt die Abschaffung des Acht-Stunden-Tages. Stattdessen soll es eine wöchentliche Höchstarbeitszeit geben. Arbeitsministerin Nahles hingegen will die Tagesarbeitszeit nicht antasten – vorerst.

Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales will am Acht-Stunden-Tag festhalten. dpa

Andrea Nahles

Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales will am Acht-Stunden-Tag festhalten.

BerlinBundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) will am Acht-Stunden-Tag in Deutschland festhalten. „Änderungen sind an der Stelle nicht geplant“, sagte eine Sprecherin des Arbeitsministeriums am Donnerstag in Berlin. Das Ministerium wies damit Angaben aus einem Bericht der „Rheinischen Post“ zurück, wonach Nahles bereits 2016 ein neues Arbeitszeitgesetz vorlegen wolle.

„Das ist nicht korrekt“, hieß es. Ende des kommenden Jahres wolle das Ministerium jedoch ein „Weißbuch“ vorlegen. Dieses solle dann die Grundlage für Prüfungen sein, ob und wo mögliche Anpassungen im Arbeitszeitgesetz nötig sind.

In einem von der Zeitung zitierten Positionspapier der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) vom Mai wird die Bundesregierung aufgefordert, wegen des digitalen Wandels den Acht-Stunden-Tag aus dem Arbeitszeitgesetz zu streichen. „Um mehr Spielräume zu schaffen und betriebliche Notwendigkeiten abzubilden, sollte das Arbeitszeitgesetz von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit umgestellt werden“, heißt es darin.

Von

dpa

Kommentare (3)

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Herr Ingo Ulrich

23.07.2015, 15:31 Uhr

„Um mehr Spielräume zu schaffen und betriebliche Notwendigkeiten abzubilden, sollte das Arbeitszeitgesetz von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit umgestellt werden“,

Spielräume - betriebliche Notwendigkeiten ???
Dazu sind zu viele Unternehmen nicht mehr seriös und glaubwürdig genug !

Reicht der bisherige Missbrauch von prekäre Beschäftigung, Leih- und Werksverträgen nicht aus ?
Also, ein Tagespensum bis zum umfallen wäre eine Abbildung der eingebildeten Notwendigkeiten !

Unser dereguliertes Arbeitsrecht ist krank und soll mit diesen miesen Vorschlägen endgültig ins 19. Jahrhundert katapultiert werden !
Seit dieser Deregulierung wurde erst ein Mindestlohn nötig !

Zuwider und Durchsichtig diese "Vorschläge" der Arbeitgeberseite !

Account gelöscht!

23.07.2015, 17:20 Uhr

Wozu Griechenland nur ein paar Stunden benötigt, braucht in der SPD, zumal bei Nahles, Jahre.
Das ist typisch und dazu fortschrittsfeindlich.

Ganz selbstverständlich muß die Arbeitszeit flexibilisiert werden sonst rennen uns auch auf diesem gebiet alle anderen weltweit davon.
Produktivität hängt eben auch an größtmöglicher Flexibilität. Jede starre Regelung - bei Sozialisten besonders beliebt, weil friedhofsruhig - bringt wesentliche Nachteile im Wettbewerb. Und der ist lange schon - Frau Nahles - global.

Herr Wilfried Runft

23.07.2015, 19:40 Uhr

Also wenn bei uns eine Neuregelung kommt, wird sie auch in aller Regel umgesetzt, in Griechenland habe ich da so meine Zweifel... Warum sich allerdings Nahles angesprochen fühlt, ist für mich nicht so ganz nachvollziehbar: Im AT-Bereich arbeiten viele bereits mehr als 8 Stunden am Tag und im Tarifbereich müssen sich die Arbeitgeber mit den Gewerkschaften auseinandersetzen. Diese steten Versuche der Wirtschaft, frühkapitalistische Verhältnisse wieder herbeizuführen, dürften weder in der Politik noch bei Arbeitnehmern zur notwendigen Vertrauensbildung beitragen

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