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26.09.2013

15:04 Uhr

Andreae bewirbt sich

Gerangel um grüne Spitzenposten

Den Grünen droht eine Kampfabstimmung um den Fraktionsvorsitz. Neben Katrin Göring-Eckardt will sich die Wirtschaftsexpertin Kerstin Andreae zur Wahl stellen. Bewerber melden sich auch für den Job an der Parteispitze.

Kerstin Andreae verkündete über Twitter ihre Bewerbung um den Fraktionsvorsitz der Grünen. dpa

Kerstin Andreae verkündete über Twitter ihre Bewerbung um den Fraktionsvorsitz der Grünen.

BerlinDie Grünen-Wirtschaftsexpertin Kerstin Andreae hat ihre Bewerbung um den Fraktionsvorsitz der Grünen angekündigt. Das teilte die Bundestagsabgeordnete am Donnerstag über den Kurznachrichtendienst Twitter sowie über Facebook mit. „Habe meine Fraktionskollegen darüber informiert, dass ich für den Fraktionsvorsitz kandidieren werden“, erklärte Andreae auf ihrer Facebook-Seite. „Ich möchte meinen Beitrag dafür leisten will, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.“ Damit könnte es zu einer Kampfabstimmung zwischen Andreae und der bisherigen Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt kommen, die beide dem Realo-Flügel der Partei zugerechnet werden. Auch Göring-Eckardt strebt den Fraktionsvorsitz an.

Weiterer Kandidat für die beiden Vorsitzenden-Posten in der Fraktion ist der bayerische Bundestagsabgeordnete Anton Hofreiter vom linken Parteiflügel. Die beiden bisherigen Fraktionschefs Jürgen Trittin und Renate Künast hatten nach dem mageren Abschneiden der Grünen bei der Bundestagswahl ihren Verzicht für eine weitere Kandidatur angekündigt. Die Grünen waren bei der Wahl vom Sonntag mit 8,4 Prozent deutlich hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben. Die neuen Fraktionschefs sollen am 8. Oktober gewählt werden.

Bewegung gibt es auch an der Parteispitze: Die saarländische Grünen-Politikerin Simone Peter hat sich zur Kandidatur für den Bundesvorsitz der Grünen bereit erklärt. „Ich kann mir vorstellen, die Verantwortung, die ich als Ministerin und Abgeordnete für die grüne Partei mit Leidenschaft und vollem Engagement übernommen habe, auch für den Parteivorsitz und für eine schlagkräftige, grüne Partei zu übernehmen und erkläre mich offen für eine Kandidatur“, heißt es in einem Schreiben Peters, das sie am Donnerstag auf ihrer Homepage veröffentlichte.

Peter ist derzeit Landtagsabgeordnete im Saarland. Sie war bis 2012 Landesministerin für Umwelt, Energie und Verkehr der damaligen Koalitionsregierung von CDU, FDP und Grünen. Im Fall einer Kandidatur für den Bundesvorsitz könnte Peter die Nachfolge von Claudia Roth antreten, die am Dienstag als Konsequenz aus der Niederlage der Grünen bei der Bundestagswahl den Rückzug von dem Spitzenamt angekündigt hatte.

Die neue Parteispitze soll auf einem Parteitag im Oktober oder November gewählt werden. Die 47-Jährige Mikrobiologin Peter wird wie Roth dem linken Parteiflügel zugerechnet. Der bisherige Ko-Parteichef Cem Özdemir will sich erneut um dieses Amt bewerben.

Von

afp

Kommentare (10)

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scharfschuetze

26.09.2013, 13:59 Uhr

Immerhin hat Andreae ihr Studium scheinbar abgeschlossen,und auch ein bissschen was gearbeitet, bevor sie Vollzeit-Politikerin wurde. Dann ist sie auch noch verheiratet und hat ein Kind.
Damit dürfte sie bei den Grünen ein Alleinstellungsmerkmal haben. Das dürfte auch ihr Problem sein. Denn sowas spiessiges können doch die "Gender-Geschädigten" Polit-Singles Trittin Roth Künast Özdemir nicht gebrauchen. Womöglch hätte sie auch noch Ahnung von Thema Wirtschaft und würde mal was Gescheites daherbringen, was Deutschland nützt? Nein, das kann und darf nicht sein!

MartinD

26.09.2013, 14:12 Uhr

Liebes Handelsblatt, dieses "Gerangel" nennt man Demokratie. Seid Ihr halt nicht gewohnt von der Merkel-Partei.

oha

26.09.2013, 14:25 Uhr

Eine Bewerbung um ein Amt gilt als "Gerangel".
Natürlich nur bei den Grünen, denn die können ja nichts anderes als "rangeln"?
Tatsache bleibt, dass eine Wahl erst mit mehreren Optionen beginnt und nicht dort aufhört.

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