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23.04.2015

13:41 Uhr

Angela Merkel

Bundeskanzlerin sorgt sich um Reformdruck in Euro-Zone

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat vor einem nachlassenden Reformdruck in der Euro-Zone gewarnt. Die niedrigen Zinsen sorgten für eine Flaute.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): „Die negativen Wirkungen der sehr niedrigen Zinsen und des niedrigen Ölpreises sind natürlich die Gefahr, man reformiert nicht mehr so entschlossen, wie es einige Länder ja gemacht haben.“ dpa

Wirtschaftsempfang der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): „Die negativen Wirkungen der sehr niedrigen Zinsen und des niedrigen Ölpreises sind natürlich die Gefahr, man reformiert nicht mehr so entschlossen, wie es einige Länder ja gemacht haben.“

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel hat davor gewarnt, dass die niedrigen Zinsen den Reformdruck in der Eurozone erlahmen lassen könnten. „Europa steht besser da als zuvor, ist aber nach meiner festen Überzeugung noch nicht über den Berg“, sagte Merkel am Mittwoch in Berlin auf einem Wirtschaftskongress der Unions-Bundestagsfraktion. „Die negativen Wirkungen der sehr niedrigen Zinsen und des niedrigen Ölpreises sind natürlich die Gefahr, man reformiert nicht mehr so entschlossen, wie es einige Länder ja gemacht haben“, mahnte Merkel.

Sicher würden aber Euro-Staaten wie Spanien und Portugal entlastet, die entschiedene Reformen hinter sich hätten. Irland sei sogar Wachstumsmotor Europas, sagte sie. Das Land musste in Gegenzug für Finanzhilfen der internationalen Partner Reformen umsetzen.

Gewinner und Verlierer der Euro-Schwäche

Der Euro auf Talfahrt

Die Geldflut der Europäischen Zentralbank (EZB) hat den Euro auf Talfahrt geschickt. Nach Einschätzung von Analysten könnte ein Euro schon bald weniger als ein US-Dollar kosten – erstmals seit mehr als zwölf Jahren. Wer profitiert von der Euro-Schwäche und wem tut sie weh? (Quelle: dpa)

Gewinner: Die Exporteure

Ein schwacher Euro hilft Firmen aus der Eurozone, die Waren außerhalb des Währungsraums verkaufen wollen. Denn ihre Autos oder Maschinen werden auf den Weltmärkten günstiger – etwa in wichtigen Märkten wie Asien oder Amerika. Die Nachfrage nach Produkten „Made in Germany“ oder anderen Euro-Staaten dürfte anziehen. In der Eurozone spielt der Wechselkurs aber keine Rolle.

Gewinner: Die Konjunktur

Mehr Exporte, mehr Produktion, mehr Arbeitsplätze. Ganz so einfach geht es in der Praxis nicht, aber der EZB-Kurs mit Nullzins und Geldschwemme zielt auch in diese Richtung. Allein über den Preis werden Unternehmen aus dem Euroraum dank des niedrigen Eurokurses wettbewerbsfähiger. Somit stehen die Chancen gut, dass sie mehr verkaufen und ihre Fabriken besser ausgelastet sind. Das könnte mittelfristig auch neue Arbeitsplätze schaffen.

Gewinner: Die DAX-Konzerne

Die lockere Geldpolitik der EZB könnte exportstarken deutschen Konzernen nach Berechnungen der Commerzbank im laufenden Jahr zwölf Milliarden Euro zusätzlich an Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in die Kassen spülen – allein weil der Euro gegenüber dem Dollar an Wert verliert. Vom Euroverfall profitieren demnach vor allem jene Firmen, die Rechnungen und Löhne in Euro bezahlen, aber in Dollar abrechnen.

Verlierer: Importeure

Wichtige Rohstoffe wie etwa Öl werden international in Dollar gehandelt. Wenn der Euro im Vergleich zum Dollar an Wert verliert, werden solche Importe für Abnehmer im Euroraum tendenziell teurer. Deshalb sei ein schwacher Euro für die Exportnation Deutschland auch nur auf den ersten Blick erfreulich, kommentiert der Außenhandelsverband BGA: „Ohne die niedrigen Rohstoffpreise würde der schwache Euro tiefe Spuren in unserer Importrechnung hinterlassen und somit auch die Verkaufspreise im Export erhöhen.“

Verlierer: Die Urlauber

Urlaube in der Schweiz oder in die USA werden teurer, wenn der Euro gegenüber anderen wichtigen Währungen an Wert verliert. Ende Januar rechnete der Bundesverband deutscher Banken (BdB) vor: Die Kaufkraft eines Euro in der Schweiz betrage nur noch etwa 55 Cent. Das heißt: Waren und Dienstleistungen waren dort zu diesem Zeitpunkt im Schnitt fast doppelt so teuer wie in Deutschland. Für Touristen aus Amerika oder China wird ein Trip in die Eurozone aber attraktiver.

Verlierer: Die Unternehmen

Für den Ausbau ihrer Geschäfte außerhalb des Euroraums müssen Unternehmen aus dem Euroraum tendenziell mehr Geld in die Hand nehmen. Wer etwa eine Fabrik in China oder in den USA errichten will und dies in der jeweiligen Landeswährung bezahlt, legt in Euro gerechnet künftig drauf.

Verlierer: Die Nicht-Eurostaaten

Während die US-Notenbank Fed ihre Geldschleusen absehbar wieder schließen will, fährt die EZB einen genau entgegengesetzten Kurs. Das erhöht die Gefahr, dass es zu einem „Währungskrieg“ kommt. Mit ihren milliardenschweren Anleihenkäufen habe die EZB „eine Tür geöffnet, hinter der die Gefahr eines Abwertungswettlaufes lauert“, kritisierte BGA-Präsident Anton F. Börner.

„Da zeigt sich, was Reformen in der Kombination mit soliden Finanzen auch ausmachen. Deshalb wird die Bundesregierung auch weiter für diesen Kurs werben, obwohl wir international erheblichem Druck ausgesetzt sind“, betonte Merkel.
Zugleich warb sie entschieden für EU-Freihandelsabkommen mit Indien, Japan und den USA. Die Bundesregierung werde die EU-Kommission ermutigen, die Verhandlungen rasch zu führen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

23.04.2015, 14:16 Uhr

ACH...die Kanzlerin mach sich also Sorgen, dass die politischen Reformen in den EURO Ländern nicht angepakt werden....ja! was denkt denn diese Aushilfspolitikerin Merkel denn, was Sie erwarten durfte, wie diese den Maastricher Vertrag gebrochen hat und den ESM alternativlos eingeführt hat!?
Das war doch der Freifahrtschein für die wirtschafltich und überschuldeten EURO-Staaaten sich auf die "Faule Reformverweigerungshaut" weiter auszuruhen und ihre Reformen erst gar nicht in Angriff zu nehmen. Schließlich bürgt und zahlt der deutsche Steuerzahler durch diesen alternativlosen Alleingang der ESM-Kanzlerin und sorgt dafür, dass die Reformen in den Schulden-Euro-Ländern auf Eis gelegt werden können und die Spekulanten weiter ihr Spiel auf Kosten des deutschen Wohlstand/Sparer/Arbeitnehmer weiter betreiben können.

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