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19.01.2015

16:17 Uhr

Angela Merkel

Deutschland will Truppe gegen Boko Haram unterstützen

Angela Merkel will die geplanten Truppen im Kampf gegen die islamistische Miliz Boko Haram unterstützen. Die Kanzlerin betont unterdessen, dass sie den Terror in Afrika genauso wichtig nehme wie den in Paris.

Angela Merkel traf Ghanas Präsident John Dramani Mahama am Montag in Berlin. ap

Angela Merkel traf Ghanas Präsident John Dramani Mahama am Montag in Berlin.

BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel hat den westafrikanischen Ländern Unterstützung beim Aufbau einer regionalen Eingreiftruppe gegen die islamistische Miliz Boko Haram zugesichert. „Wenn wir gebeten werden, auch etwas finanziell zu tun und das zu unterstützen, dann werden wir das natürlich tun“, sagte Merkel am Montag in Berlin nach einem Treffen mit dem ghanaischen Präsidenten John Dramani Mahama, der zurzeit Vorsitzender der westafrikanischen Staatengruppe Ecowas ist.

Merkel kündigte EU-Beratungen über eine mögliche Hilfe zu. Sie sei an einer „nachhaltigen Finanzierung“ einer solchen afrikanischen Eingreiftruppe interessiert. An eine militärische Unterstützung der EU-Staaten im Kampf gegen Boko Haram sei derzeit nicht gedacht.

„Zu diesem Zeitpunkt gibt es keinen Bedarf, dass europäische Truppen angefordert werden sollten“, sagte auch Mahama. „Aber sicher wäre logistische Hilfe wichtig“, sagte er mit Blick auf die Bundeswehr-Flugzeuge, die Deutschland für den Militäreinsatz der Franzosen gegen islamistische Gruppen in Mali stellt.

Boko Haram - blutiger Islamistenterror für einen Gottesstaat

Die Terrorgruppe

Die islamistische Terrorgruppe Boko Haram führt im muslimischen Norden Nigerias einen Krieg für einen islamischen Staat.

Ziel

Ihr Ziel ist es, die Scharia (islamische Rechtsprechung) einzuführen.

Ursprünglich eine Sekte

Die Gruppe, ursprünglich als Sekte ins Leben gerufen und seit November 2013 auf der Terrorliste des US-Außenministeriums, soll Kontakte zu nordafrikanischen Al-Kaida-Ablegern haben. Über Organisationsstrukturen und Mitgliederzahlen liegen keine gesicherten Informationen vor.

Mehr als 5000 Opfer

Die Boko Haram verübt in dem westafrikanischen Land seit Jahren blutige Anschläge, denen nach Schätzungen bereits über 5000 Menschen zum Opfer gefallen sind.

Mehr Attentate

Anfang 2014 verstärkten die Extremisten ihren Kampf. Seither kam es fast wöchentlich zu Angriffen, Attentaten und Entführungen.

Entführung in Nigeria

Nur in seltenen Fällen – wie bei der Entführung von über 200 Mädchen in der Provinz Borno im April vergangenen Jahres – bekannte sich Boko Haram zu den Taten. Von den Schülerinnen fehlt bis heute jede Spur

Weitere Angriffe

Die Behörden lasten der Gruppe aber zahlreiche weitere Angriffe auf Dörfer, Märkte, Polizeistationen, Schulen, Kirchen und Lokale an.

Merkel wies den Vorwurf zurück, dass sie Terror in Afrika weniger wichtig nehme als den in Paris, wo vergangene Woche bei islamistischen Anschlägen 17 Menschen starben. „Der Terrorismus ist überall gleich schlimm“, sagte sie. Ein militärisches Eingreifen von EU-Staaten sei aber derzeit nicht einmal in der Planung der Afrikanischen Union (AU). Mahama kündigte an, dass sich die AU Ende des Monats mit dem Thema beschäftigen werde. Die afrikanischen Staaten diskutieren auch, ein UN-Mandat für ein militärisches Eingreifen gegen Boko Haram anzustreben, weil das Vorrücken der Miliz mittlerweile mehrere Länder betrifft.

Die islamistische Miliz kämpft seit Jahren für einen eigenen Staat im Nordosten Nigerias, hat aber zuletzt auch mehrere Vorstöße nach Kamerun unternommen. So soll die Miliz dort am Wochenende 80 Menschen verschleppt haben. Ghanas Präsident begrüßte, dass der Tschad Truppen nach Kamerun geschickt habe, um die Boko-Haram-Kämpfer zurückzudrängen.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

19.01.2015, 20:43 Uhr

Angela Merkel will die geplanten Truppen im Kampf gegen die islamistische Miliz Boko Haram unterstützen. Die Kanzlerin betont unterdessen, dass sie den Terror in Afrika genauso wichtig nehme wie den in Paris.

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Man darf Boko Haram nicht erst so stark werden lassen

wie es dem Terrorismus mit dem IS-Staat erst Groß geworden ist.

Doch die Welt wacht zu spät auf...

und dann streitet man sich zuerst wer was machen soll.




Herr Günther Schemutat

20.01.2015, 08:03 Uhr

Über Flüchtlinge aus Afrika hat Boko Haram sicher schon Schläfer nach Deutschland geschickt, wie alle anderen Terrororganisationen
auch. Halbgerzige Militäraktionen bringen nur etwas dür die Waffenindustrie. Terror bekämpft man massiv und nicht mit Kerzen.

Aber der Verdacht besteht das Staaten mit Terroristen zusammen arbeiten, wei die Türkei und die IS.

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