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23.01.2015

19:40 Uhr

Angela Merkel

Kanzlerin setzt sich für Milliarden-Rüstungsdeal ein

Einem Medienbericht zufolge steht die deutsche Industrie vor dem Verkauf von bis zu zwölf U-Booten an Australien. Angela Merkel setzt sich für den Milliarden-Deal ein. Die U-Boot-Industrie könnte lange profitieren.

Angela Merkel wirbt bei Australiens Premierminister Tony Abbott für U-Boote aus Deutschland. AFP

Angela Merkel wirbt bei Australiens Premierminister Tony Abbott für U-Boote aus Deutschland.

HamburgBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setzt sich einem Medienbericht zufolge persönlich für einen Verkauf von bis zu zwölf deutschen U-Booten an Australien ein. Der Rüstungsdeal könne der deutschen Industrie einen Auftragswert von 14 Milliarden Euro einbringen, berichtete der „Spiegel“ am Freitag vorab aus seiner neuen Ausgabe. In Regierungskreisen wird das mögliche Geschäft demnach als „herausragend“ bewertet, da die deutsche U-Boot-Industrie auf Jahrzehnte davon profitieren könne.

Laut „Spiegel“ geht es um Schiffe der Klasse 216 – die es zwar bisher erst als Entwurf gibt, sie gelten demnach jedoch als die modernsten konventionellen U-Boote weltweit. Sie sind bis zu 90 Meter lang und können bis zu einen Monat ohne Unterbrechung tauchen.

Die Deutsche Rüstungsindustrie

Diehl Defence

Die Rüstungssparte des Nürnberger Diehl-Konzerns stellt unter anderem Munition, Raketen und Ketten für Panzer her. Umsatz (2013) 533 Millionen Euro, Mitarbeiter (2013) 2910.

Heckler & Koch

Der Handwaffenspezialist aus dem badischen Oberndorf fertigt unter anderem Pistolen, Sturm- und Präzisionsgewehre. Umsatz (2012) 203 Millionen Euro, Mitarbeiter (2012) 630.

Krauss-Maffei Wegmann (KMW)

Die Münchener Firma baut etwa den Kampfpanzer Leopard, den Schützenpanzer Puma oder die Panzerhaubitze 2000. Umsatz (2012) 2,4 Milliarden Euro, Mitarbeiter (2012) 2590.

MTU Aero Engines

Der Münchener Triebwerksbauer fertigt auch für militärische Flugzeuge – etwa den Motor für den Eurofighter. Umsatz (2013/Wehrgeschäft) 501 Millionen Euro.

Rheinmetall Defence

Die Wehrsparte von Rheinmetall aus Düsseldorf fertigt Panzer, aber auch Munition oder etwa Flugabwehrsysteme. Umsatz (2013) 2,2 Milliarden Euro, Mitarbeiter (2013) 9200.

Thyssenkrupp Marine Systems

Der Konzern baut U-Boote und Kriegsschiffe. Die Firma entstand aus Blohm+Voss und der Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH. Umsatz (2012/13) 1,2 Milliarden Euro, Mitarbeiter (2012/13) 3600.

In Konkurrenz stehe Deutschland bei dem Rüstungsdeal mit Japan, berichtete das Magazin weiter. Merkel habe im November am Rande des G-20-Gipfels im australischen Brisbane bei Australiens Premierminister Tony Abbott für das deutsche Angebot mit dem Argument geworben, dass Deutschland politisch neutral agieren könne, während Japan unter Spannungen mit China leide. Abbott soll demnach mit den Worten geantwortet haben: „Damit haben Sie recht.“ Mit einer Vorentscheidung ist dem Bericht zufolge Mitte des Jahres zu rechnen.

Von

afp

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