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02.06.2017

11:44 Uhr

Angela Merkel

So will die Klimakanzlerin die Welt zusammenhalten

VonChristoph Herwartz

Für Angela Merkel ist der Klimaschutz von herausragender Bedeutung. Das macht sie mit Leidenschaft und einer christlichen Anspielung deutlich. Sie weiß: Es ist an ihr, die Welt trotz der US-Abkehr beisammenzuhalten.

Die Kanzlerin gibt das Paris-Abkommen nicht auf. Reuters

Angela Merkel

Die Kanzlerin gibt das Paris-Abkommen nicht auf.

Am Tag nach dem Donald Trump verkündet hat, im Namen der USA das Pariser Klimaabkommen aufzukündigen, widmet Angela Merkel diesem Thema nur wenige Sätze: Sie finde diesen Vorgang „äußerst bedauerlich“, sagt sie im Kanzleramt, „und damit drücke ich mich noch sehr zurückhaltend aus.“ Und: Das Pariser Klimaabkommen bilde „einen der Eckpfeiler der Zusammenarbeit der Länder der Welt“. Es sei „unabdingbar“.

Den Rest des Statements widmet sich dei Bundeskanzlerin der Zukunft des Abkommens, den US-Präsidenten erwähnt sie nicht. Es gelte jetzt, den Blick nach vorne zu richten. Die, die sich dem Schutz der Erde verpflichtet fühlen, ließen sich nicht aufhalten.

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Merkels Bestreben ist es nun, das Bündnis der verbleibenden Staaten zusammenzuhalten. Nach der Wahl Trumps wurde sie schon häufig als die „Führerin der freien Welt“ bezeichnet. Schon seit Jahren gilt sie international als die „Klimakanzlerin“ – ein Titel den man aus deutscher Sicht schnell vergisst. Schon vor zwei Jahren kämpfte sie um diesen Titel, als sie den Klimaschutz überraschend zum Kernthema ihrer Pressekonferenz auf dem G7-Gipfel auf Schloss Elmau machte. Sie gab den Klimaverhandlungen damit einen Vorschub, der das Zustandekommen des Abkommens von Paris begünstigt haben dürfte.

Unterstützung für die „Ärmsten und Verwundbarsten“

Die Welt schaut also nun auf das, was diese Frau zu sagen hat. Es ist wichtig, dass sie die Debatte anführt, bevor Zweifel an der Zukunft des Abkommens zu laut werden.

Merkel sagt: „Entschlossener denn je“ würden die verbleibenden Unterzeichnerstaaten nun ihre Kräfte bündeln. Sie würden die Herausforderung aufnehmen und bewältigen. „Zum Wohl aller Menschen.“ Sie verwendet auch einen Anklang an die christlichen Wurzeln ihrer Politik, was selten vorkommt: „Wir brauchen dieses Pariser Abkommen, um unsere Schöpfung zu Bewahren. Nichts wird uns dabei aufhalten.“

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Donald Trump will aus dem Klimaabkommen aussteigen. Umweltorganisationen üben massive Kritik an der Entscheidung. Andere Nationen müssten die Klimapolitik vorantreiben – auch Deutschland könne vieles besser machen.

Deutschland stehe zu seinen Verpflichtungen, ganz besonders auch zu den Mitteln, die es den „Ärmsten und Verwundbarsten“ zugesagt habe. Trump hatte diese Finanzhilfen am Vorabend so dargestellt, als würden Milliarden vor allem aus den USA in Länder fließen, die dann Arbeitsplätze aus den USA abziehen.

Der Prozess des weltweiten Klimaschutzes sei „unumkehrbar“, sagt Merkel. Sie sei „berührt und begeistert“, wie viele Gruppen und Staaten „mit uns“ diesen Weg weiter gehen wollten. In Abstimmung mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron lade sie alle zu diesem gemeinsamen Weg ein, denen die Zukunft unseres Planeten wichtig ist. „Damit wir erfolgreich sind im Sinne unserer Mutter Erde.“

Kommentare (17)

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Herr Holger Narrog

02.06.2017, 12:00 Uhr

Da die Ökoreligion ausserhalb Europas wenig populär ist, bzw. andere Religionen dominieren, haben sich die meisten Staaten im "Klimaschutzabkommen" einfache Ziele gegeben die übrigens unverbindlich sind. Ich nehme an auch diese Ziele werden ignoriert wenn dies opportun ist. Damit haben sie Rücksicht auf die ökoreligiösen Empfindungen der Europäer genommen.

Wirklich wünschenswert wäre eine Weiterentwicklung der Saga vom "Klimawandel". Die "Klimawissenschaftler" könnten feststellen, dass nur von Deutschen in Deutschland emitiertes CO2 "klimaschädlich ist. Da die "Klimawissenschaftler" eher als Parodie der Wissenschaft agieren, die Hypothese ohnehin dürftig ist, die Medien sehr einheitlich berichten, sollte dies möglich sein.

Der Vorteil wäre das die sehr aggressive Missionierung im Sinne der Ökoreligion entfiele. Das wäre ein Segen für die Menschheit und der zwischenstaatlichen Beziehungen.

Frau Paula Friedrich

02.06.2017, 12:05 Uhr

Bezahlte Lobbyisten verhindern die Energiewende
Was ist schlimmer den Klimavertrag aufzukündigen oder den Klimavertrag zu unterschreiben und dafür zu sorgen das die Ziele ins Gegenteil verkehrt werden. Die Energiewende wurde gestoppt um die Geschäftsgrundlage der Energiekonzerne zu schützen. Privat erzeugter Strom aus Photovoltaik welcher selbst direkt verbraucht wird muss versteuert werden Stromsteuer plus Mehrwertsteuer. Elektromobilität wird verhindert, denn es gibt keinen Standard für Ladeinfrastruktur und keine Genehmigungen für private Anbieter (staatliche Hoheit). Einsparpotentiale werden nicht genutzt. Beispielsweise können mit Solarthermie 80% der Sonneneinstrahlung – auch bei diffusem Licht direkt am Ort des Verbrauchers als Wärme genutzt werden, bei uns wird 40% der Primärenergie zum Heizen verschwendet. Der Zubau von Windkraft und Photovoltaik ist den USA und China prozentual viel größer als bei uns absolut um zehner Potenzen höher. Energieintensive Produktionen wie die von Zement, Stahl, Aluminium und Kupfer ist bei uns weitgehend verschwunden und findet in Asien und den USA statt, - trotzdem steigt bei uns in Europa und speziell in Deutschland der CO2 Ausstoß seit Jahren – auch andere Abgase nehmen zu. Vorhanden Technik wird aus Kostengründen nicht eingesetzt beispielsweise zur Reduktion von Quecksilber bei der Braunkohleverstromung. EU-Kommissar Oettinger schönte den eigenen Subventionsbericht denn Kohle, Gas und Atom werden stärker gefördert als Erneuerbare. In der korrigierten Entwurfsfassung des Subventionsberichts aus der Generaldirektion Energie, der Oettinger vorstand, seien die Zahlen gestrichen, berichtet die Süddeutsche Zeitung 2013. Im Ergebnis 35 Milliarden Euro für nukleare Anlagen und 26 Milliarden Euro für fossile Kraftwerke europaweit jährlich. Kleiner Trost! auch die Profiteure vergiften sich und ihre Kinder mit schlechter Luft.

Herr Helmut Metz

02.06.2017, 12:13 Uhr

@ Holger Narrog



"Trump kündigt den Vertrag zur RETTUNG unseres Planeten!!!!!"
Früher sollte uns "Gott" erretten, heute sind es die Klima-Politiker.
Wir haben es hier in der Tat mit einer Ersatz-Religion zu tun, die wie früher den Menschen hier bei uns (und heute immer noch in bestimmten Regionen der Erde) schon von früher Kindheit an einindoktriniert wird.
Wenn wir sonst schon nichts auf die Reihe kriegen, "retten" wir wenigstens das Klima.
Hier sind Ihre persönlichen Geschosse gegen den Klima-(Aber)Glauben:
"1. Das moderne Wissenschaftsparadigma von der Priorität der Messung vor dem theoretischen Modell [lernt jeder Student der Naturwisssenschaften im ersten Semester!!!, der Kommentator] ist immer noch gültig. Der Klima-Alarmist hat nachzuweisen, dass seine Hypothese mit Messungen belegt ist. Nicht Sie haben nachzuweisen, dass seine Hypothese falsch ist.
2. Wenn der Klima-Alarmist "herumeiert", bestehen Sie auf der Nennung begutachteter Publikationen, die auf der Basis von Messungen noch nie vorgekommenene Klimaveränderungen seit 1850 im Vergleich mit den Zeiten davor nachweisen (es gibt sie nicht)." (Philipp A. Mende: Geschosse wider den Einheitsbrei, 2016, S. 291)

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