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30.06.2013

12:59 Uhr

Anklage-Erwiderung eingereicht

Wulff wehrt sich gegen Korruptionsvorwürfe

Erstmals seit seinem Rücktritt am 17. Februar 2012 hat sich Ex-Bundespräsident Christian Wulff gegen die Korruptionsvorwürfe zur Wehr gesetzt. Die Anklageschrift sei ein denunziatorischer persönlicher Angriff.

Ex-Bundespräsident Christian Wulff dpa

Ex-Bundespräsident Christian Wulff

BerlinWulffs Anwalt Bernd Müssig habe Mitte Juni eine 65-seitige Anklageerwiderung beim Landgericht Hannover eingereicht, berichtete die "Bild am Sonntag". Darin erhebe der Anwalt schwere Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft: Wulff sei, so Müssig, von den Strafverfolgern zum Lügner erniedrigt worden.

Der Schriftsatz sei die Antwort auf die Anschuldigung wegen Bestechlichkeit, berichtete das Blatt weiter. Wulff wurde laut Anklage von seinem Freund, dem Filmproduzenten David Groenewold, 2008 zu einer Oktoberfest-Reise eingeladen. Im Gegenzug soll er sich als niedersächsischer Ministerpräsident für ein Filmprojekt Groenewolds beim Siemens-Konzern eingesetzt haben. In der Stellungnahme bezeichnet Müssig laut "Bild am Sonntag" die Anklageschrift als denunziatorischen persönlichen Angriff und beantragt bei Gericht, den Prozess mangels hinreichenden Tatverdachts nicht zu eröffnen.

Christian Wulff: Ein Steckbrief

Geburt

Christian Wulff ist am 9. Juni 1959 in Osnabrück als Christian Wilhelm Walter Wulff geboren.

Ausbildung

Sein Abitur bestand Wulff 1980 mit der Note 1,9. Danach studierte Wulff bis 1986 Jura in seiner Heimatstadt Osnabrück.

Beruf

1990 Niederlassung als Rechtsanwalt in Osnabrück .

Partei

1975 CDU-Eintritt, 1978-1980 Bundesvorsitzender Schüler-Union, 1994-2008 Landesvorsitzender in Niedersachsen, seit 1998 stellvertretender CDU-Bundesvorsitzender.

Abgeordneter

Von 1986 bis 2001 im Rat der Stadt Osnabrück, von 1994 bis 2010 im niedersächsischen Landtag

Wahlen

Niederlagen: 1994 und 1998 erfolglose Kandidatur gegen Gerhard Schröder (SPD) um das Amt des Ministerpräsidenten in Hannover.

Wahlsiege: 2003 Gewinn der Landtagswahl und Ministerpräsident Niedersachsens bis 2010, im gleichen Jahr wird Wulff im dritten Wahlgang zum Bundespräsidenten und somit zum Staatsoberhaupt gewählt.

Familie

Verheiratet: Von 1988 bis 2006 mit Rechtsanwältin Christiane; von 2008 bis 2013 mit Journalistin Bettina.

Kinder: aus erster Ehe Tochter Annalena (geb. 1993), gemeinsam mit Bettina Sohn Linus Florian (geb. 2008); Bettina Wulff hat aus früherer Beziehung Sohn Leander (geb. 2003).

Nach Darstellung Müssigs habe Wulff erst im Januar 2012 davon erfahren, dass Groenewold damals einen Teil der Hotelkosten im "Bayerischen Hof" für ihn übernommen hatte, berichtete "Bild am Sonntag" weiter. Ein Vorteil für ihn sei es ohnehin nicht gewesen, weil ihm die Kosten für den Oktoberfest-Trip dienstlich erstattet worden wären. Groenewold sei zwar ein enger Freund Wulffs, habe aber zu keinem Zeitpunkt Einfluss auf Entscheidungen des niedersächsischen Ministerpräsidenten genommen.

Abschließend heißt es den Informationen von "Bild am Sonntag" zufolge im Schriftsatz: Es sei nicht nachvollziehbar, warum sich der Ministerpräsident und Aufsichtsrat von Europas größtem Automobilkonzern (VW) durch Einladungen seines Freundes Groenewold im Gesamtwert von 760 Euro bestechen lassen sollte. Der Vorsitzende Richter Frank Rosenow will demnach in den nächsten Wochen entscheiden, ob es zum Prozess kommt oder nicht.

Von

afp

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

30.06.2013, 14:18 Uhr

als BP Wullf aD.
sollten Sie andere Möglichkeiten in Betracht ziehen, als bei weisungsgebundene „Staatsdiener“ auf Recht & Ideale zu setzen.
Als Bundespräsident obliegt Ihnen das Amt auf Lebenszeit – Sie haben auf Lebenszeit dem Deutschen Volk zu dienen geschworen.
Einmal haben Sie diesem Schwur schon Rechnung getragen und dem Volk vor schlimmeren bewahren wollen – vor diese Goldman Sachs EUR-EU Rettungsschirm Kampagne bewahren wollen, mit dem verwehren Ihrer Unterschrift unter derartige Gesetze, (die ZinsesZins Knechtschaft!)
das hat ihnen den „Bildzeitungs Diekmann?“ Rufmord beschert.

„Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert!“ (kann ich mitsingen)
darum gibt es nur Eins:

als Wiederholung:
>>" ich lege meine ganze Hoffnung darauf, das der Bundespräsident Wulff diese stalinistische Rufmordkampagne nicht auf sich beruhen lässt,
sondern jetzt Aktiv das Handeln übernimmt und nach dem diese Farce beendet ist,
die Verantwortlichen aus Politik- u. Medien-Sumpf
(insb. diese Hollywood Bildzeitungs-Marionette Diekmann?, Zeit, Süddeutsche, und wie diese Muppets sonst alle heißen mögen ...SHAFE lässt grüßen)
im Rampenlicht der Weltöffentlichkeit bloß zu stellt.

Diese Marionetten der „Deutschen Politik“ und Hollywoods-Medien-Welt an den Weltpranger gestellt!

Das kann meines Erachtens nur in der Freien Welt,
wie Russland, Indien, China, Iran u.a. geschehen.
Und zwar vor dem 'WCC' 'War Crimes Tribunal' (Kriegsverbrechertribunal/Völkerrechtsverbrechen/Politik/Staats-Verschwörungen) in Kuala Lumpur (Malaisie)
das als die Antwort zu diesem US/Israel Marionetten-Völkerrechtsgerichtshof in Den Haag(Holland) geschaffen worden war
und bereits die mit Weltweiten Haftbefehlen gesuchten Kriegsverbrecher wie Tony Blair und Junior Bush abgeurteilt hat!
In dieser unserer "Westlichen Welt“ US-Hollywood Diktatur von diesen Suggestiv Medien verheimlicht und unterschlagene Meldungen zum Rechtsstand in der Welt! "<<


skadenz.sk.funpic.de/wordpress/

Pro-d

30.06.2013, 15:01 Uhr

Sehr geehrter Herr Wulff,

Bitte zeigen Sie auch weiterhin, dass Se eine Ehrenmann sind, der auch noch dann zu seinen idealen steht, wenn selbst die Bild und das ge-BILD-ete Volk gegen ihn ist.

Mit ihrer Rede zu Lindau haben Se gezeigt, dass sie ein Held sind, der uns vor dem Diktat der Bankster und der von Gangstern regierten EU-Struktur, ESM und hoffnungsloser Überschuldung schützen wollte.

pro-D

30.06.2013, 15:04 Uhr

die FAZ schreib dazu -----------------

„Wir haben weder die Ursachen der Krise beseitigt, noch können wir heute sagen: Gefahr erkannt – Gefahr gebannt. Wir sehen tatsächlich weiter eine Entwicklung, die an ein Domino-Spiel erinnert: Erst haben Banken andere Banken gerettet, dann haben Staaten Banken gerettet, dann rettet eine Staatengemeinschaft einzelne Staaten. Wer rettet aber am Ende die Retter?“, fragt Wulff.

Im Saal ist es ganz still. Wulff feuert nun eine Breitseite gegen die Europäische Zentralbank (EZB) ab. Deren Staatsanleihekäufe rüffelt er als „rechtlich bedenklich“ und „weit über ihr Mandat hinaus“. Und viele Regierungen hätten den Ernst der Lage noch nicht erkannt: Erst „im allerletzten Moment“ zeigten sie Bereitschaft, Besitzstände und Privilegien aufzugeben und Reformen einzuleiten. Weil sie lange die desolaten Finanzen schleifen ließen, sind die Staaten nun unter Druck.


Die Politik ließe sich „am Nasenring“ von Banken, Ratingagenturen und Medien „durch die Manage führen“, rügt Wulff.

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